Zwei Frauen sind am Donnerstag in Puchheim und Gröbenzell Opfer von Anruf-Betrügern geworden. Deren Beute ist beträchtlich.
Puchheim/Gröbenzell - In den Mittagsstunden erhielt eine Seniorin aus Gröbenzell einen Anruf von einem angeblichen Krankenhausmitarbeiter. Dieser teilte der Frau mit, dass bei ihrer Tochter Krebs im Endstadium diagnostiziert worden wäre und sie nur durch die sofortige Zahlung einer hohen Geldsumme eine lebensrettende Therapie erhalten könne, berichtet die Kripo.
Die Seniorin übergab in der Folge zwischen 14 und 15 Uhr Bargeld und Silber im Wert von rund 55 000 Euro. Übergabeort war das Wohngebiet zwischen Friedenstraße und Bussardstraße in Gröbenzell. Der Abholer war etwa 22 bis 25 Jahre alt, hager und hat dunkle Haare. Er trug dunkle Kleidung und hatte einen schwarzen Handgepäckkoffer dabei.
Im zweiten Fall kontaktierte ein angeblicher Kriminalbeamter eine 72-jährige Frau aus Puchheim. Er gab vor, dass Ermittlungen ergeben haben, dass sich der Name der Seniorin auf einer Liste befinden würde und sie eventuell ins Visier von Einbrechern geraten sei. Zudem gebe es einen Mitarbeiter in ihrer Bankfiliale, der persönliche Daten an Kriminelle weitergeben würde. Sie solle nun 15 000 Euro in bar von ihrer Bank abheben. Die Puchheimerin laut Kripo kam der Aufforderung nach. In der Folge legte sie das Geld in einen geschlossenen Kochtopf vor ihre Haustür. Der Betrüger wies sie an, die Rollos zu schließen und die Wohnung nicht zu verlassen. Gegen 17.30 Uhr war der Kochtopf leer. Vom Abholen selbst bekam die Frau nichts mit.
Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck bittet Zeugen, verdächtige Wahrnehmungen unter der Telefonnummer: (08141) 6120 zu melden.
Um nicht selbst Opfer eines Schockanrufs zu werden, gibt die Kriminalpolizei folgende Tipps:
1) Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
2) Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 an! Das machen nur Betrüger. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
3) Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
4) Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
5) Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
6) Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
7) Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
8) Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!
Weitere Informationen zum Thema Schockanruf beziehungsweise Betrug über Messengerdienste finden Sie im Internet auf den Seiten der Präventionskampagne LEG AUF!