In Benediktbeuern deutet bei der Bürgermeisterwahl 2026 vieles auf einen Zweikampf hin: Amtsinhaber Anton Ortlieb und Herausforderer Markus Schambeck. Weitere Kandidaten sind bislang nicht in Sicht.
Benediktbeuern – Wer wagt es, den Benediktbeurer Bürgermeister Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürgervereinigung) bei der Kommunalwahl 2026 herauszufordern? Vieles spricht derzeit dafür, dass es auf einen Zweikampf hinausläuft. Denn bislang hat nur Markus Schambeck (Freie Wählergemeinschaft) den Hut in den Ring geworfen. Weitere Konkurrenten, die Ortlieb den Rathaus-Thron streitig machen wollen? Fehlanzeige. Rudi Mühlhans (Freie Bürgerliste Miteinander), den viele auf der Rechnung hatten, winkt ab. Und auch bei der CSU ist kein Kandidat in Sicht.
(Übrigens: Alles aus der Region gibt's jetzt auch in unserem regelmäßigen Bad-Tölz-Newsletter.)
Zu alt für Spitzenamt
Mühlhans gilt als wahlkampferprobt: Sowohl 2014 als auch 2019 bewarb er sich um das Spitzenamt in seiner Heimatgemeinde – allerdings ohne Erfolg. Ein drittes Mal will er nun nicht mehr antreten. „Ich finde, es passt nicht mehr“, sagt er und verweist auf sein Alter. Beim nächsten Urnengang werde er 59 Jahre alt sein, rechnet Mühlhans vor. Und um alle Projekte umzusetzen, die ihm am Herzen liegen, brauche man zwei Amtszeiten. Dann wäre er 71 – in seinen Augen viel zu alt für solch eine verantwortungsvolle Aufgabe. „Es ist für mich an der Zeit, etwas ruhiger zu machen“, findet Mühlhans. Ganz aus der Kommunalpolitik verabschieden will sich der Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit Geretsried aber nicht: Für ein Mandat im Gemeinderat stehe er erneut zur Verfügung. „Das macht Spaß“, sagt er.
Bei der Freien Bürgerliste Miteinander, der er angehört, sieht Mühlhans durchaus Talente mit Potenzial für das Bürgermeisteramt. Doch aus beruflichen oder familiären Gründen kommt ihm zufolge derzeit niemand infrage – alle hätten eine Kandidatur ausgeschlossen. Wenn sich die Gruppierung am Mittwoch, 10. Dezember, im Gasthof zur Post zur Nominierungsversammlung trifft (Beginn: 19 Uhr), dürfte sie daher voraussichtlich nur ihre Gemeinderatsliste verabschieden. Sollte sich wider Erwarten doch noch jemand für den Posten des Rathauschefs interessieren, könne sich der Aspirant möglichst bald melden, so Mühlhans. Eine Einschränkung gibt es allerdings: „Er muss zu uns passen.“
Seit 2014 ist die Freie Bürgerliste Miteinander im Gemeinderat vertreten – aktuell mit vier Sitzen. In dieser Zeit habe man viel bewegt, betont Mühlhans, insbesondere in Sachen Transparenz. So würden heute deutlich mehr Themen im öffentlichen Teil der Sitzungen behandelt – und die Bürger könnten die Diskussionen direkt mitverfolgen. Für die Wahl 2026 setzt sich die Gruppierung ein ehrgeiziges Ziel: Ein Sitz mehr soll es werden. „Das wird schwierig“, räumt Mühlhans ein – zumal ohne einen Bürgermeisterkandidaten als Zugpferd.
Auch die CSU kämpft offenbar mit Personalmangel. 2026 wird die Partei keinen eigenen Bewerber um den Chefposten im Rathaus ins Rennen schicken. Den Anspruch, das Spitzenamt zurückzuerobern, gebe man jedoch nicht auf, betont der Ortsvorsitzende Hans-Otto Pielmeier. „Wir befinden uns in einem Strukturwandel“, sagt er. Sprich: Geeignete Köpfe seien durchaus vorhanden, sie müssten aber erst noch Erfahrungen im Gemeinderat sammeln. Die Christsozialen richten ihren Blick daher bereits auf die übernächste Wahl – und wollen bis dahin potenzielle Kandidaten gezielt aufbauen. Konkrete Namen werden allerdings nicht genannt.
CSU-Fraktion will zulegen
Für die Gemeinderatswahl gibt man sich selbstbewusst: Derzeit verfügt die CSU über sechs Sitze, zählt man das Mandat ihrer Nachwuchsorganisation, der Jungen Union, hinzu. Die Fraktionsstärke wolle man, wenn möglich, ausbauen, gibt Pielmeier als Devise aus. Am Freitag, 28. November, findet im Café Lugauer (Beginn: 19.30 Uhr) die Nominierungsversammlung statt.
In Benediktbeuern mangelt es nicht an Themen, die im Wahlkampf eine Rolle spielen könnten. Die finanziellen Spielräume sind, wie in den meisten Kommunen, begrenzt, die Aufgaben dafür umso umfangreicher. Ob beispielsweise der Kita-Neubau, die Lösung des Parkplatzproblems, die Zukunft der Alten Apotheke, das Dorferneuerungsprojekt oder die Schaffung bezahlbaren Wohnraums – die Agenda der Kommunalpolitik ist lang.