Nach sieben Jahren: Grünes Licht für Bauprojekt am BSA-Gelände in Gmund

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Der neue Standort der Firma Stang soll hier an der Kreuzstraße entstehen. © Dunkl

Sieben Jahre Planung und engagierte Debatten um Umweltschutz und Entwicklung: Nun ist der Weg frei für das Bauprojekt am BSA-Gelände an der Kreuzstraße in Gmund.

Gmund – Sieben Jahre lang wurde geplant, geprüft und gerungen – nun ist der Weg frei für das Bauprojekt am BSA-Gelände an der Kreuzstraße. Der Gemeinderat Gmund beschloss vergangene Woche einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 45. Unter Leitung von Bürgermeister Alfons Besel fiel damit die Entscheidung, die ein langes Verfahren abschließt.

„Es ist wunderbar, dass wir nach sieben Jahren Planung an diesem Punkt angelangt sind“, sagte Besel zu Beginn. Die Zeitspanne erklärt sich vor allem durch die hohe Sorgfalt, die Natur und Umwelt erfuhren. Besonders die streng geschützte Haselmaus stand im Zentrum vieler Untersuchungen.

Umsiedlungsflächen wurden ausgewiesen, ihre Wirksamkeit begleitet und kontrolliert. Auch Lebensräume für Waldeidechsen und Blindschleichen mussten erhalten oder verbessert werden. Die Naturschutzbehörden waren tief eingebunden – und die Gemeinde ebenso. Das kostete Zeit, wurde aber bewusst in Kauf genommen. Dieses Engagement wurde von der Zivilgesellschaft aufmerksam begleitet.

Bauprojekt BSA-Gelände: Gmund findet einen Kompromiss

Die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal und örtliche Umweltschützer setzten sich über Jahre dafür ein, dass ein sensibler Umgang mit dem Areal Standard bleibt. Sie machten auf ökologische Risiken, zusätzlichen Verkehr und die besondere Landschaft aufmerksam – und trugen damit dazu bei, dass Schutzmaßnahmen heute fester Bestandteil der Umsetzung sind. Das wurde im Gemeinderat anerkannt, auch wenn die Positionen nicht immer deckungsgleich waren.

Parallel dazu wurde auf wirtschaftlicher Seite argumentiert. Die Firma Stang ist ein regional verwurzelter Arbeitgeber, der sich weiterentwickeln möchte. Die Neuordnung des bisher unansehnlichen Geländes soll Arbeitsplätze sichern, Strukturen verbessern und dabei möglichst wenig neue Fläche verbrauchen.

Wirtschaft und Artenschutz

Befürworter betonten, dass die Gemeinde Verantwortung trage, gute Arbeit im Ort zu halten – und zugleich moderne Standards einzufordern. Besel formulierte es so: „Wir haben alle Belange abgewogen und die Planungen entsprechend angepasst.“ Mit dem Satzungsbeschluss startet nun die Phase der konkreten Umsetzung.

Bauanträge können gestellt werden, und die Artenschutzmaßnahmen bleiben weiter im Fokus. Ob sich die Sorgen der Kritiker oder die Erwartungen der Befürworter bewahrheiten – das wird sich erst zeigen, wenn Hallen stehen und der Betrieb läuft.

Für den Moment ist jedoch spürbar: Gmund hat an einem sensiblen Ort eine Entscheidung getroffen, die Wirtschaft und Umwelt gleichermaßen im Blick behalten will. Dass diese Balance nur durch das Engagement aller Beteiligten erreicht wurde – Gemeinde, Unternehmen, Fachstellen und Naturschutz – darf als positives Zeichen gewertet werden. Stephanie Dunkl

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