"Kein Klub aus neuen Bundesländern erwünscht" – Leser über Fan-Liste

Eine Umfrage zu beliebten Bundesliga-Klubs entfacht eine Grundsatzdebatte unter den Lesern. Im Zentrum steht die Frage, ob Tradition und historische Bedeutung höher zu bewerten sind als aktuelle sportliche Leistung. Die Kommentare reichen von nostalgischer Verteidigung klassischer Vereinsnamen bis zu scharfer Kritik an einer Liga, die aus Sicht vieler zu vorhersehbar und zu stark vom Kommerz geprägt ist.

Kritik an Fanpräferenzen 

Der größte Teil der Leserreaktionen kreist um die Frage, welchen Stellenwert Tradition im Profifußball haben soll. Viele Kommentatoren kritisieren, dass in der Umfrage etablierte Vereinsnamen bevorzugt werden, obwohl diese sportlich seit Jahren nicht überzeugen. Der Vorwurf lautet, nostalgische Verklärung verdränge die sportliche Realität. Andere User verteidigen hingegen genau diesen Traditionsbezug als zentralen Bestandteil der Bundesliga. 

"Schalke beliebter als Bayern München. Das beweist, dass der normale, in der Regel eher durchschnittlich intelligente Fußballfan nicht ansatzweise begriffen hat, was die insbesondere internationalen Erfolge des FC Bayern für die Bundesliga bedeuten ..."  Zum Originalkommentar

"Ich will weder Lautern, noch Schalke und ganz besonders 1860 nicht in der Bundesliga ..."  Zum Originalkommentar

"Ich würde an 1. Stelle Eintracht Frankfurt aus der Bundesliga werfen wegen ihrer gewaltbereiten Ultras-Fanszene, die mit ihrem Auftreten unser Land in ganz Europa diskreditiert."  Zum Originalkommentar

"Es fehlen noch einige Traditionsvereine wie Rot-Weiss-Essen, MSV Duisburg, Alemannia Aachen, Preußen Münster." Zum Originalkommentar

"FCB nur auf Platz 9? Das ist überraschend. Gefühlt ist doch inzwischen jeder zweite an Fußball interessierte Fan des FCB. Nach niemand weiß mehr genau wie vielen Meisterschaften, tummeln sich dort doch alle. Persönlich bin ich aber schon für das Leistungsprinzip. Nur die Geldverteilung sollte weniger ungleich sein. Dies führt leider zur aktuellen Situation, dass ein Verein die Liga dominiert und seinen Vorsprung immer mehr ausbaut, was die Liga bzgl. Meisterschaft dann doch sehr langweilig macht." Zum Originalkommentar

Debatte um sportliche Fairness und Leistungsprinzip

Ein erheblicher Teil der Kommentatoren stellt dem Traditionsargument das Leistungsprinzip entgegen. Für sie zählt ausschließlich der sportliche Erfolg, nicht Vereinsgeschichte oder Fanbasis. Andere nehmen die Bundesliga als vorhersehbar und durch wirtschaftliche Ungleichgewichte verzerrt wahr. Wiederkehrende Dominanz einzelner Klubs gilt als Beleg dafür, dass sportliche Spannung verloren gegangen sei. Entsprechend werden strukturelle Reformen gefordert, etwa an Finanzverteilung, Wettbewerbsregeln oder Grundprinzipien der Liga.

"Welcome 2025. Viele leben eben noch in der historischen Vergangenheit
Heute zählt eben Geld und Leistung. Das Idealbild des macholenden Fußballern gibt es nicht mehr. Massensport ist schon lange Business." Zum Originalkommentar

"Zum Glück geht es nach sportlicher Leistung, nicht nach dem Bauchgefühl der "Fans" oder den Sehnsüchten von Romantikern. Jedenfalls überwiegend; der eine oder andere Nichtabstieg hatte auch mit Glück zu tun." Zum Originalkommentar

"50+1 abschaffen, eine Franchise Liga nach Vorbild der USA schaffen und der „Traum“ wird wahr."  Zum Originalkommentar

Kritik an Umfrage und Methodik

Mehrere Kommentatoren richten ihre Kritik gezielt auf die Umfrage selbst. Sie stellen deren Aussagekraft infrage. Online-Abstimmungen bilden in der Regel nur die Meinungen eines aktiven, oft stark polarisierten Teils der Fans ab. Sie erlauben Stimmungsbilder, aber keine belastbaren Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Fußballanhänger. Entsprechend gering wird ihr Mehrwert für die tatsächliche Gestaltung der Bundesliga eingeschätzt. 

"Eine Umfrage von denen, die sich aktiv beteiligt haben. Aber eben nicht repräsentativ. Insofern kann man das gleich wieder unter unnützem Wissen verbuchen ..."  Zum Originalkommentar

"Ein Umfragetool, welches ständig die Meinung des Volkes abruft? Das ist ja toll. Geht das auch in anderen Bereichen?"  Zum Originalkommentar

Kritik an Ausgrenzung ostdeutscher Klubs

Ein eigener Schwerpunkt der Debatte betrifft die geringe Sichtbarkeit ostdeutscher Vereine. Kommentatoren werten das Fehlen entsprechender Klubs in der Umfrage als Symbol für strukturelle Benachteiligung und mangelnde Anerkennung ostdeutscher Fußballgeschichte. 

"Kein Klub aus den neuen Bundesländern erwünscht. Dabei hat RB doch mit besonders vielen und gut integrierten ausländischen Profis gute Erfolge."  Zum Originalkommentar

"Kein einziger Ostverein dabei? Das sagt doch alles. Von der Fanbase her gehören Dresden, Magdeburg und Rostock in die Bundesliga."  Zum Originalkommentar

Sonstiges

Ein Teil der Kommentatoren begegnet der Debatte mit Ironie und Spott. Andere lassen sich keiner eindeutigen Richtung zuweisen. In ihnen finden sich nostalgische Rückblicke, Aufzählungen ehemaliger Klubs und generelle Statements zur Entwicklung des Fußballs. Oft werden mehrere Themen wie Management, Geldfluss und Vereinsidentität gleichzeitig angesprochen.

"Egal, wer da spielt, die Spannung ist seit mindestens 15 Jahren weg. Mein Verein spielt in der 3. Liga und da ist Spannung pur, einfach nur geil."  Zum Originalkommentar

"Weder Schalke, noch Düsseldorf oder St. Pauli haben in einer Liga etwas zu suchen, in der es um Fußball geht."  Zum Originalkommentar

"Das waren noch Zeiten. TSV 1860 München, 1. FC Kaiserslautern, Karlsruher SC, Rot-Weiß Essen, Alemannia Aachen, Dynamo Dresden, Arminia Bielefeld, Hannover 96, Hertha BSC Berlin, Schalke 04 usw. usw. Zu jener Zeit war der Fußball noch seriös. Jetzt regiert das Geld und wer das meiste Geld hat, wird Deutscher Meister."  Zum Originalkommentar

"Da fehlen doch KFC Ürdingen, Waldhof Mannheim, Unterhaching, Hessen Kassel, Darmstadt und natürlich die Störche aus Kiel."  Zum Originalkommentar

Diskutieren Sie mit: Welche Kriterien sind für Sie entscheidend – Tradition, Leistung oder ein Mix aus beidem?

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
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