An einer Eliteuniversität in Rhode Island tötet ein Bewaffneter zwei Menschen. Neun weitere werden an der Brown University schwer verletzt. Jetzt meldet sich Trump.
Rhode Island/Providence – Nachdem ein Bewaffneter am Samstagnachmittag (Ortszeit) an einer Universität in Providence zwei Studenten getötet und mindestens neun weitere angeschossen und schwer verletzt hat, meldete sich US-Präsident Donald Trump zu Wort. „Ich wurde über die Schießerei an der Brown University in Rhode Island informiert. Das FBI ist vor Ort. Der Verdächtige befindet sich in Gewahrsam. Gott segne die Opfer und die Familien der Opfer!“, schrieb Trump auf Truth Social.
Seine Aussage musste Trump nur wenige Augenblicke später zurücknehmen, nachdem die Universitätspolizei ihren früheren Bericht revidierte. „Die Polizei der Brown University hat ihre vorherige Aussage revidiert – der Verdächtige befindet sich NICHT in Gewahrsam“, korrigierte Trump. Mehr als 400 Polizisten inklusive der FBI-Kräfte seien im Einsatz, sagte hierzu Bürgermeister Brett Smiley auf einer Pressekonferenz. Die Studenten auf dem Campus und Anwohner rund um die Universität wurden aufgefordert, sich nicht ins Freie zu begeben.
Mobilisierung nach Amok in Rhode Island an Elite-Universität angeordnet
Die Polizei veröffentlichte am späten Samstagabend ein Video, das den schwarz gekleideten Verdächtigen zeigt, ohne dass sein Gesicht zu erkennen war. Der mutmaßliche Schütze verließ das Universitätsgelände demnach zu Fuß; sein Motiv ist weiterhin ungeklärt. Die Verletzten befänden sich in kritischem, aber stabilem Zustand, sagte der Bürgermeister. Eine weitere Person sei leicht verletzt, aber nicht angeschossen worden. Der Täter war auch mehrere Stunden nach der Tat noch immer nicht gefasst. Gouverneur Daniel McKee erklärte, dass er eine „vollständige Mobilisierung des Staates“ angeordnet habe.
Die Brown University gehört zur sogenannten „Ivy League“, den Elite-Universitäten im Nordosten der USA. Der Schütze schoss nach Angaben der Polizei in einem Gebäude auf dem Campus um sich, in dem Ingenieurwesen und Physik unterrichtet werden. Dort gebe es Unterrichtsräume und Labors, hieß es. Nach Angaben der Hochschulleitung handelt es sich bei allen Opfern um Studenten. Die Tat ereignete sich demnach, während Abschlussprüfungen liefen.
Die südlich von Boston gelegene Stadt Providence hat rund 200.000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist die Hauptstadt des kleinen Bundesstaats Rhode Island.
Waffengesetz wegen Waffengewalt in den USA in der Diskussion
In den USA kommt es immer wieder zu Fällen von Waffengewalt, etwa an Schulen, in Supermärkten, Nachtclubs oder bei großen Veranstaltungen. 2025 standen insbesondere die Ermordung der demokratischen Abgeordneten Melissa Hortman aus Minnesota und ihres Ehemanns in ihrem Haus, die Gewalttat in einer katholischen Kirche in Minneapolis, bei der zwei Kinder ums Leben kamen, die Ermordung des rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk in Utah und die Schüsse in einer Mormonenkirche in Michigan im Fokus.
Schusswaffen sind in den USA leicht erhältlich, teils auch halbautomatische Waffen. Trotz großem Entsetzen nach besonders schweren Vorfällen mit vielen Toten scheitern Bemühungen, die Waffengesetze zu verschärfen, seit Jahren. (Quellen: dpa, AFP, Neewsweek) (ktho)