Italien-Wahrzeichen fällt perfider Betrugsmasche zum Opfer: Gauner erbeuten Millionen

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Mittels einer E-Mail-Falle bringen Betrüger die Domverwaltung in Florenz um mehr als 1,8 Millionen Euro. Es war jedoch nur der Anfang eines Mega-Betrugs.

Florenz – Es passiert nicht nur ahnungslosen Bürgern im kleineren Rahmen. Auch altgediente Institutionen sind vor Betrugsmaschen nicht gefeit. Ein falscher Klick, eine gefälschte E-Mail – und schon waren 1,8 Millionen Euro weg. Die Opera di Santa Maria del Fiore in Florenz, die Stiftung hinter dem berühmten Dom in der toskanischen Stadt, fiel einer Bande von Kriminellen zum Opfer.

Piazza del Duomo, Kathedrale Santa Maria del Fiore, Florenz, Toskana, Italien
Die Verwalter der Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz erlebten 2024 ihr blaues Wunder. Eine Rechnung in Millionenhöhe ging auf das falsche Konto. © Stephan Schulz/IMAGO/imageBROKER/

Im August 2024 wollte die gemeinnützige Organisation, die seit 1296 das Herzstück von Florenz verwaltet, Rechnungen für Restaurierungsarbeiten am Complesso Eugeniano begleichen. So wurden pflichtbewusst zwei Überweisungen an die beauftragten Handwerker aus der Region Venetien getätigt – dachte man zumindest. Tatsächlich landete das Geld auf Konten einer kriminellen Organisation.

Millionen-Coup am Dom: Betrüger plündern Florenz-Wahrzeichen

Die Betrüger hatten sich mit der sogenannten „Business E-Mail Compromise“-Technik, auch bekannt als „Man in the middle“-Masche, in die Kommunikation zwischen der Stiftung und ihren Geschäftspartnern eingeschleust. Das berichtet der Corriere della Sera. Sie fingen E-Mails ab, manipulierten Kontodaten und leiteten die Zahlungen um – ohne dass die Florentiner etwas merkten .

Erst als der echte Auftragnehmer nachfragte, wo sein Geld bliebe, flog der Schwindel auf. Die IBAN entsprach einem Girokonto, das in einer Bankfiliale in Sarezzo in der Provinz Brescia von einer Art Strohmann eröffnet worden war. Dieser hatte laut dem Corriere Fiorentino 50.000 Euro dafür erhalten, sich für die illegalen Geschäfte zur Verfügung zu stellen. „Ich wusste nicht, dass das Geld aus illegalen Quellen stammte, aber ich hatte nur einen Verdacht“, wird der Mittelsmann von der Nachrichtenagentur Ansa zitiert.

Doch der Betrug an der Dom-Stiftung war nur der Startschuss für eine weit größere Enthüllung. Die Fahnder stießen auf ein weit verzweigtes kriminelles Netzwerk. Die Bande bewegte in nur sechs Monaten 30 Millionen Euro durch ein internationales Geflecht von Scheinfirmen und Auslandskonten in China, Luxemburg, Polen, Spanien und sogar Deutschland. Neun Personen sind demnach festgenommen worden., ein Verdächtiger ist laut Corriere jedoch unauffindbar. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem Steuerbetrug, Geldwäsche und das Ausstellen von Scheinrechnungen.

Staatsanwalt spricht von „echtem Schaden“ - Erst wenige hunderttausend Euro sichergestellt

„Ein echter Schaden für die nationale Wirtschaft, ein paralleles Kreditsystem zum legalen”, sagte der leitende Staatsanwalt von Brescia, Francesco Prete, laut Corriere. 300.000 Euro mutmaßlich illegal erwirtschafteter Gelder seien Medienberichten zufolge von den Ermittlern sichergestellt worden. Die Stiftung, die mit ihrer Anzeige den Stein ins Rollen brachte, hat sich inzwischen der Zivilklage angeschlossen.

Auch Italien-Urlauber müssen sich vor organisierten Betrüger-Banden hüten. Im Fokus stand dabei erst eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Italiens. (Quelle: Corriere della Sera, Ansa) (jm)

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