Grüne unter Rassismus-Verdacht? Göring-Eckardt postet Döner-Bild zu Merz´ Stadtbild-Debatte und erntet Kritik

  1. Startseite
  2. Politik

Merz‘ Stadtbild-Debatte sorgt für weitere Furore: Fauxpas von Grünen-Politikerin mit Döner-Bild

Kommentare

Das Gegenteil von „gut“ ist „gut gemeint“: Die Grüne Katrin Göring-Eckardt mischte sich mit einem Beitrag auf X in die Stadtbild-Debatte ein, die Kanzler Merz losgetreten hatte.

Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz steht bereits seit Tagen wegen seiner viel diskutierten Wortwahl zur Stadtbild-Debatte in der Kritik. „Ich habe gar nichts zurückzunehmen – im Gegenteil“, hatte der CDU-Chef am Montag (20. Oktober) nach der Präsidiumsklausur seiner Partei noch erklärt. Unter anderem hatte es auch von Grünen-Politikern harsche Kritik an Merz gehagelt – doch jetzt rückt sich auch die Grüne Katrin Göring-Eckardt mit einer Aussage in ungünstiges Licht.

Die Grüne Katrin Göring-Eckardt mischte sich in die Stadtbild-Debatte ein, die Kanzler Merz losgetreten hatte, und erntet nun selbst Kritik. © X-Screenshot/Katrin Göring-Eckardt/IMAGO/dts Nachrichtenagentur

„Ich hatte heute Stadtbild“, schrieb sie auf X zu einem Foto eines Halloumi-Döner-Sandwiches, offenbar um ihre positive Einstellung zum multikulturellen Stadtbild zu betonen. Doch dieser Beitrag kam in der Öffentlichkeit nicht so positiv an wie erhofft, sondern stieß seinerseits auf Kritik. Publizist und Aktivist Ali Utlu kommentierte das Posting: „Sie reduzieren uns Türken auf Döner. Wir sind ja keine Anwälte, Geschäftsleute, Moderatoren etc. Nur Döner. Danke für nichts“.

„Danke für nichts“ in Merz´ Stadtbild-Debatte: Grüne Göring-Eckardt mit Döner-Bild in der Kritik

Die positiven Beiträge von Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Gesellschaft auf das Betreiben von Imbissbuden zu reduzieren, weckt im Netz Unmut. Auch Baha Jamous, Autor, CDU-Mitglied und Vize Präsident von Marketing & Communications der Solarisbank, re-postete den X-Betrag von Göring-Eckardt mit dem Zusatz: „Wahnsinn. Die merken überhaupt nicht, wie sie selbst rassistische Ressentiments bedienen“.

Ingenieur Tarek Muller bemerkt ironisch: „Ja, ich als Ingenieur mit Migrationshintergrund identifiziere mich genau mit dieser Halloumi-Tasche. Danke für die Klarstellung, Frau Göring-Eckardt.“ Und eine weitere X-Nutzerin kommentierte: „Mega eingeschränkt. Fällt Ihnen zu unseren migrantischen Mitmenschen nur der Döner ein? Wissen Sie, wie viele integrierte Migranten mit der AfD liebäugeln inzwischen?“

Stadtbild-Debatte dehnt sich aus: Göring-Eckardt bedient „rassistische Ressentiments“ mit Döner-Bild

Kanzler Merz hatte ursprünglich während eines Auftritts in Potsdam zum Erstarken der AfD die Aussage getätigt: „Wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem“, weshalb „in sehr großem Umfang auch Rückführungen“ auf den Weg gebracht würden. Kritik kam daraufhin auch aus den eigenen Reihen:

Dennis Radtke, Chef des CDU-Sozialflügels, erklärte gegenüber der Funke-Mediengruppe, dass er zum Einen von Merz als Kanzler einen anderen Ton erwarte. Zum anderen gebe es zwar war an vielen Orten ein verstörendes Stadtbild mit Problemen wie Drogensucht oder Obdachlosigkeit, doch zu behaupten, dies ließe sich durch Abschiebungen ändern, greife zu kurz und werde der Komplexität des Problems nicht gerecht.

Merz-Aussagen als „Dogwhistle“ eingeordnet: Stadtbild-Debatte erinnert an Aussage zu „kleinen Paschas“

Merz ist bereits in der Vergangenheit mit umstrittenen Äußerungen zur Migration aufgefallen. In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz im Januar 2023 sprach Merz etwa von „kleinen Paschas“ und meinte damit Grundschulkinder aus muslimischen Familien. Eine Entschuldigung verweigerte er damals.

Die Organisation Campact ordnete die aktuelle Aussage von Merz als „eine klassische Dogwhistle“ ein. Damit ist gemeint, dass eine Botschaft gesendet wird, die von einer bestimmten Gruppe verstanden und als Bestätigung ihrer rechtsextremen Einstellung wahrgenommen wird, vom Rest der Gesellschaft jedoch oberflächlich als harmlos aufgefasst werden kann. Zudem verweist die Organisation auf ein Zitat des Reichspropagandaleiters Joseph Goebbels aus dem Jahr 1941 über Jüdinnen und Juden: „Sie verderben nicht nur das Straßenbild, sondern auch die Stimmung.“ (Quellen: X/GoeringEckardt, X/AliCologne, X/baha_jam, X/Tarek_Muller, X/nida_banou, Funke-Mediengruppe, dpa, Campact) (nana)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/rassismus-gruene-goering-eckardt-postet-doener-zu-stadtbild-debatte-zr-93999464.html