Einige Erdinger zieht es zu Weihnachten in die Ferne. Von Kuba bis Rumänien verbringen sie die Festtage fernab der Heimat.
Erding - Ein feines Essen mit der Familie, gemeinsame Bescherung daheim und an den Folgetagen die Verwandtschaft in der Nähe besuchen: Für viele Familien gehört das zum jährlichen Weihnachtsritual. Doch gibt es auch Menschen, die die Festtage ganz woanders verbringen.
Erdings 3. Bürgermeister Harry Seeholzer flüchtet aus der Kälte ins Warme: „Wir wollen einfach dem Weihnachtstrubel entkommen und Weihnachten unter Palmen verbringen.“ Seeholzer hat zuvor für gewöhnlich die Feiertage auch daheim verbracht. Doch dieses Jahr ging es mit seiner Frau bereits am 17. Dezember nach Madrid und anschließend weiter nach Kuba.
Dort verbringt er Weihnachten und Silvester. „Wo genau wir sind, ist aber noch nicht klar“, sagt er. Danach fliegen sie an die Pazifikküste und nach Mexiko. Fünf Wochen sind sie unterwegs. Ganz ausfallen musste die familiäre Tradition deshalb aber nicht: Das Weihnachtsfest mit der Familie gab es bereits am Nikolaustag. „Da habe ich mich für die Enkelkinder als Nikolaus verkleidet“, erzählt der 66-Jährige.
Dr. Nina Steinke vom Erdinger Gesundheitsamt fliegt mit ihrer Familie dieses Jahr ebenfalls nach Mexiko. Ihr Mann ist gebürtiger Mexikaner, und die Familie verbringt das Fest bei den Verwandten. „Der größte Unterschied zu Weihnachten daheim ist, dass die Kinder dort ihre Geschenke erst am 25. in der Früh auspacken“, sagt sie.
Die Familie war schon zwei Mal über Weihnachten in Mexiko, doch waren die beiden Kinder noch so klein, dass sie sich nicht mehr daran erinnern könnten. Dieses Jahr werden der Neun- und der Sechsjährige von den Verwandten vor Ort reichlich beschenkt. „Zu Hause hat dann das Christkind noch ein paar Geschenke vorbeigebracht“, erzählt die zweifache Mama. Die Kinder haben also heuer gleich zweimal Bescherung.
Maximilian Ramm aus Hörlkofen verbringt die Festtage in Kitzbühel in Österreich. Seine Familie fährt viel Ski und wollte deshalb dieses Jahr direkt im Skigebiet feiern. Über den 23. und 24. Dezember verbringen sie ihre Tage in einem Hotel und auf der Piste. Generell sei es das erste Mal, dass sie über Weihnachten nicht zu Hause sind. „Wir wollten einfach mal etwas Neues ausprobieren“, erzählt der 17-jährige Azubi.
Da die vierköpfige Familie ihre Verwandten in Chile hat, also auch sonst unter sich ist, unterscheidet sich das diesjährige Weihnachten sich nicht wirklich vom Normalfall: „Wir werden am Abend Pizza essen wie immer und dann ,Weihnachten bei Hoppenstedts‘ schauen.“ Am meisten freut sich Ramm auf das Skifahren und den Schnee, den sie in Kitzbühel und anschließend im Trainingslager in Schladming in der Steiermark wohl haben werden.
Nina Wagner fährt für das Weihnachtsfest mit ihrer Familie von Eichenried nach Rumänien. Dort besuchen sie in Transsylvanien in einer Kleinstadt die Verwandten. Dafür ist die 16-jährige Schülerin am 19. Dezember losgefahren und hat mit ihrem Bruder und ihrer Mutter in Ungarn eine Pause gemacht, um pünktlich zum Weihnachtsfest da zu sein.
„Unser Weihnachten sieht eigentlich immer gleich aus“, sagt sie. So sei es in Rumänien Tradition, dass Freunde und Familie zu Besuch kommen und Weihnachtslieder singen. „Nachdem wir etwas Kleines gegessen haben, gehen wir zu meiner Oma und essen dort zu Abend und packen Geschenke aus“, erzählt Wagner. Für sie ist das Schönste an Weihnachten, dass sie in einer sehr kurzen Zeit sehr viele Freunde und Verwandte trifft.
Und bei ihr stehen die Chancen auf weiße Weihnachten noch besser als im Erdinger Land: „Wenn ihr hier in Deutschland keinen Schnee habt, haben wir meistens schon welchen.“