Stadtkeller Dachau: Biergartenbetrieb trotz Sanierungsstau

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Beliebt bei den Bürgern: der Dachauer Stadtkeller. Allerdings muss das rund 90 Jahre alte Haus grundsaniert und dafür eine Zeit lang geschlossen werden. © hab

Die Stadt Dachau ermöglicht einen temporären Biergarten. Für 250 000 Euro wird das Gebäude brandschutzsaniert.

Der Stadtkeller, eines der wenigen verbliebenen Dachauer Traditionswirtshäuser samt Biergarten, ist ein Sanierungsfall. Seit Jahren kommt das Thema in regelmäßigen Abständen auf die Tagesordnungen der Stadtratsausschüsse. Im Jahr 2020 einigte man sich dann auf ein Konzept zur „Generalinstandsetzung der Liegenschaft“, das seit den 1960er-Jahren der Stadt gehört. Darin sind, unter anderem, aufgeführt die Erneuerung der Lüftungsanlage in der Küche, der Austausch sämtlicher Wand- und Bodenbeläge sowie der Trinkwasser-, Abwasser- und Elektroinstallationen. Und, natürlich, die Rundumerneuerung des Brandschutzes.

Die große Lösung ist unbezahlbar

Die große Lösung, also der Abbruch und Neubau des Lokals, war damals schon unbezahlbar. Doch auch die kleineren Varianten – mit Kosten zwischen 1 und 1,5 Millionen Euro – sind zwischenzeitlich finanziell nicht mehr machbar. Auch über den Verkauf der Gaststätte war im vergangenen Jahr nachgedacht worden, wobei, so erklärte Oberbürgermeister Florian Hartmann am Dienstag im zuständigen Haupt- und Finanzausschuss auf Nachfrage von Markus Kellerer (AfD): „Da müssten wir ja erst einmal überlegen, was wir veräußern wollen. Das ganze Grundstück? Nur die Gastronomie? Was passiert mit der Turnhalle und den Nebenräumen?“ Sicher sei schon jetzt: Je mehr Auflagen die Stadt einem willigen Käufer hinsichtlich der gewünschten Nutzung mache, „desto niedriger wird unser Erlös“.

Insofern war am Dienstag im Ausschuss die Entscheidung schnell gefallen: Der Stadtkeller soll bleiben, und zwar in städtischer Hand. Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau) stellte klar: „Wir brauchen gar nicht über einen Verkauf diskutieren. Der Stadtkeller ist einer der letzten Biergärten in der Stadt!“

Dennoch bleibt die Frage: Wie soll das Lokal weiter betrieben werden, wenn sich die Stadt keine umfassende Sanierung leisten kann? Die Antwort ist nun: Es soll zumindest einen „temporären Biergartenbetrieb“ geben. Der Clou: Um diesen zu gewährleisten, muss nicht das ganze Gebäude saniert werden, sondern nur die Küche und die Toiletten. Kosten: 250 000 Euro.

Die Stadträte stimmen zu

Die Stadträte im Ausschuss stimmten diesem Plan zu. Florian Schiller (CSU) meinte: „Wir wollen den Biergarten und die Gaststätte erhalten. Wenn das mit diesem überschaubaren Aufwand geht, können wir ruhigen Gewissens zustimmen.“ Anke Drexler (SPD) hätte sich auch gewünscht, zumindest den Biergartenbetrieb ohne größere Investitionen gewährleisten zu können, räumte aber ein: „Brandschutz ist unerfreulich, aber unerlässlich. Wir müssen das angehen, weil wir den Laden sonst zusperren müssen.“ Markus Erhorn (Freie Wähler Dachau) sah es genauso: „Wir wollen nicht den nächsten Leerstand riskieren!“

Dennoch ist mit der nun beschlossenen Brandschutzsanierung in Küche und Toiletten nur „eine unabdingbare Prävention im Hinblick auf eine unmittelbare Gefährdung“ geschafft, wie die Stadtverwaltung anmahnte. Denn: „Der marode Zustand des Gebäudes bleibt auch nach der Umsetzung der Maßnahme bestehen.“

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