Sessellift-Alptraum in Österreich: Ski-Urlauber hängen über Stunden in der Luft

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Drama am Hintertuxer Gletscher: 17 Wintersportler hingen stundenlang in einem defekten Sessellift fest. Die Bergrettung musste sie vom Boden aus befreien.

Innsbruck – Mitten im Skivergnügen wird aus dem entspannten Urlaub in Österreich plötzlich eine Tortur: Am Sonntagnachmittag kam es am Hintertuxer Gletscher zu einer dramatischen Rettungsaktion. Skifahrer und Snowboarder blieben nach einem technischen Defekt stundenlang in einem Sessellift gefangen.

Die Liftanlagen am Hintertuxer Gletscher gelten als modern: Am Sonntag (29. Dezember) kam es dennoch zu einer folgenschweren Panne. (Archivbild)
Die Liftanlagen am Hintertuxer Gletscher gelten als modern: Am Sonntag (29. Dezember) kam es dennoch zu einer folgenschweren Panne. (Archivbild) © Pond5 Images/Imago

Um 15.35 Uhr kam der 3er-Sessellift „Schlegeis“ am Hintertuxer Gletscher abrupt zum Stillstand. Der Grund: ein technischer Defekt an der Antriebsscheibe, wie der ORF berichtet. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 17 Personen über die gesamte Liftstrecke verteilt in den Sesseln.

Sessellift an Hintertuxer Gletscher in Österreich defekt: Hubschrauber kann Ski-Urlauber nicht bergen

Was normalerweise eine schnelle Hubschrauber-Rettung gewesen wäre, entwickelte sich zu einer komplexen Bodenoperation. Starke Winde machten eine Bergung aus der Luft unmöglich, sodass die Einsatzkräfte kreativ werden mussten.

Die Bergrettung Tux rückte gemeinsam mit der Alpinpolizei und Mitarbeitern der Zillertaler Gletscherbahn aus. Auch die Rettungshubschrauber „Alpin 5“ und „Libelle Tirol“ wurden alarmiert, konnten aber wetterbedingt nicht zum Einsatz kommen.

Mehrere Rettungsteams wurden mit Pistenbullys und Skidoos zu den verschiedenen Einsatzorten transportiert. Die Retter mussten die Personen einzeln von den Sesseln abseilen – eine aufwendige und zeitraubende Prozedur in der Kälte und bei Wind.

Skifahrer stecken in Sessellift fest: Keine Verletzten bei Panne in Tirol

Um 18.00 Uhr konnte schließlich die letzte Person vom Lift geborgen werden. Fast zweieinhalb Stunden hatten die Wintersportler in der Kälte ausharren müssen. Das Positive: Alle 17 Personen blieben unverletzt, wie die Tiroler Polizei mitteilte. Dass ein Defekt an einem Sessellift deutlich schlimmere Folgen haben kann, zeigte zuletzt ein Lift-Unglück in Spanien im Januar.

Im Einsatz standen insgesamt 17 Mitglieder der Bergrettung Tux, 20 Bedienstete der Zillertaler Bergbahnen sowie sechs Pistenbullys und zwei Skidoos.

Der Hintertuxer Gletscher, Österreichs einziges Ganzjahres-Skigebiet, ist für seine modernen Liftanlagen bekannt. Technische Defekte sind selten, können aber, wie dieser Fall zeigt, auch bei bester Wartung auftreten. So etwa auch bei Pannen in Tschechien und Österreich im vergangenen Winter. (Verwendete Quellen: LDP Tirol, ORF) (moe)

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