"Uns bleibt nichts mehr“: Familie strandet nach Caravan-Pleite in Australien

Alexis und Cade Thornton aus Neuseeland waren bereit für den Urlaub ihres Lebens: eine Reise durch Australien in einem Luxus-Caravan mit ihren beiden Kindern (sieben und neun Jahre alt). Sie hatten 168.000 australische Dollar (95.000 Euro) als Anzahlung in den Caravan investiert, sollten ihn am 3. Februar abholen und die restlichen 42.000 australische Dollar (23.000 Euro) zahlen.  

Doch der Reisetraum ist geplatzt: Der australische Wohnmobilhersteller Zone RV hat Insolvenz angemeldet. Hunderte Kunden stehen vor finanziellen Verlusten und einer ungewissen Zukunft, da Anzahlungen und Lieferungen gefährdet sind. Dazu gehört auch Familie Thornton, wie der Fernsehsender ABC berichtet.

Auswanderer-Familie strandet nach Caravan-Pleite in Australien: "Wir haben kein Haus, zu dem wir zurückkehren können" 

Die Thorntons können es kaum fassen. "Du steckst all deine Ersparnisse, all dein hart verdientes Geld hinein. Du versuchst nur, es zu verarbeiten. Es ist ziemlich schwer, uns bleibt nichts mehr", so Cade Thornton. Der finanzielle Verlust sei das eine, die Enttäuschung das andere. Die Kinder seien am Boden zerstört. "Es ist eine einmalige Gelegenheit. Wenn wir sie verschieben müssen, werden die Kinder älter und wollen vielleicht nicht mehr mit. Wir haben also nur ein kleines Zeitfenster dafür." 

Wie es nun weitergeht, ist unklar. "Wir hatten diesen perfekten Plan. Wir haben Mieter für unser Haus gefunden, wir haben Flüge nach Australien gebucht." Throntons stellen jedoch klar: "Nach Hause zu kommen, ist für uns eigentlich keine Option. Wir haben kein Haus, zu dem wir zurückkehren können." 

Anzahlung geleistet – das passiert, wenn ein Unternehmen pleite geht 

Wie Familie Thornton kann es jedem ergehen. Dass ein Unternehmen pleite geht, ist auch in Deutschland keine Ausnahme mehr: Die konjunkturelle Dauerkrise hat die Zahl der Firmenpleiten hierzulande auf den höchsten Stand seit 2014 getrieben. 23.900 Unternehmen werden nach Hochrechnungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform bis zum Ende des laufenden Jahres Insolvenz angemeldet haben. Das wären über acht Prozent mehr als im Vorjahr. 

Wenn man bei einem Unternehmen, das insolvent geht, etwas bestellt und anbezahlt hat, wird das Geld Teil der Insolvenzmasse, und man muss seine Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden, um eine Insolvenzquote zu erhalten. Diese beträgt oft nur ein Bruchteil der ursprünglichen Summe ist.

Der Insolvenzverwalter entscheidet, ob der Vertrag erfüllt wird oder zurücktritt, und man verliert damit das Druckmittel, die Ware zu erhalten. Schutz bieten Anzahlungsbürgschaften oder Treuhandkonten.

Risiken und Schutzmaßnahmen 

  • Hohe Anzahlungen vermeiden: Seien Sie vorsichtig bei hohen Vorauszahlungen (Faustregel: maximal 10 bis 25 Prozent), da das Risiko eines Totalverlustes steigt.
  • Absicherung verlangen: Bestehen Sie auf einer Anzahlungsbürgschaft (zum Beispiel von einer Bank) oder einem Treuhandkonto, um das Geld zu sichern.
  • Zahlungsart wählen: Nutzen Sie nach Möglichkeit Zahlungsdienste oder Kauf auf Rechnung, um Vorkasse zu vermeiden.