Eine Umfrage soll ermitteln, ob die Moosburger den Christkindlmarkt lieber am Zehentstadel haben oder ob er zum „Plan“ umziehen soll. Doch nun keimen Zweifel auf.
Moosburg – Soll Moosburgs Christkindlmarkt vom Zehentstadel wieder zurück auf den „Plan“ ziehen, wo er bis 2001 zu finden war? Angestoßen durch einen Antrag der Freien Wähler läuft seit einem Monat eine Debatte hierzu – und inzwischen auch eine Umfrage der Stadt. Doch genau für diese Erhebung gab es jetzt Kritik im Stadtrat.
Hintergrund: Ende November hatten die FW beantragt, die Veranstaltung ab 2026 auf dem frisch umgestalteten „Plan“ auszurichten. Der Christkindlmarkt sei „am Plan über viele Jahre hinweg ein prägender Bestandteil des vorweihnachtlichen Stadtbilds“ gewesen. Die derzeitige Aufteilung am Zehentstadel hingegen mit ihrer Trennung zwischen Innen- und Außenbereich sowie Handwerks- und Gastroständen weiche von dieser traditionellen Form ab „und wird von vielen Besucherinnen und Besuchern als weniger stimmig wahrgenommen“. Eine Rückkehr auf den „Plan“ stärke das historische Zentrum und vertiefe die Bindung der Bürgerschaft an „ihren“ Christkindlmarkt, so die Argumentation der FW.
Bürgermeister Josef Dollinger zeigte sich zunächst hin- und hergerissen, da er in beiden Örtlichkeiten Vorteile sehe, wie er dem Freisinger Tagblatt sagte. Bauhofleiter Martin Holzner erklärte, dass die Voraussetzung für den Umzug der Bau von bis zu 15 neuen Buden sei, da man am zugigen „Plan“ die offenen Verkaufsstände des Zehentstadels nicht mehr nutzen könne. Geschätzte Baukosten: 95.000 Euro. Um ein Stimmungsbild für die weitere Beratung im Stadtrat zu erhalten, ließ man auf der Stadthomepage eine Online-Umfrage (Link siehe Textende) starten, in der Bürger neben dem bevorzugten Standort noch rund 20 weitere Punkte zum Christkindlmarkt beantworten können. Und die bisherige Resonanz ist enorm: Bis Montag hatten bereits rund 500 Personen abgestimmt.
Aus Sicht von Manfred Tristl ist das Ergebnis dann allerdings wertlos, wie der CSU-Mann jüngst im Stadtrat monierte: „In die Umfrage gehört doch auch die Summe rein, die der Umzug zum ,Plan‘ kosten würde.“ Ihn hätten schon einige Bürger angesprochen, dass sie anders entschieden hätten, wenn ihnen die Summe bekannt gewesen wäre. Michael Stanglmaier (Grüne) sah das ähnlich: „Ich muss dem Kollegen recht geben. Super, dass es die Umfrage gibt – aber die Kosten sind eines der entscheidenden Kriterien.“
Dollinger erinnerte daran, dass zu den Baukosten noch ein Rattenschwanz komme: „Wo lagern wir die neuen Buden denn, damit sie nicht verwittern?“ Es brauche wohl auch eine Halle. Zunächst verteidigte er die Umfrage, weil es darum gehe, „mal ein Meinungsbild zu haben, wo‘s die Bürger idealer sehen“. Auch Benedict Arya Gruber (Fresh), der die Umfrage technisch umgesetzt hatte, betonte: „Das ist jetzt kein Bürgerbegehren, das die Frage entscheidet. Wir werden das Stimmungsbild und auch die Kosten in die Beratung miteinfließen lassen.“ Jörg Kästl (ÖDP) fand ebenfalls ein „ungefiltertes Meinungsbild“ wichtig, um zu entscheiden. In Dollinger keimten nun aber Bedenken auf: „Das schafft doch Frust bei den Leuten, wenn 90 Prozent für den Umzug sind und wir dann anders entscheiden.“ Auch Stanglmaier warnte: „Damit stoßen wir den Bürgern vor den Kopf, das kann man nicht machen.“ Antragsteller Reinhard Lauterbach (FW) kam nun selbst ins Grübeln: „Manfred (Tristl; Anm. d. Red.) hat schon recht, dass das Resultat dem, was wir herausfinden wollten, nicht gerecht wird.“
Für ein Einstampfen der Umfrage fand sich in der Debatte allerdings auch kein Konsens. Und so läuft sie vorerst weiter.
Gut zu wissen
Zu finden ist die Umfrage über den Moosburger Christkindlmarkt noch bis zum Dreikönigstag auf der Homepage der Stadt Moosburg.