Weilheim siegt, Altay jubelt: Das besondere Saisonfinale in der Gruppenliga Süd

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Nichts für schwache Nerven waren die Duelle zwischen Attila Güven (in Rot) vom TSV Weilheim und Alexander Kehler. Im Freistil (Foto) gelang Güven ein Schultersieg. © Paul Hopp

Lautstarke Fans, einsatzfreudige Athleten: Das Duell zwischen dem TSV Weilheim und dem RV Altay hatte es in sich. Am Ende reichte dem TSV auch ein Sieg nicht zum Titel.

Der Kampfrichter klatschte mit der flachen Hand auf die Matte, pfiff ab – und danach war alles nur noch Jubel und vor allem Lärm. Die Fans des TSV Weilheim befanden sich in voller Ekstase, nachdem Batuhan Eryilmaz (75 Kilo/Griechisch-Römisch) seinen Kontrahenten Kürsad Can Gültekin auf die Schultern gebracht hatte. Der Lokalmatador hatte nicht nur einen schon fast verloren geglaubten Kampf zu seinen Gunsten gedreht, sondern mit vier Punkten das Team zum Sieg über den RV Altay katapultiert.

Ringen, 2025, TSV Weilheim vs RV Altay 28:27, 13.12.2025, Gruppenliga Süd. Weilheims Andreas Hammer (re.) und Engin Cetin (RV Altay/bis 61 Kilo).
Sportlich fair: Weilheims Andreas Hammer (re.) gratuliert Altays Engin Cetin zur Meisterschaft. © Paul Hopp

Ein furioses Finale eines Abends, der „Werbung fürs Ringen“ darstellte, wie Andreas Hammer, der sportliche Leiter des TSV Weilheim, hinterher sagte. Sosehr die Hausherren sich auch freuten, in eigener Halle den Tabellenführer aus Niederbayern bezwungen zu haben – der Meisterjubel in der Gruppenliga Süd blieb den Gästen vorbehalten. Das 28:27 am Samstagabend war für die Weilheimer letztlich zu wenig, um den RV Altay in der Tabelle noch zu überholen. Zwar zog der TSV nach Punkten gleich (19:5), aber den Hinkampf hatte der Gegner mit 28:26 gewonnen; der direkte Vergleich sprach also für die Niederbayern.

Kampfstatistik

57 Kilo/Griechisch-Römisch: Singh – Unsal 0:4 (Schulter); 130/GR: Z. Khazkeil – Arslanoglu 4:0 (Schulter); 61/Freistil: Ukaj – Cetin 0:4 (Schulter); 98/FS: Chiriac 4:0 (kampflos); 66/GR: Güven – Keher 0:3 (1:13); 86/GR: G. Khazkeil – Ceker 0:4 (technische Überlegenheit); 75/FS: Eryilmaz – Yalcin 4:0 (Schulter).

57/FS: Singh – Unsal 0:4 (Schulter); 130/FS: Z. Khazkeil – Arslanoglu 4:0 (Schulter); 61/GR: Ukaj – Cetin 0:4 (Schulter); 98/GR: Chiriac 4:0 (kampflos); 66/FS: Güven – Keher 4:0 (Schulter); 86/FS: G. Kahzkeil – Ceker 0:4 (technische Überlegenheit); 75/GR: Eryilmaz – Gültekin 4:0 (Schulter).

Endergebnis: TSV Weilheim vs. RV Altay 28:27. Kampfrichter: Safwan Lazkani. Zuschauer: 130.

Vizemeister zum Comeback

Mit dem Meistertitel und dem damit verbundenen Gruppenoberliga-Aufstieg ist es also nichts geworden, dennoch war Hammer zufrieden. „Unser Ziel war, unter die ersten drei zu kommen.“ Das hatten die Weilheimer als Vizemeister geschafft. Und das in einer Premierensaison: Nach mehr als 20 Jahren hatte der TSV wieder ein Team für die Liga-Wettkämpfe gemeldet.

