Jedes Jahr verletzen sich tausende Menschen bei der Nutzung von Feuerwerkskörpern. Wo lauern die größten Gefahren – und wie kann man sich schützen?
Der Beginn eines neuen Jahres wird vielerorts traditionell mit Feuerwerk gefeiert. Bald beleuchten Raketen den Himmel über Deutschland – oft begleitet von lautem Jubel, und explodierenden Böllern. Doch neben dem festlichen Spektakel bringt der Silvesterabend auch einige Risiken mit sich. Krankenhäuser verzeichnen eine deutliche Zunahme von Notfallpatienten, vielerorts sind die Rettungsdienste im Dauereinsatz. Doch was sind die häufigsten Unfallursachen und wie können Feiernde die Gefahren minimieren?
Laut einer Analyse der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) werden an Silvester etwa 100 schwerverletzte Patienten stationär aufgenommen – das entspricht einer Verzehnfachung des Durchschnitts anderer Tage im Jahr. Besonders tragisch: Bis zu zwei Drittel der verletzten Personen sind unbeteiligte Zuschauer, die durch Querschläger oder Fehlzündungen getroffen werden. Viele dieser Verletzungen sind vermeidbar, wie Mediziner und Sicherheitsexperten betonen. Das sind die wichtigsten Hinweise, um Unfälle mit Feuerwerk zu vermeiden, in Kürze:
- Gebrauchsanweisungen genau befolgen.
- Sicherheitsabstand zu Menschen, Gebäuden und Bäumen einhalten.
- Feuerwerkskörper auf den Boden legen, nicht in der Hand zünden.
- Schutzkleidung tragen: Baumwollstoffe statt Synthetik, Schutzbrille, Handschuhe, Ohrstöpsel.
- Fehlzündungen nicht erneut anzünden.
- Blindgänger nicht aufsammeln oder manipulieren.
- Raketen nur mit sicheren Halterungen starten.
- Keine illegal importierten Feuerwerkskörper zünden: Fehlende Qualitätskontrollen und extrem hohe Sprengkraft sind eine gefährliche Kombination.
Verbrennungen, Splitter, Querschläger: Das sind die größten Risiken für Verletzungen an Silvester
1000 °C heiße Flammen aus Magnesiumfackeln oder der Kontakt mit glühenden Feuerwerkskörpern können die Haut schädigen – manchmal sogar bis in tiefe Schichten. Schwere Verbrennungen, die Muskeln oder Knochen betreffen, sind häufig die Folge von explodierenden Böllern, die zu spät geworfen oder direkt in der Hand gezündet wurden. Andere Verletzungen entstehen durch Splitter oder Druckwellen, die Gewebe, Knochen und Gelenke ernsthaft verletzen können.
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Augenverletzungen gehören zu den schwerwiegendsten Folgen von Feuerwerkskörpern. Laut einer Untersuchung der Universitätsklinik Freiburg erleiden viele Menschen durch Splitter, Funken oder chemische Substanzen Schäden, die teils zu bleibender Erblindung führen. Kritisch sind auch thermische Schäden und mechanische Verletzungen durch Druckwellen. Auch die Ohren sind stark gefährdet. Explosive Geräusche von über 120 Dezibel können ein akutes Knalltrauma hervorrufen, das laut der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sogar zu Hörverlust oder Tinnitus führen kann.
Feuerwerk kann den Jahreswechsel auf besondere Weise verschönern und enormen Spaß bringen – wenn Sie es sicher handhaben. Damit das neue Jahr nicht mit einem tragischen Krankenhausaufenthalt beginnt, sollten Grundregeln für den Umgang mit Pyrotechnik in jedem Haushalt kommuniziert und eingehalten werden. Übrigens könnte an Silvester mehr als nur Funken vom Himmel fallen – Neuschnee bis zu 20 cm wird in 8 Bundesländern erwartet.