Putins Panzer-Grab bei Pokrowsk – Fluss wird zur tödlichen Falle

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Russlands Armee versucht in der Gegend um Pokrowsk weiter vorzurücken. Doch ein Fluss macht es den Kreml-Truppen schwer – die Folge sind materielle Verluste.

Pokrowsk – Bereits zum Monatsbeginn hatte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow proklamiert, russische Truppen hätten die Stadt Pokrowsk in der Region Donezk vollständig eingenommen. Das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) stellte tags darauf fest, dass Beweise für die vollständige Einnahme der Stadt fehlten, doch ein hochrangiger Nato-Vertreter resümierte noch am selben Tag, dass über 95 Prozent der Stadt unter russischer Kontrolle seien. Seitdem halten die schweren Gefechte im Gebiet um Pokrowsk an. Nun sollen russische Truppen versucht haben, den Fluss Kasennyj Torez nordöstlich der Stadt zu überqueren. Dabei soll es der Ukraine jedoch gelungen sein, zahlreiche feindliche Panzer zu zerstören.

Fotomontage eines ukrainischen Soldaten (l.) und eines zerstörten Panzers im Ukraine-Krieg (r.) © IMAGO / ABACAPRESS und IMAGO / SNA

Russen scheitern an Flussüberquerung in Pokrowsk

Allein am Samstag (27. Dezember) stoppten die ukrainischen Truppen 32 Angriffe von russischen Truppen bei Pokrowsk, die sich in zahlreichen Siedlungen im Gebiet um die Stadt abspielten, wie Ukrinform berichtete. Dem Bericht zufolge hat die Ukraine ihre Truppen in der Region verstärkt, um die eigenen Stellungen trotz des russischen Drucks standhaft zu halten. Ukrinform zufolge ist Russlands Armee auch im Westen von Pokrowsk aktiv, um von dort aus weiter in das südlicher gelegene Hryschyne vorzurücken.

Andererseits sind die russischen Truppen aber auch nordöstlich von Pokrowsk aktiv und versuchten zuletzt, den Fluss Kasennyj Torez zu überqueren, um von dort aus weiter in Richtung der Zwillingsstädte Slowjansk und Kramatorsk vorzurücken. Die meisten Brücken über den Fluss sind jedoch zerstört, was Putins Soldaten dazu zwang, alternative Möglichkeiten für eine Flussüberquerung zu finden. 

Stattfinden sollte die Überquerung des Kasennyj Torez deshalb offenbar mittels einer Pontonbrücke, die Russlands Streitkräfte kurzerhand über dem Fluss errichteten, wie n-tv berichtete. Doch ein ukrainischer Drohnenpilot, der auf X (ehemals Twitter) unter dem Namen „Kriegsforscher“ vertreten ist, schrieb dazu: „Sie scheiterten jedoch an der Überquerung, sodass zwei weitere Fahrzeuge in der Nähe des Flusses zurückblieben“

Fluss Kasennyj Torez bei Pokrowsk forderte schon viele russische Panzer

Insgesamt seien bereits 27 russische Fahrzeuge bei ihrem Versuch, den Fluss zu überqueren, zerstört worden, wie der ukrainische Drohnenpilot auf X weiter schrieb. Daneben veröffentlichte der Drohnenpilot auf dem Kurznachrichtendienst einen Screenshot aus einem Drohnenvideo, auf dem mehrere offenbar aufgegebene Fahrzeuge – darunter Panzer – entlang eines Flussbetts zu sehen sind. Dass die Aufnahme tatsächlich vom dort gelegenen Fluss stammt, lässt sich jedoch nicht unabhängig verifizieren.

Auch das Portal Voennoe Nedelo berichtete am Sonntag (28. Dezember) unter Berufung auf Angaben des Kommandeurs der ukrainischen Nationalgarde, Alexander Pivnenko, die Ukraine ziehe bei Pokrowsk trotz russischer Lufthoheit personelle Reserven für Gegenangriffe zusammen. Ziel sei es, die Manöver der russischen Armee im Gebiet um Pokrowsk einzuschränken.

Der Telegram-Kanal Wojennaja Chronika ist der Auffassung, der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Alexander Syrsky, habe trotz aller Risiken die Idee eines Gegenschlags auf der Achse Pokrowsk offenbar nicht verworfen. Dabei gehe es nach Darstellung des Kanals jedoch nicht darum, Pokrowsk zurückzuerobern oder die Initiative an sich zu reißen, sondern um Gegenstöße, die russische Einheiten binden sollen. Wojennaja Chronika zufolge bestehe darin ein Versuch, Zeit zu gewinnen und den russischen Vormarsch in diesem Gebiet zu verlangsamen, als dem Gesamtverlauf der Gefechte vor Ort eine Wendung zu geben. (Quellen: ISW, Ukrinform, Voennoe Nedelo, n-tv) (fh)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/hohe-verluste-fuer-russland-fluss-bei-pokrowsk-wird-zum-panzergrab-zr-94101706.html