Jetzt ist sie endlich gestartet, die weitere Sanierung der Sozialwohnungen Im Tal. Die Arbeiten laufen am Wohnblock „Im Tal 8 bis 12“, inklusive umfassender energetischer Sanierung und Anschluss an Fernwärme. Kosten: rund fünf Millionen Euro.
Schongau - Mit den Vorarbeiten für die drei Gebäude Im Tal 8 bis 12 war im August begonnen worden, berichtet der stellvertretende Stadtbaumeister Robert Thomas. Nach der Einrichtung der Baustelle hatte man gleich noch die Außenarbeiten für alle Sozialwohnungen gestartet, wie etwa an der Westseite die Kanal- und die Elektrohausanschlüsse.
Nun staubt es ordentlich im ersten Aufgang. Saniert wird zwar „im laufenden Betrieb“, aber weil man sich zurückerinnerte, dass den Mietern bei der Sanierung des ersten Wohnblocks teilweise ganz schön viel zugemutet worden war, wurde dieses Mal mit einer „Linienbaustelle“ geplant. Für die Bewohner der ersten sechs Wohnungen im ersten Aufgang war mit dem UPM-Gebäude an der Peitinger Straße Ersatz gefunden worden. So können jetzt alle Wohnungen dieses Gebäudes zeitgleich saniert werden. Sobald diese bezugsfertig sind, können wiederum die Mieter des zweiten Aufgangs in die sanierten Wohnungen überwechseln. „Und alle Bewohner wollen dann auch in diesen Wohnungen bleiben“, weiß Thomas.
Nichts geht ohne Förderprogramme
Dass die Räume des ersten Aufgangs in den vergangenen Jahren überhaupt noch bewohnbar waren, ist beim Gang durch die Baustelle kaum vorstellbar. In einem der Zimmer, das zuletzt aber nicht vermietet gewesen sei, sind die Außenwände rund um die Fenster kohlrabenschwarz: Schimmel. Nur noch erahnen kann man, wo einmal die Öfen standen. Befeuert worden seien diese entweder mit Öl, das mit einer Kanne aus dem Keller geholt werden musste, oder mit Kohlebriketts.
„Das war nicht mehr zeitgemäß“, weiß Bürgermeister Falk Sluyterman, der das Stichwort „Investitionsstau“ aufgreift und hofft, dass Förderprogramme des Bundes wie versprochen aufgestockt werden. „Die Stadt ist jetzt auf einem guten Weg. Aber ohne Förderprogramme wird man nichts mehr machen können.“ Rund 100 Wohnungen sind in städtischer Hand.
Grundrisse werden angepasst
Um das Gebäude zu modernisieren, werden alle Wohnungen komplett rückgebaut. Bereits gut erkennbar: Stehen bleiben nur die rohen Ziegelwände und die Decken. Geplant ist eine umfassende energetische Sanierung inklusive des Tausches aller Fenster und einer Wärmedämmung von außen. Auch der Einbau neuer Heiztechnik ist vorgesehen: Der Wohnblock wird an die Fernwärme angeschlossen. Im Zuge der Entkernung werden die Grundrisse der Wohnungen angepasst, sodass dann alle drei Zimmer haben.
Sluyterman erinnert an die lange Vorgeschichte des Sanierungsprojekts, die er, seit 2014 im Amt, teilweise nur aus den Akten kennt. Die Umsetzung des ersten Bauabschnitts erfolgte 2012 bis Anfang 2013. „Es wäre aus damaliger Sicht natürlich schön gewesen, gleich die gesamten Wohnung zu sanieren“, so der Bürgermeister, aber die Haushaltslage war auch bei seinem Vorgänger Karl-Heinz Gerbl keine einfache.
Der Bauabschnitt zwei hätte viel eher starten sollen, die Grundsatzentscheidung fällte der Stadtrat 2020. Letztlich verzögerte Corona dann die Umsetzung, Projektideen wie die Schaffung von mehr Wohnraum für Obdachlose wurden geschmiedet, sogar eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Letztlich fielen Fördermittel weg, und auch Nachbarn waren wenig begeistert – die so gelobten Pläne nach Münchener Vorbild wurden verworfen.
Fertigstellung soll Ende 2027 sein
Die nun gestartete Generalsanierung wird etwas teurer als erwartet, wie im Juli bekannt wurde: Untersucht worden war, ob man das Dach mit einer PV-Anlage ausstatten kann. Dabei wurde festgestellt, dass die Traglast des Daches wohl nicht mehr ausreicht. Das Dachtragwerk wird also ebenfalls erneuert.
Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von 4,35 Millionen Euro. Zuzüglich des Risikobudgets liegen die Projektkosten bei rund 5 Millionen Euro. Für die energetischen Sanierung wurde eine Fördersumme in Höhe von 226 000 Euro genannt. Aus dem kommunalen Wohnraumförderprogramm erwartet die Stadt rund 1,6 Millionen Euro. Mit der Fertigstellung wird im Dezember 2027 gerechnet.