Bahn frei für die Kunsteisbahn des ESV Dachau

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Um im Süden des ASV-Geländes eine neue Kunsteisbahn bauen zu können, müssen Stadtwald und Tennisplätze weichen. Für die gefällten Bäume wurden bereits im Frühjahr südlich der Amper in Mitterndorf andere Bäume nachgepflanzt. © hab

Bislang war über das neue Dachauer Eisstadion immer nur geredet worden. Seit Beginn dieser Woche wird das Projekt erstmals sichtbar. Für den Bau der geplanten Eisarena wird aktuell eine 2900 Quadratmeter große Fläche des Stadtwalds gerodet.

Not macht erfinderisch. Die Nachricht, dass die Stadt sich heute und sehr wahrscheinlich auch morgen und übermorgen den Bau einer neuen Kunsteisbahn nicht wird leisten können, brachte die Mitglieder des ESV Dachau daher zum Nachdenken. Wie sollte es mit dem kleinen Verein weitergehen? Mit den Eishockeyspielern der ESV Woodpeckers? Mit den Hobbyläufern? Und auch den Behindertensportlern im Para-Eishockey?

Die Antwort auf all diese Überlegungen sieht man aktuell, wenn man am südlichen Ende des ASV-Geländes an der Gröbenrieder Straße entlang fährt. Dort fällt die Stadt noch bis Ende des Monats rund 2900 Quadratmeter Stadtwald, um Platz zu schaffen für die „Eisarena Dachau“.

Diese Eisarena soll nämlich nicht nur die Zukunft des Dachauer Eissports, sondern auch ein bayernweit einzigartiges Projekt werden. Denn: Als Bauherr und späterer Inhaber der überdachten Eisfläche samt Funktions- und Umkleideräumen firmiert der ESV Dachau selbst. Der kleine Verein nimmt damit sein Schicksal selbst in die Hand, da der große Nachbar, der ASV, anstelle der jetzigen Kunsteisbahn mittelfristig seine neue, große Georg-Scherer-Halle bauen wird. Immerhin: Die Stadt stellt dem ESV das für die künftige „Eisarena“ nötige Grundstück, zu dem auch noch Tennisplätze der ASV-Tennisabteilung gehören, zur Verfügung.

Über Fördermittel des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) und Sponsoren soll die rund 7 Millionen Euro teure Arena finanziert werden. Eine Konzeptplanung, mit deren Hilfe Verband und Geldgeber von einem Invest in die neue Sportstätte überzeugt werden sollen, ist laut ESV-Vorsitzendem „in den letzten Zügen“.

Gemeinsam mit Fachplanern aus dem Bereich Eistechnik arbeitet das Dachauer Architekturbüro Hauss seit Jahresbeginn an den Plänen, die in Form eines 3D-Modells bald auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen und die Steurer „die Basis“ nennt. In einem zweiten Schritt, der nächstes Jahr getan werden soll, wird ein Bauantrag folgen. Parallel arbeiten Verein und Stadt an einem Vertrag, der die künftige Nutzung der Arena regelt. Zur Erinnerung: Ein öffentlicher Publikumslauf sowie die Möglichkeit, dass auch die Schulen die Eisfläche nutzen können, waren die Bedingungen des Stadtrats für seine Zustimmung zu dem Projekt.

Steurer sagt angesichts all dessen zufrieden, dass „grundsätzlich alles läuft“. Das einzige Problem, das sich im Zuge der Planungen der vergangenen Monate aufgetan habe, war der auf dem ganzen ASV-Gelände anzutreffende hohe Grundwasserstand. Dies führt dazu, dass vom künftigen Dach der Eisarena, auf dem Solarpanelen geplant sind, möglichst kein Wasser in den Boden sickern soll. „Wir brauchen einen Puffer“, der laut Steurer nun in Form einer Dachbegrünung geschaffen werden soll.

Dass sich im Lauf eines derartigen Bauprojekts Dinge ändern können, ist nach Ansicht des ESV-Vorsitzenden aber normal. Ohnehin werde die Anlage so geplant, dass sie aus drei unabhängigen Komponenten besteht, von denen – im schlimmsten Fall – einzelne „verzichtbar“ wären. Würden also weniger Geldgeber gefunden als erwartet, würde man die Komponente „Eisfläche“ verwirklichen, aber auf das Dach oder die Funktions- und Kabinenräume verzichten. Steurer: „Im absolut schlimmsten Fall hätten wir eine offene Eisfläche wie jetzt. Nur eben neu.“ Kabinen könnte man zur Not auch in Containern unterbringen.

Dennoch gehen Steurer und seine Mitglieder positiv ins neue Jahr. Der Spielbetrieb der Woodpeckers läuft bereits, und angesichts des Wetters nimmt auch der öffentliche Lauf Fahrt auf. Leider, seufzt Steurer, brauche man einfach Geduld für ein Vorhaben wie die Eisarena. „Aber so ist das halt.“

Für die ASV-Tennisspieler hat das lange Planungsverfahren allerdings einen Vorteil: Der Rückbau ihrer Plätze verschiebt sich um ein Jahr nach hinten. Laut Steurer werden die ASVler ihre Sommersaison 2026 daher auf alle Fälle noch auf ihrer Anlage spielen können. Ab 2028 sollen dort dann endlich schwarze Pucks statt gelber Filzbälle fliegen.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/dachau/dachau-ort28553/esv-dachau-baut-einzigartige-eisarena-trotz-huerden-94049911.html