Längster Eisenbahntunnel Österreichs geht in Betrieb: Was sich jetzt für Österreich-Urlauber ändert

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Ein Zwischenfall überschattet die Premiere der neuen Bahnverbindung in Österreich, während Politiker das Jahrhundertprojekt feiern.

Graz – Nach 27 Jahren Bauzeit und einem spektakulären Zwischenfall am Eröffnungstag durchfahren seit Sonntag die ersten Züge den 33 Kilometer langen Koralmtunnel. Was für Reisende nach Österreich eine kleine Sensation bedeutet: Die Fahrt von Graz nach Klagenfurt dauert nur noch 41 Minuten statt drei Stunden. Salzburg24 berichtet von den dramatischen Änderungen für den österreichischen Zugverkehr.

Die Koralmbahn im Bau: Mehrere Jahre und Milliarden wurden gebraucht, um das XXL-Projekt umzusetzen.
Die Koralmbahn im Bau: Mehrere Jahre und Milliarden wurden gebraucht, um das XXL-Projekt umzusetzen. © imago stock&people

Der neue Koralmtunnel ist nicht nur Österreichs längster Eisenbahntunnel, sondern weltweit der sechstlängste seiner Art. Drei gewaltige Tunnelbohrmaschinen mit je 10.000 PS gruben sich durch das Gebirge und stellten dabei einen Weltrekord auf: Mit 17.145 Metern gelang der längste durchgehende Vortrieb unter vergleichbaren Bedingungen, wie die ÖBB Infrastruktur AG mitteilt. Die Gesamtkosten des Prestigeprojekts belaufen sich auf 5,9 Milliarden Euro. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) bezeichnete die Koralmbahn als „Meilenstein in der Geschichte österreichischer Infrastrukturprojekte“.

Koralmtunnel fertig: Was sich für Österreich-Besucher ändert

Für Touristen und Geschäftsreisende in Zügen Österreichs ergeben sich völlig neue Reisemöglichkeiten. Die Fahrt von Wien nach Klagenfurt verkürzt sich um 45 Minuten auf nur noch 3 Stunden und 10 Minuten, berichtet Kärnten.at. ÖBB-Pressesprecher Robert Mosser spricht von einer „Neuordnung für den Fernverkehr“. Täglich gibt es nun sechs Direktverbindungen von Salzburg nach Graz. Die restlichen Verbindungen nach Klagenfurt führen über einen Umstieg in Villach. Besonders der Stundentakt zwischen Salzburg und Klagenfurt über das Gasteinertal bringt deutliche Verbesserungen für Reisende.

Die Freude über das Jahrhundertprojekt wurde am Eröffnungstag überschattet. Gegen 13:55 Uhr musste die Feuerwehr zum Koralmtunnel ausrücken, nachdem Rauchmelder angeschlagen hatten. Kurier berichtet, dass 103 Feuerwehrleute auf beiden Seiten des Tunnels im Einsatz waren. Die Aufregung erwies sich als falscher Alarm: Bei der angeblichen Rauchentwicklung handelte es sich nur um aufgewirbelten Staub im Tunnel. Nach der Kontrolle konnten die Sonderfahrten wieder aufgenommen werden.

Mega-Projekt in Österreich fertig: Prominenz feiert mit

Bei der Premierenfahrt waren hochrangige Politiker dabei, darunter Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der nach der 39-minütigen Fahrt begeistert feststellte: „Die Fahrt vergehe so geschwind, man hat gar keine Zeit zum Zeitunglesen“. ÖBB-Chef Andreas Matthä zeigte sich euphorisch: „Wie cool kann das denn sein“, sagte er über die erste direkte Bahnverbindung zwischen den beiden Landeshauptstädten.

Trotz der Erfolgsgeschichte müssen sich Besucher auf Einschränkungen einstellen. 2027 wird die Tauernschleuse, die das Gasteinertal mit Kärnten verbindet, für fünf Monate gesperrt. Als Ersatz stehen Schienenersatzbusse über die A10 zur Verfügung, wie Salzburg24 berichtet. (Quellen: Salzburg24, ÖBB Infrastruktur AG, Kärnten.at, Kurier) (cgsc)