Die Grünen haben im Loisachtal einen neuen Ortsverband gegründet und wollen bei der Kommunalwahl 2026 in Benediktbeuern erstmals in den Gemeinderat einziehen. Dafür haben sie eine Liste mit zehn Kandidaten aufgestellt; einen Bürgermeisterkandidaten stellen sie jedoch nicht.
Benediktbeuern – Die Grünen wollen im Loisachtal präsenter werden – und legen dafür ein hohes Tempo vor. Erst zu Jahresbeginn wurde der Ortsverband gegründet, nun streben sie bei der Kommunalwahl 2026 in Benediktbeuern erstmals den Einzug in den Gemeinderat an. Dafür hat die Öko-Partei eine eigene Liste mit zehn Kandidaten aufgestellt. Einen Bewerber für das Bürgermeisteramt schickt sie jedoch nicht ins Rennen.
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Sozialer Bereich stark vertreten
Die grüne Wahlkampfmaschinerie läuft bereits auf Hochtouren: Konstanze Döring, Sprecherin des Ortsverbands, und ihr Team überließen bei der Aufstellungsversammlung im Gasthof Herzogstand nichts dem Zufall. Den sieben Stimmberechtigten wurde eine Liste mit sechs Frauen und vier Männern präsentiert, die ohne größere Diskussion und einhellig verabschiedet wurde (siehe Kasten). Darauf stehen die Namen von Vertretern verschiedener Altersgruppen und Berufe, wobei insbesondere der soziale Bereich stark gewichtet ist. Angeführt wird die Liste von Robert Wenzelewski, der die Leitung der Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf mitverantwortet und sich ehrenamtlich bei der Bergwacht engagiert. Wie die beiden folgenden Bewerber, Caroline Tews und Ignaz Dreyer, ist auch er dreifach gesetzt – was seine Chancen auf einen Einzug in den Gemeinderat des Klosterdorfs deutlich erhöhen dürfte.
Das Ziel ist ehrgeizig: Zwei bis drei Mandate wollen die Grünen im März holen, wie Döring berichtet. Es gehe darum, grüne Positionen in die Ortspolitik einzubringen und weitere Anhänger zu gewinnen. „Wir haben viele Ideen“, sagte die Ortsverbandschefin, die selbst auf Listenplatz 10 antritt. Auf Konfrontation setzt sie dabei nicht – im Gegenteil: „Wir wollen kein Gerangel, sondern gemeinsam Lösungen finden.“
In der Vorstellungsrunde blieben die Vorschläge und Anliegen der Aspiranten noch recht vage. Genannt wurden unter anderem die Nachhaltigkeit als Leitprinzip, mehr Bürgernähe, die Energiewende, Verkehrslösungen sowie ein Miteinander der Generationen. „Das wird noch konkreter“, kündigte Döring an. Gemeinsam wolle man ein Wahlprogramm erarbeiten und Projekte definieren, die vorangebracht werden sollen.
Eine Aktion ist bereits fest geplant: eine „Lichterkette für Demokratie“. Der Termin ist am Freitag, 19. Dezember, von 17 bis 18 Uhr auf dem Radweg zwischen Bichl und Benediktbeuern. Damit soll ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz gesetzt werden – mit Kerzen, Taschenlampen, Laternen oder Handys. Mitauslöser war laut Döring der Wirbel um die Bichler Dorfliste, auf der auch ein AfD-Mann steht.
Die politischen Mitbewerber verfolgen indessen die Ambitionen der Grünen aufmerksam. Mehrere Vertreter anderer Gruppierungen mischten sich unter die Zuhörer – darunter auch Markus Schambeck (Freie Wählergemeinschaft), der Amtsinhaber Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürgervereinigung) vom Rathaus-Thron stoßen möchte. Auf die Frage von Jens Plotzki (Benediktbeurer Bürgervereinigung), ob die Grünen eine Wahlempfehlung für einen der beiden Bürgermeisteranwärter abgeben würden, reagierten Döring & Co. mit einem klaren Nein.
Bei einer ihrer Forderungen mussten sich die Grünen Kritik gefallen lassen: CSU-Kandidat Michael Rest wollte genauer wissen, warum sie überhaupt einen Transparenzmangel sehen. Björn Hannappel (Listenplatz 13) hielt dagegen – viele Menschen im Ort wüssten kaum, was im Gemeinderat passiere, argumentierte er. Es gehe darum, die Bürger mitzunehmen und einzubinden.
Sitzungen online übertragen
In diesem Zusammenhang kam der Vorschlag auf, Sitzungen online zu übertragen. Diese Idee sei im Gremium bereits diskutiert, aber aus Datenschutz- und anderen Bedenken wieder verworfen worden, berichtete Schambeck. Dass mit den Grünen nun eine weitere Kraft in den Gemeinderat (16 Sitze plus Bürgermeister) drängt, nahm er sportlich: „Das freut mich. Ich wünsche euch alles Gute.“
Die Kandidaten
1-3: Robert Wenzelewski
4-6: Caroline Tews
7-9: Ignaz Dreyer
10. Konstanze Döring
11. Max Kroneck
12. Luisa Bernböck
13. Björn Hannappel
14. Silvia Kroneck
15. Michaela Peise
16. Claudia Bibinger