Die Punktrunde sei „sensationell gelaufen“, sagte Hammer. Mit etwas mehr Glück wäre der Titel drin gewesen. Allerdings hätte man sich dann eben auch nicht ein 28:28 im Rückkampf gegen den AC Penzberg II erlauben dürfen. Da seien einige Kämpfer „zu überheblich“ gewesen, so Hammer. Insgesamt, so der sportliche Leiter, sei Altay über die Saison gesehen schon stärker gewesen. Via Hallenmikrofon sagte er in Richtung der Gäste: „Der TSV Weilheim gratuliert euch herzlich zur Meisterschaft. Feiert, lasst es krachen heute.“

Zum finalen Kampf hatte der RV Altay, vornehmlich aus türkischen und türkisch-stämmigen Athleten bestehend, eine bärenstark besetzte Truppe aufgeboten. Engin Cetin, Mehmet Ceker und Baris Unsal können auf internationale Erfolge verweisen und gehören zum Kader der türkischen Nationalmannschaft. Cetin gewann 2016 Bronze bei der U17-WM und war als Bundesligaringer unter anderem 2023 deutscher Vize-Meister mit dem ASV Schorndorf. Das Trio bescherte dem RV Altay insgesamt 24 Punkte.

Ringen, 2025, TSV Weilheim vs RV Altay 28:27, 13.12.2025, Gruppenliga Süd. Batuhan Eryilmaz (rot/Weilheim) vs Basbug Halit Yalcin
Ringen, 2025, TSV Weilheim vs RV Altay 28:27, 13.12.2025, Gruppenliga Süd. Batuhan Eryilmaz (rot/Weilheim) vs Basbug Halit Yalcin © Paul Hopp

Und dennoch gewannen am Ende die Weilheimer. Seine Schützlinge seien „über sich hinausgewachsen“, lobte Hammer. Zugleich hätten sie in manchem Duellen „das Glück des Tüchtigen“ gehabt. Eryilmaz (75 Kilo) zeigte zwei starke Auftritte. Im Freistil legte er, in Führung liegend, Basburg Halit Yalcin nach knapp zwei Minuten auf die Schultern. Im griechisch-römischen Stil – zugleich der finale Kampf – lag er gegen Gültekin nach 50 Sekunden schon 0:14 zurück. Eine Niederlage durch technische Überlegenheit des Gegners drohte. Doch Eryilmaz gelang ein Konter, plötzlich stand es nur mehr 8:16. Und acht Sekunden vor der Pause gelang der Schultersieg.

Graeco-Kampf über die volle Distanz

Für ordentlich Jubel auf TSV-Seite sorgte im Schwergewicht Zaya Khazkeil, der in beiden Stilarten Cemal Arslanoglu nach gut anzusehenden Duellen auf die Schultern zwang. Im Freistil währte der Kampf viereinhalb Minuten.

Ringen, 2025, TSV Weilheim vs RV Altay 28:27, 13.12.2025, Gruppenliga Süd. Glgamesh Khazkeil (rot/Weilheim) vs Cemal Ahmet Arslanoglu
Ringen, 2025, TSV Weilheim vs RV Altay 28:27, 13.12.2025, Gruppenliga Süd. Glgamesh Khazkeil (rot/Weilheim) vs Cemal Ahmet Arslanoglu © Paul Hopp

Nichts für schwache Nerven waren die Duelle zwischen Weilheims Attila Güven (66 Kilo) und Alexander Keher. Der Graeco-Kampf ging über die volle Distanz von sechs Minuten, nach Punkten gewann der RV-Athlet. Die Weilheimer wähnten in einer Szene Keher schon auf den Schultern. Der Kampfrichter sah dabei jedoch eine verbotene Technik und verweigerte dem Weilheimer die Wertung. Im Freistil-Duell lag Güven zur Pause mit 0:9 hinten. In Runde zwei kämpfte er sich heran und legte nach gut vier Minuten Keher auf die Schultern.