„So günstig kriegen wir ihn nicht mehr“: TSV Zorneding bekommt Kunstrasenplatz

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg
  4. Zorneding

Kommentare

Ein Kunstrasenplatz wird bald auch in Zorneding gebaut. © IMAGO

Der TSV Zorneding platzt aus allen Nähten: Rund 170 Spiele absolvieren die Fußballmannschaften jährlich im örtlichen Stadion. Ein Kunstrasenplatz soll jetzt Abhilfe schaffen. Die Kosten dafür sollen Förderungen herunterschrauben.

Zorneding – Gleich drei Förderanträge des TSV Zorneding sind in der jüngsten Gemeinderatssitzung diskutiert worden. Es ging um einen Kunstrasenplatz, eine Flutlichtanlage und Geräte für die Turnabteilung. Zur Unterstützung ihrer Anträge waren die TSV-Mitglieder in Mannschaftsstärke im Rathaus anwesend, allesamt deutlich erkennbar in ihren roten Trikots.

Kunstrasenplatz soll Trainingsausfälle und Nutzungskonflikte verhindern

Zunächst ging es um einen Kunstrasenplatz für die Fußballabteilung: Derzeit findet deren Trainings- und Spielbetrieb auf zwei Naturrasenplätzen, nämlich im Stadion und auf dem Nebenplatz, statt sowie auf einem Außenplatz, auf dem nur Training, aber kein Spielbetrieb möglich ist. Der Stadionplatz kann mangels Beleuchtung nur tagsüber genutzt werden. Sämtliche Plätze sind extrem ausgelastet: Der TSV nimmt mit elf Jugend- und fünf Erwachsenenmannschaften am Spielbetrieb des Bayerischen Fußball-Verbandes teil. Pro Saison sind das mindestens 170 Spiele sowie mehr als 30 Trainingseinheiten pro Woche, dafür reichen die vorhandenen Kapazitäten nicht aus, sodass es regelmäßig zu Trainingsausfällen und Nutzungskonflikten kommt. Hier könnte ein ganzjährig bespielbarer Kunstrasenplatz Abhilfe schaffen.

„Wir wissen alle, dass wir momentan klamm sind“, fasste Wilhelm Ficker (FWG) die Bedenken des Gemeinderats zusammen. Klar war den Räten aber auch, dass die TSV-Fußballabteilung in den letzten Jahren stark gewachsen und derzeit äußerst erfolgreich ist. Bürgermeister Piet Mayr (CSU) erinnerte daran, dass ein Kunstrasenplatz schon lange Thema sei, bislang aber zu teuer. „So günstig wie jetzt kriegen wir ihn nicht mehr.“

Förderprogramm verringert Kosten deutlich

Denn es winkt eine Förderung durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ sowie ein Förderprogramm des Freistaates Bayern, was die Gesamtkosten von über 800 000 Euro erheblich verringern würde. Abzüglich des TSV-Eigenanteils blieben für die Gemeinde Kosten von rund 250 000 Euro.

„Ich tue mich da hart, wir müssen erstmal unsere Hoheitsaufgaben erfüllen“, fand Robert Strobl (CSU). Seine Fraktionskollegin Renate Pfluger meinte: „Wir sollten uns vom Hallenbad Kirchseeon verabschieden und lieber was für unsere eigenen Sportler tun“, was Protest von Barbara Weiß (Grüne) provozierte: „Wir dürfen nicht eins gegen das andere ausspielen, auch Zornedinger schwimmen gerne!“

Letztlich beschloss der Gemeinderat mit einer Gegenstimme von Strobl, die Errichtung eines Kunstrasenplatzes unter der Voraussetzung einer Förderzusage sowie des TSV-Eigenanteils weiterzuverfolgen. Eine etwaige Deckelung des Zuschusses soll nach einer Förderzusage diskutiert werden.

Flutlichtanlage und Sprungtische für Turner ebenso genehmigt

Ohne weitere Diskussion wurde mit Gegenstimmen von Pfluger und Bianka Poschenrieder (SPD) auch ein Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 33 000 Euro für die Anschaffung einer Flutlichtanlage für den Hauptplatz im Stadion beschlossen. Damit werden die Nutzungsmöglichkeiten für Fußball und Leichtathletik deutlich erweitert.

Zu guter Letzt wurde noch ein Zuschuss von 10 000 Euro für die Anschaffung eines Sprungtisches und Schwebebalkens für die Turnabteilung einstimmig beschlossen.

Die vom Gemeinderat gefassten Beschlüsse wurden von den in der Sitzung anwesenden Sportlern mit lang anhaltendem Applaus quittiert.

Wir sollten uns vom Hallenbad Kirchseeon verabschieden und lieber was für unsere eigenen Sportler tun.