Hitlerjugend-Spruch sorgt für Aufsehen: AfD-Mann rückt ins Visier der Staatsanwalt

Die neue Jugendorganisation der Alternative für Deutschland (AfD) soll weniger radikal auftreten als ihre Vorgängerin, die "Junge Alternative". Aus diesem Grund wurde kürzlich die "Generation Deutschland" gegründet. Auf dem Gründungskongress in Gießen sorgte allerdings ein Mitglied für Aufsehen, als es einen strafrechtlich relevanten Slogan verwendete.

Während seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der neuen Organisation zitierte der schleswig-holsteinische AfD-Funktionär Kevin Dorow ein Dogma, das früher zum festen Repertoire der Hitlerjugend gehörte. Die Staatsanwaltschaft Gießen prüft derzeit, ob hier eine Straftat vorliegt. Das berichtet der "Spiegel". 

Höcke fiel bereits mit Hitlerjugend-Spruch auf

Der AfD-Chef in Thüringen, Björn Höcke, hatte die Parole bereits zuvor genutzt. Dorow sagte in Gießen: "Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein." Die Maxime wurde ursprünglich von der sogenannten Bündischen Jugend verwendet und später von der Hitlerjugend übernommen.

Im Anschluss erklärte Höcke laut dem "Spiegel", dass der Satz ursprünglich nicht auf den Nationalsozialismus zurückgehe. Er sorgt jedoch immer wieder mit Aussagen aus der NS-Zeit für Kontroversen. Unter anderem griff er die SA-Parole "Alles für Deutschland" auf. Das Landgericht Halle hatte den AfD-Politiker dafür bereits zweimal zu Geldstrafen verurteilt.

Vorsitzender der AfD-Jugend weist Vorwürfe zurück

Der Vorsitzende der neuen AfD-Jugendorganisation, Jean-Pascal Hohm, wies unterdessen Vorwürfe von Extremismus bei der "Generation Deutschland" zurück: "Für mich ist Gewalt eine klare Grenze, für mich ist Nationalsozialismus eine klare Grenze, und jede Art von Verschwörungstheorien", sagte er. Auf die Äußerungen Dorows ging Hohm gegenüber dem "Spiegel" nicht ein.