Nach Happy Meal ist Mädchen (2) im Krankenhaus: Schwere Vorwürfe gegen McDonald's-Filiale in Hessen

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Nach einem Besuch bei McDonald's in Kassel kam ein zweijähriges Kind ins Krankenhaus. Die Mutter erhebt schwere Vorwürfe.

Kassel – Für ein zweieinhalb Jahre altes Kind endete ein Besuch in der McDonald's-Filiale in Kassel-Bettenhausen am Donnerstag (20. November) im Krankenhaus. Nach Darstellung von Mutter Katharina Schlemm habe sich in der Trinkflasche, die Teil eines Happy Meal gewesen sei, kein Wasser befunden, sondern „eine stark alkoholisch riechende Flüssigkeit, wahrscheinlich ein Desinfektionsmittel“. Nachdem ihr Kind einen Schluck getrunken habe, sei es „feuerrot angelaufen“ und habe geschrien, so die 34-Jährige am Freitag gegenüber der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA).

McDonald's
McDonald‘s © picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

Weil die McDonald's-Schichtleitung den Vorfall nicht ernst genommen und die Flasche sogar zurückgefordert habe, alarmierte sie die Polizei. Die ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung, wie eine Sprecherin bestätigt. Der Inhalt der 0,33-Liter-Flasche, die die Beamten sicherstellten, werde derzeit noch untersucht. Das Kleinkind sei vor Ort vom Rettungsdienst behandelt worden. Anschließend habe es die Mutter ins Klinikum Kassel gebracht, um eine Vergiftung auszuschließen. Laut Polizei wurde das Kind nach aktuellem Sachstand „nicht schwer verletzt“. Hinweise auf ein vorsätzliches Handeln, also eine absichtliche Schädigung des Kindes, lägen nicht vor.

Zweijähriges Kind in McDonald's in Kassel „feuerrot angelaufen“

Bereits am Donnerstag hatte sich ein Kasseler bei der HNA gemeldet, der das Geschehen im Schnellrestaurant an der Göttinger Straße nach eigenen Angaben „gegen 12 Uhr mittags“ beobachtete. „Ich wollte in Ruhe essen, und dann war da ein Riesengeschrei und lauter Blaulicht.“

Katharina Schlemm kann sich nicht erklären, wie die mutmaßlich alkoholische Flüssigkeit in die Flasche gelangte. Um 11.53 Uhr habe sie das Happy Meal laut Kassenbon am McDrive-Schalter bestellt, als Getränk habe sie ein stilles Wasser gewählt. „Als ich die Flasche kurz darauf auf dem Parkplatz öffnete, fiel mir daran nichts auf“, sagt die Niestetalerin. Der Schraubdeckel sei genauso schwer wie sonst auch zu öffnen gewesen. Laut Polizei hatte die Flasche zusätzlich einen „Sports-Cap-Verschluss“, einen Saugaufsatz, wie er bei manchen Sportgetränken üblich ist.

Hygienevorschriften bei McDonald‘s

In der Systemgastronomie, zu der Ketten wie McDonald's, Burger King, Nordsee oder KFC gehören, gelten deutsche und EU-weite Vorschriften für Personal-, Lebensmittel- und Betriebshygiene. Zentral ist das sogenannte HACCP-Konzept, das laut Bundesinstitut für Risikobewertung Gefahren für die menschliche Gesundheit minimieren soll. McDonald's geht über die gesetzlichen Standards hinaus und lässt sich durch unangekündigte Kontrollen des Fresenius-Instituts überprüfen. 

Die Filiale in Bettenhausen wollte sich telefonisch nicht zu dem Thema äußern. Bei der McDonald's-Pressestelle in München sei der Kasseler Vorfall bekannt, teilt eine Konzernsprecherin mit. „Wir unterstützen vollumfänglich bei der Aufklärung.“ Allerdings könne man „bis zur weiteren Klärung keine weiteren Aussagen treffen“. Man sei jedoch „von den Geschehnissen bewegt“, so die Sprecherin.

Unklar bleibt weiterhin, wie es zu dem Vorfall kam. Ob womöglich ein Mitarbeiter ein Desinfektionsmittel zu Reinigungszwecken in die Trinkflasche füllte, die dann versehentlich im Kindermenü landete, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. (Franz Viohl)

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