Sabine Bauer ist neue Rektorin an der Karlsfelder Verbandsgrundschule. Sie setzt verstärkt auf Sozialkompetenz, digitale Zusammenarbeit und neue Ganztagsangebote, wie sie im Interview mit der Heimatzeitung erklärt.
Karlsfeld – Seit Anfang des Schuljahres ist Sabine Bauer die neue Rektorin der Verbandsgrundschule (VGS) in Karlsfeld. Die 55-jährige Karlsfelderin hat zuvor die Grundschule Röhrmoos geleitet. Im Interview spricht sie darüber, wie es ist, nun an einer Schule mit fast dreimal so vielen Klassen zu arbeiten, was sie positiv überrascht hat und warum sich die Viertklässler heuer besonders freuen können.
Herzlichen Glückwunsch Frau Bauer zu Ihrer neuen Position als Rektorin! Haben Sie sich schon eingelebt in der VGS?
Sabine Bauer: Ja, es macht großen Spaß. Es ist ein tolles Gefühl hier in der neuen Schule. Ich wohne seit 23 Jahren in Karlsfeld und kann nun mit dem Fahrrad in die Schule fahren.
Wie war Ihr erster Eindruck von der VGS?
Die Schule ist sehr schön an der Würm gelegen und nicht einfach nur ein Klotz. Meine Vorgängerin, Ursula Weber, hat den Neubau begleitet und viel Energie hineingesteckt. Ich konnte mich nun ins gemachte Nest setzen und profitiere davon.
Was ist Ihr persönlicher Lieblingsort an der neuen Schule?
So weit bin ich noch nicht. Aber bestimmt ein Platz in der Sonne.
Sie kommen von einer deutlich kleineren Schule. Wie erleben Sie den Unterschied im Schulalltag?
Ich war neun Jahre in der Schulleitung der Grundschule Röhrmoos tätig. Das ist schon etwas Anderes. Dort gab es zehn Klassen mit 250 Schülerinnen und Schülern. Ich kannte jedes Kind beim Namen. In Karlsfeld sind es 27 Klassen mit über 600 Schüler. Da ist der Kontakt natürlich ein anderer. Aufgrund der beiden Lernhäuser merkt man aber gar nicht, dass es so viele Kinder sind. Es ist wie eine kleine Welt in der großen.
Was hat Sie an der Stelle in Karlsfeld gereizt?
Ich wollte eine neue Herausforderung. Da die VGS eine größere Schule ist, arbeitet man auch viel mehr mit anderen Organisationen zusammen. Zum Beispiel dem KJR, der die Fächer Glück und Demokratie in den Ganztagsklassen anbietet. Ich überlege auch, den TSV Eintracht Karlsfeld mit Sportangeboten in den Ganztag einzubeziehen.
Was hat Sie an Ihrer neuen Aufgabe bislang besonders überrascht?
Ich hätte nicht gedacht, wie ruhig es in dem Schulhaus ist, obwohl so viele Kinder da sind.
Gibt es etwas, das Sie von Ihrer alten Schule mitgebracht haben? Ein Ritual oder eine Idee?
Wie in Röhrmoos, arbeite ich auch in Karlsfeld digitaler. Weil man die Lehrer viel seltener sieht, planen wir regelmäßige gemeinsame Events.
Haben Sie ein bestimmtes pädagogisches Motto?
Die ganze Schulfamilie muss gemeinsam an einem Strang ziehen, so wie es sich im Schullogo der VGS widerspiegelt: miteinander.
Wo möchten Sie neue Impulse geben?
Das ist jetzt noch zu frisch. Mir ist aber wichtig, dass die Sozialkompetenz und die Selbsttätigkeit der Kinder gefördert werden. Ich möchte gerne noch mehr Angebote im Bereich „sozialwirksame Schule“ machen.
Welche aktuellen Herausforderungen gibt es an Ihrer neuen Schule, Stichwort „Lehrermangel“?
Es wird wieder besser. Wir können in diesem Schuljahr AGs für Dritt- und Viertklässler anbieten. Das war die vergangenen Jahre nicht erlaubt. Zum Beispiel können die Kinder an „Von der Wolle zum Teppich“, Yoga, Schulgarten oder Upcycling teilnehmen. Die Kinder kannten solche Zusatzangebote gar nicht.
Wenn Sie einen Wunsch für das Bildungssystem freihätten, welcher wäre das?
Kleinere Klassen, zwei Lehrer pro Klasse. Ich hätte viele Wünsche, weiß aber auch, dass vieles davon lediglich Träume sind.