„Wir müssen Schüler endlich begeistern“: Ideengeber sieht Mintopolis als große Chance

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„Mehr als erwartet“: Ex-Schulleiter Rainer Dlugosch ist begeistert, wie seine Idee eines Schülerforschungszentrums nun als Mintopolis in die Tat umgesetzt wurde. © THOMAS PLETTENBERG

Unter dem Namen Mintopolis hat das Schülerforschungszentrum in Miesbach nun seine Arbeit aufgenommen. Sehr zur Freude von Rainer Dlugosch, der die Idee als Leiter des Gymnasiums vor zehn Jahren auf den Weg gebracht hat.

Gut ein Jahrzehnt hat es gebraucht, um die Idee eines Schülerforschungszentrums im Alten Krankenhaus in Miesbach Realität werden zu lassen. Durch seinen Ruhestand im Jahr 2021 war Rainer Dlugosch in die Weiterentwicklung des Projekts nicht mehr involviert, doch bei der Eröffnung der Laborräume durfte er nicht fehlen. Wie er die neue Forschungseinrichtung für die Schüler aller weiterführenden Schulen im Landkreis bewertet, verrät der ehemalige Leiter des Miesbacher Gymnasiums im Interview.

Herr Dlugosch, auf den letzten Metern, also in der Umsetzungsphase, waren Sie nicht mehr involviert. Sind Sie dennoch mit dem Ergebnis zufrieden?

Voll und ganz. Es ist toll, was hier auf die Beine gestellt wurde. Es ist sogar noch mehr, als ich es mir vorgestellt habe.

Inwiefern?

Mir gefällt die breite Ausrichtung. Das Fab-Lab ist dafür da, die erste Motivation für die Mint-Fächer zu schaffen. Das Forschungszentrum geht anschließend in die Tiefe. Und das mit einer wirklichen tollen Ausstattung. Was mir auch immer am Herzen lag, ist die offene Ausrichtung für alle Schultypen. Ich habe bei der Eröffnungsveranstaltung ein super Miteinander erlebt. Und eine große Vielfalt.

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Sie haben jahrelang gekämpft, Mitstreiter für diese Idee zu finden. Warum waren Sie all die Jahre so überzeugt von diesem Projekt?

Wenn wir die naturwissenschaftlichen Fächer fördern wollen, müssen wir Begeisterung wecken. Mit dem herkömmlichen Unterricht gehen uns viele Schüler durch die Lappen. Und warum? Weil der Unterricht zu abstrakt ist. Mit Mintopolis kann man erleben und sich begeistern lassen. Jetzt ergeben Formeln und Rechnungen einen Sinn, weil man sie in Projekten konkret anwenden kann und einen konkreten Nutzen daraus zieht.

Was war die zentrale Schwierigkeit, das Schülerforschungszentrum aufs Gleis zu setzen?

Letztlich war es das Geld. Einer musste den ersten Schritt machen. Letztlich war es dann Thomas Strüngmann (Anm. d. Red.: Mitbegründer der Firma Hexal in Holzkirchen), der mit seiner großzügigen Spende als Anschubfinanzierung 2022 der Gamechanger war. Jetzt hat man im zentral gelegenen Miesbach alle Möglichkeiten.

Ein Projekt mit Vorbildcharakter?

Auf jeden Fall. Wir waren bislang an den Schulen nicht in der Lage zu begeistern. Wenn uns das nun mit Mintopolis gelingt, kann es auch anderen Regionen Mut machen, in diese Richtung zu gehen und dabei Realschulen wie Mittelschulen zu integrieren. Man kann so schrittweise qualifizieren. Ich gewinne Schüler nur, wenn ich sie abhole und begeistere. Und am besten begeistert man, indem man etwas begreiflich macht. Die Voraussetzungen sind in Miesbach personell und technisch absolut vorhanden. Alle meine Erwartungen, die ich zu dieser Idee hatte, sind erfüllt worden.