Familie Sindlhauser verbindet Landwirtschaft mit Naturschutz. Für ihr Engagement auf dem Abrahamhof gab es nun eine Auszeichnung.
Benediktbeuern – Der Abrahamhof ist ein Stück Benediktbeuern: Seit 1590 befindet er sich nachweislich im Besitz der Familie Sindlhauser. Ursprünglich stand das Gebäude mitten im Dorf, 1924 wurde es in die freie Natur an den nordwestlichen Ortsrand verlegt. Die Eigentümer erkannten früh das Potenzial von „Urlaub auf dem Bauernhof“. Bereits in den 1970er-Jahren wurden die ersten Ferienwohnungen vermietet – bis heute ein wichtiges Standbein.
Übergabe an die nächste Generation
Franz und Cordula Sindlhauser bewirtschaften den Bio-Betrieb in der elften Generation mit viel Herzblut und Innovationsgeist – und mit einem tiefen Respekt für Natur und Tier. Neben der klassischen Milchviehhaltung hat sich der Hof auf die Weideochsenmast spezialisiert. Die zwölfte Generation steht bereits in den Startlöchern: Tochter Regina soll gemeinsam mit ihrem Ehemann Daniel und Sohn Marinus übernehmen und die Tradition fortführen.
„Wir versuchen immer, Landwirtschaft und Naturschutz zusammenzubringen“
Wenn man mit Franz Sindlhauser spricht, spürt man sofort die große Leidenschaft und das Verantwortungsbewusstsein, mit denen der Abrahamhof geführt wird. Er habe als Kind noch eine enorme Vielfalt an Flora, Fauna und Landschaft erleben dürfen, berichtet der Seniorchef, und sei von klein auf sehr naturverbunden gewesen. „Das hat mich tief geprägt und ist nach wie vor Ansporn und Freude an Pflege, Erhalt und Bewirtschaftung unserer grandiosen Landschaft“, berichtet er. Sein Credo: „Wir versuchen immer, Landwirtschaft und Naturschutz zusammenzubringen.“ Erreicht wird dies mit einer breiten Palette an Projekten, um die biologische Vielfalt und die einzigartige Kulturlandschaft zu pflegen und zu bewahren. Das fängt bei Streuwiesen und der extensiven Beweidung von wiedervernässten Moorflächen an und hört bei der Haltung gefährdeter Rinderrassen und dem Erhalt eines alten Obstgartens auf. Die Familie Sindlhauser arbeitet dabei mit Fachstellen zusammen, etwa mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft oder vor Ort mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur.
15 Preisträgern in ganz Bayern
Dieser Einsatz erfuhr nun besondere Anerkennung von höchster Stelle: Der bereits mehrfach ausgezeichnete Abrahamhof wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Naturschutzpartner Landwirt 2025“ als einer von 15 Preisträgern in ganz Bayern ausgewählt. Zu dem Wettbewerb hatte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV) und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) aufgerufen, mit Unterstützung der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL). Vergeben wurden zehn Geldpreise in Höhe von jeweils 1000 Euro – einer davon ging nach Benediktbeuern – sowie fünf Sachpreise.
Umweltbildung wird großgeschrieben
„Unsere Landwirtinnen und Landwirte sind echte Partner im Naturschutz. Sie beweisen, dass Zukunft dort entsteht, wo Landwirtschaft und Naturschutz zusammenkommen“, betonte der Minister bei der feierlichen Preisverleihung im Rittersaal der Nürnberger Kaiserburg. Ein großes Anliegen der Familie Sindlhauser ist die Umweltbildung. Regelmäßig besuchen Schulklassen und Erwachsenengruppen den Hof, um einen Einblick zu erhalten. „Das kommt sehr gut an“, freut sich Franz Sindlhauser. Das Ziel: Die Gäste sollen für die Abläufe in der Landwirtschaft sensibilisiert werden und verstehen, wie aufwendig es ist, Lebensmittel zu produzieren. „Unsere Nahrung ist nicht selbstverständlich da. Da hängt eine ganze Menge dran“, betont der Benediktbeurer. Der Blick hinter die Kulissen sorgt daher immer wieder für Aha-Erlebnisse – etwa bei der Frage, wie viel Milch für ein 250-Gramm-Päckchen Butter benötigt wird. Die Antwort überrascht viele: Es sind rund fünf Liter.