Lichtbrücke: Dachaus erstes Menschenrechts-Filmfestival
Dachau – Vom 18. bis 21. Dezember wird Dachau zum Schauplatz eines besonderen kulturellen Ereignisses: Mit dem Lichtbrücke Human Rights Filmfestival findet erstmals ein Filmfestival in der Stadt statt, das sich ausschließlich dem Kampf für Menschenrechte, dem Einsatz für Vielfalt und dem Widerstand gegen Unrecht widmet. Veranstaltet wird das Festival von der Seebrücke Dachau, gemeinsam mit dem Demokratiebündnis Dachauer Land und dem Runden Tisch gegen Rassismus Dachau.
Filme gegen das Vergessen: Neues Festival in Dachau
Das Programm im Ludwig-Thoma-Haus widmet sich aktuellen wie historischen Themen: rassistisch motivierte Gewalt, Erinnerungskultur, Migration, Flucht, Widerstand gegen Unterdrückung, gesellschaftlicher Zusammenhalt. Die Auswahl der Filme ist so vielfältig wie die realen Geschichten, die sie erzählen – spektakulär, leise, wütend, poetisch.
In einer Zeit, in der demokratische Errungenschaften zunehmend unter Druck stehen, setzt das Festival ein Zeichen: für Offenheit, für Menschlichkeit, für Hoffnung.
Zu den Festival-Highlights zählen:
• Donnerstag, 18. Dezember, 19.30 Uhr: Das Deutsche Volk (132 Min.)
Ein Dokumentarfilm über den rassistischen Anschlag von Hanau und die Stimmen der Überlebenden. Regie: Marcin Wierzchowski.
• Freitag, 19. Dezember, 14 Uhr: Kurzfilmprogramm 1 (u. a. 3Roj_3Tage, Wesley schwimmt, Boubacar, Architects of Love, Ankunft Dortmund)
16 Uhr: No Other Land (95 Min.)
Über die Enteignung einer palästinensischen Dorfgemeinschaft.
18 Uhr: Spuren nach Grafeneck (90 Min.)
Inklusives Theaterprojekt zur NS-Vergangenheit.
20 Uhr: Karla (104 Min.)
Spielfilm über den kindlichen Mut zum Widerstand in den 1960ern.
• Samstag, 20. Dezember, 10.30 Uhr: Kurzfilmprogramm 2 (Walud, Kayan, Shut up and suffer, Zurückbleiben bitte!, Das Opossum, Ein Überleben lang)
12.30 Uhr: Das Lied der Anderen (136 Min.) Eine filmische Reise durch Europas Schatten der Geschichte.
15 Uhr: It Happened on Our Ground (90 Min.)
Eine persönliche Familiengeschichte im Schatten des Nationalsozialismus.
17 Uhr: The Srebrenica Tape (89 Min.)
Die Suche einer Tochter nach ihrem Vater – und einem verdrängten Genozid.
19.30 Uhr: Kein Land für Niemand (107 Min.)
Über die europäische Abschottungspolitik und ihre Folgen.
• Sonntag, 21. Dezember, 11 Uhr: Ich bin! Margot Friedländer (90 Min.)
Das Leben der kürzlich verstorbenen Holocaust-Überlebenden als filmisches Vermächtnis.
13 Uhr: Die Möllner Briefe (96 Min.)
Erinnerung und Aufarbeitung nach dem Brandanschlag von Mölln.
15 Uhr: Das Verschwinden des Josef Mengele (135 Min.)
Spielfilm über das Exil des berüchtigten NS-Arztes in Südamerika.
17.30 Uhr: Save Our Souls (81 Min.)
Eindringliche Dokumentation über Seenotrettung im Mittelmeer.
Dass ausgerechnet Dachau, ein Ort, dessen Name untrennbar mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden ist, Gastgeber eines Menschenrechtsfilmfestivals wird, ist bewusst gewählt. Es ist ein Ort des Gedenkens – und ein Ort der Zukunft. Lichtbrücke 2025 steht für den Anspruch, aus der Geschichte zu lernen und Verantwortung zu übernehmen – mit Bildern, die aufrütteln, stärken und verbinden.
Organisation und Unterstützung
Die Festivalleitung liegt bei Martin Modlinger (Initiator & Co-Leitung) und Jakob Gatzka (Festivaldirektor). Die Schirmherrschaft übernimmt Nico Hofmann, renommierter Regisseur, Produzent und früherer Geschäftsführer der UFA.
Design und Kommunikation verantworten Kristina Seeholzer (Grafik) und Sebastian Lechenbauer (Website). Das Projekt wird öffentlich gefördert und unterstützt von zahlreichen engagierten Initiativen.
Alle Details zum Festivalprogramm, zu Tickets und Veranstaltungsorten gibt es unter www.lichtbruecke-dachau.de.
red
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