Riss in der Trump-Partei: Immer mehr Republikaner wenden sich von Israel ab

Die Unterstützung der Republikaner für Israel nimmt ab. Beim „AmericaFest“ der von Charlie Kirk gegründeten Organisation Turning Point USA wurde die Spaltung innerhalb der Partei deutlich. Prominente rechte Stimmen kritisierten die bisherige Politik laut „Newsweek“ scharf.

Betonung von „America First“ 

Tucker Carlson, ehemaliger Moderator des Nachrichtensenders Fox News, stellte die finanzielle Hilfe für Israel infrage: „Ist es ‚America First‘, Geld von einer ausländischen Lobby anzunehmen, um Steuergelder an dieses Land zu schicken? Die Antwort ist offensichtlich: Nein.“ 

Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump, griff den konservativen Kommentator Ben Shapiro an und warf ihm vor, „Israel First“ zu sein. Shapiro hatte zuvor in einer viel beachteten Rede Mitglieder der rechten Bewegung kritisiert, die sich gegen die Unterstützung Israels aussprechen. 

Megyn Kelly, ehemalige Fox-News-Moderatorin, sprach von einem „Riss“ innerhalb der Republikanischen Partei: „Früher war die Unterstützung für Israel in der GOP einheitlich. Heute sehen wir eine deutliche Veränderung, insbesondere bei jüngeren Republikanern.“

Steve Bannon
Steve Bannon, ehemaliger Trump-Berater Jose Luis Magana/AP/dpa

Umfragen zeigen wachsende Skepsis bei jungen Republikanern

Eine Umfrage von YouGov zeigt, dass jüngere Republikaner zunehmend skeptisch gegenüber der US-Unterstützung für Israel sind. Nur 23 Prozent der Republikaner im Alter von 18 bis 44 Jahren befürworten eine verstärkte Unterstützung für Israel. Bei älteren Republikanern ab 45 Jahren liegt dieser Wert bei 31 Prozent. 

Zudem wird Israels Premierminister Benjamin Netanjahu von jüngeren Republikanern nur knapp positiv bewertet: 31 Prozent sehen ihn positiv, 29 Prozent negativ. Bei älteren Republikanern genießt er mit 59 Prozent Zustimmung deutlich mehr Rückhalt.

Eine weitere Umfrage aus dem September 2025 bestätigt laut „Newsweek“ diese Entwicklung. Demnach glauben 19 Prozent der Republikaner, dass Israel in Gaza „zu weit gegangen“ sei – ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Jahren. Dennoch bleibt die Mehrheit der Republikaner weiterhin eher pro-israelisch eingestellt.

Warum die Unterstützung schwindet

Laut „The Hill“ könnten mehrere Faktoren die schwindende Unterstützung erklären. Zum einen beeinflusst der Gaza-Krieg die öffentliche Meinung. Zum anderen seien gerade jüngere Konservative stärker auf den „America First“-Ansatz fokussiert und kritisieren die hohen finanziellen Hilfen für andere Länder.

Demokraten ebenfalls gespalten

Die Debatte über die Unterstützung Israels ist auch unter Demokraten ein kontroverses Thema. Während progressive Politiker wie Senator Bernie Sanders und Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez Israel scharf kritisieren, versuchen gemäßigte Demokraten wie Kamala Harris eine Balance zwischen Unterstützung und Kritik zu finden.