Ein Cyberangriff auf die deutsche IDEAL Gruppe, ein Schadens- und Unfallversicherer, hat zu Einschränkungen im Geschäftsbetrieb mehrerer Tochtergesellschaften geführt. Um weitere Schäden zu verhindern, wurden zentrale IT-Systeme vorsorglich vom Internet getrennt, heißt es in einer Pressemitteilung des Tochterunternehmens Ahorn Gruppe, einem bundesweit tätigen Bestattungsdienstleister.
E-Mail-Kommunikation bei Ahorn Gruppe derzeit gestört
Wie aus der Mitteilung der Ahorn Gruppe weiter hervorgeht, sind sämtliche Gesellschaften der Gruppe sowie die angeschlossenen Bestattungsinstitute, darunter die Ahorn AG, die Ahorn Kultur GmbH, die ABD Ahorn Bestattungsbedarf GmbH, Ahorn Bestattungen West, Aevum Bestattungen, das Bestattungsinstitut Denk Trauerhilfe, Grieneisen GBG Bestattungen, die Seebestattungsreederei Hohe Düne sowie Trostwerk betroffen.
Derzeit ist insbesondere die E-Mail-Erreichbarkeit eingeschränkt. Die Ahorn Gruppe arbeitet nach eigenen Angaben an der Einrichtung neuer E-Mail-Adressen und will informieren, sobald diese wieder genutzt werden können.
Der Betrieb in den Filialen laufe jedoch weiter: Kunden könnten die Standorte weiterhin persönlich aufsuchen, zudem sei eine telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr gewährleistet.
Ermittlungen laufen – bislang keine Hinweise auf Datenmissbrauch
Die IDEAL Gruppe betont, dass interne IT-Experten gemeinsam mit externen Spezialisten und den zuständigen Ermittlungsbehörden an der Aufklärung des Vorfalls arbeiten. „Unser IT-Sicherheitsteam analysiert den Angriff und stellt betroffene Systeme schrittweise wieder her“, erklärte Vorstandsvorsitzender Maximilian Beck.
Auch bei der Ahorn Gruppe steht nach eigenen Angaben die Aufrechterhaltung des operativen Geschäfts im Vordergrund. Vorstandsvorsitzender Olaf Dilge erklärte, man stehe in engem Austausch mit der IDEAL Gruppe sowie mit den eigenen Betrieben und Filialen.
Ziel sei es, die Auswirkungen der IT-Störung so gering wie möglich zu halten und sicherzustellen, dass Trauerfeiern und Bestattungen weiterhin zuverlässig durchgeführt werden können. Die Unterstützung und Begleitung der Angehörigen habe dabei höchste Priorität.
Cyberangriffe: ein flächendeckendes Risiko für die deutsche Wirtschaft
Die Ergebnisse unterstreichen, wie stark sich Cyberangriffe zu einem flächendeckenden Risiko für die deutsche Wirtschaft entwickelt haben. Für viele Unternehmen sind digitale Attacken längst keine Randerscheinung mehr, sondern eine ernsthafte Bedrohung für den laufenden Geschäftsbetrieb und die wirtschaftliche Stabilität.
Entsprechend wächst der Druck, IT-Sicherheit und Schutzmaßnahmen konsequent auszubauen und als strategische Aufgabe auf Managementebene zu verankern.
Wie real diese Gefahr ist, zeigt der Fall des nordrhein-westfälischen Serviettenherstellers Fasana. Ein einzelner Hackerangriff legte dort innerhalb weniger Stunden die gesamte IT lahm, brachte die Produktion zum Stillstand und führte letztlich zur Insolvenz eines über Jahrzehnte etablierten Unternehmens.
Der Vorfall macht deutlich, dass Cyberangriffe längst nicht mehr nur abstrakte Risiken oder Probleme großer Konzerne sind, sondern selbst traditionsreiche Mittelständler existenziell treffen können – oft ohne Vorwarnung und mit kaum beherrschbaren wirtschaftlichen Folgen.