Die Peitinger Firma Schweizer Bustouristik spendet einen Bus nach Albanien. Doch die Überführung wird zur dramatischen Herausforderung für alle.
Peiting – Regelmäßig macht sich Werner Hoyer auf die Reise nach Albanien, wo sich der Leiter der Gebietsverkehrswacht Schongau seit Jahren ehrenamtlich engagiert. In Bucimas, einem Vorort von Pogradec, half der Peitinger bekanntlich mit, eine Jugendverkehrsschule aufzubauen. Dort betreibt die Hilfsorganisation „Nehemiah Gateway Albania“ laut Hoyer auch zwei Busse, um Schulkinder und ihre eigenen Mitarbeiter zu befördern. Doch um den Fuhrpark war es alles andere als gut bestellt. Als der Peitinger im Mai bei seinem Besuch den desolaten Zustand der Gefährte sieht, ist ihm klar: Hier muss dringend gehandelt werden.
„Ich habe dann mitbekommen, dass der Kurt eine Motorradreise in die Gegend geplant hat.“ Kurt, das ist in dem Fall Kurt Schweizer, Chef des Peitinger Busunternehmens Schweizer, und selbst Mitglied der Verkehrswacht. „Ich habe ihn gefragt, ob er dort nicht vorbeifahren und sich das Ganze anschauen könnte“, erzählt Hoyer. Tatsächlich lässt sich Schweizer nicht lange bitten. Als er die Busse begutachtet, kommt er schnell zu einem eindeutigen Urteil. „Die waren eigentlich Schrott. Da waren Löcher im Rahmen. In Deutschland wären die nicht mehr verkehrssicher“, schildert der Unternehmer. Und er fasste spontan den Entschluss, zu helfen.
Schweizer erklärt sich bereit, einen gerade außer Dienst gestellten 13 Jahre alten Bus seiner Firma an die Hilfsorganisation zu übergeben. „Eigentlich wollten wir ihn noch als Ersatz behalten, aber dort erfüllt er seinen Zweck besser“, sagt der Peitinger.
Busfahrer erleidet einen Herzinfarkt
In den folgenden Monaten wird die Übergabe geplant, es gibt viel Bürokratie zu erledigen, Zollformulare müssen ausgefüllt, die Fähre gebucht werden. Dann war es endlich soweit: Zwei Busfahrer aus Albanien reisen nach Deutschland, um das Gefährt zu überführen. Doch am Flughafen kommt es zu einem schlimmen Zwischenfall. Einer der beiden Männer erleidet einen Herzinfarkt. Doch er hat Glück im Unglück und überlebt.
An Busfahren aber ist für ihn erst einmal nicht zu denken. So muss sein Partner die Aufgabe allein bewältigen. Alles läuft gut – bis zur griechisch-albanischen Grenze. Dort wird der Bus aufgehalten, „angeblich hat ein Dokument gefehlt“, schildert Hoyer, der zu dieser Zeit mit einer Gruppe der Verkehrswacht und Werkstattmeister Christian Bob bereits am Ziel eingetroffen ist. Es dauert, bis die Fahrt nach längeren Verhandlungen endlich weitergehen kann.
Als der Bus ankommt, ist die Freude groß. Nicht nur über das Gefährt, sondern auch über die Kleiderspenden, die Hoyer und seine Mitstreiter im Bus mitgeschickt hatten – inklusive eines Trikotsatzes der FA Peiting, der bei den jungen Nachwuchskickern vor Ort für strahlende Gesichter sorgt. Stolz zeigt Hoyer ein Video auf seinem Handy, das den Bus aus dem fernen Peiting im Einsatz in seiner neuen Heimat zeigt. „Es läuft super, alle sind total happy.“ Das freut auch Kurt Schweizer. „Das war es uns einfach wert.“