Knapp 30 Klapperstörche rund ums Landsberger Finanzamt

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Die knapp 30 Weißstörche haben sich auf den Dächern mehrerer Wohnhäuser und auch auf dem Funkturm in der Nähe des Finanzamtes in Landsberg gesammelt. © Greiner

Der Klimawandel wirkt: Störche überwintern inzwischen auch in Bayern. Knapp 30 der Klapperstörche haben sich seit gestern auf den Dächern der Israel-Beker-Straße in Landsberg niedergelassen.

Landsberg – Auf den Wiesen hinter Raisting und bei Weilheim sind sie Stammgäste: die Weißstörche. Ein Paar ist auch regelmäßig auf dem Schornstein der JVA Landsberg zu sehen. Oder auch in der Altstadt. Die Israel-Beker-Straße in Landsberg ist seit gestern allerdings zum Hotspot geworden: Rund 30 Störche haben sich dort auf Dächern von Wohnhäusern und auf dem Funkturm gesammelt.

Knapp 30 Störche in Landsbergs Innenstadt - auf der Suche nach wärmeren Schlafplätzen

Seit rund 20 Jahren bleiben immer mehr Weißstörche in Bayern, anstatt weiter gen Süden zu fliegen. Grund ist der Klimawandel.
Seit rund 20 Jahren bleiben immer mehr Weißstörche in Bayern, anstatt weiter gen Süden zu fliegen. Grund ist der Klimawandel. © Greiner

Dass nicht mehr alle Weißstörche in den warmen Süden fliegen, ist ein Phänomen, das es laut dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) schon seit rund 20 Jahren gibt. Der Grund: der Klimawandel. Es wird wärmer, die Böden sind im Winter nicht mehr durchgehend mit Schnee bedeckt – und somit finden die Vögel auch in der kalten Jahreszeit ausreichend Nahrung. Da kann der kräftezehrende Flug gen Süden auch mal ausbleiben.

„Die Tiere haben individuell gelernt, dass sie nicht mehr so weit zeihen müssen“, sagt die Projektleiterin Weißstörche beim LBV Oda Widing. Die Vögel seien über die gesamten Lechauen unterwegs, sammelten sich beispielsweise auch südlich vom Ammersee. Neben dem wärmeren Klima gebe es auch ‚Dank‘ dem Menschen weitaus mehr Futterquellen: „Wir haben ein paar der Störche mit einem Sender ausgestattet und können so auch sehen, wo sie sich etwas zu fressen holen. Und da haben wir auch beobachtet, dass die Tiere in Kompostanlagen nach Futter suchen.“

Störche in Landsberg: „Die Tiere halten ohne Probleme ein paar Tage ohne Futter aus““

Dass immer mehr Weißstörche in Bayern bleiben, weiß auch Storchenexperte Anton Burnhauser aus Augsburg: „Wir haben inzwischen einen großen Winterbestand an Weißstörchen. Bei einem Wetterwechsel, beispielsweise bei Schneefall, kommt es dann schon einmal vor, dass sich einzelne Trupps zusammenrotten um zu schauen, wo es besser, wärmer ist. Und hohe Gebäude als Schlafplätze sind da ideal.“ Das Phänomen gebe es auch in einigen anderen Städten. Das bestätigt auch Widing: „Durch schlechter isolierte Häuser, aber auch generell durch das Heizen wird es auch den Dächern eben wärmer als beispielsweise auf einem Baum.“

Der Schneefall in der letzten Woche und die teils eiskalten Nächte in der vorletzten und letzten Woche hätten eventuell dazu geführt, dass die rund 30 Störche nach einem wärmeren Übernachtungsplatz gesucht haben, vermutet Burnhauser. Vielleicht stammten sie auch von den Wiesen südlich des Ammersees, die teils schneebedeckt waren.

Leiden die Störche Not? „Die Tiere halten ohne Probleme ein paar Tage ohne Futter aus“, beruhigt Burnhauser. „Und sie sind ja auch nicht mehr an ein Nest gebunden, können also dahin fliegen, wo sie wollen.“ Man müsse sich um die Weißstörche absolut keine Sorgen machen – „und ganz sicher muss man sie nicht füttern. Finger weg!“ Noch gebe es genug Nahrung, „Wir haben ja noch keinen Winter.“

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/landsberg-kreisbote/knapp-30-klapperstoerche-rund-ums-landsberger-finanzamt-94057643.html