Nach zwölf Jahren kündigt Marcel Fath überraschend an, bei der Kommunalwahl 2026 nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren.
Gleich zu Beginn der Bürgerversammlung, zu der am Donnerstagabend 80 Petershausener in die Schulaula gekommen waren, überraschte Rathauschef Marcel Fath (58) mit einer persönlichen Nachricht: „Das ist meine letzte Runde als Bürgermeister.“ Bei der Kommunalwahl im März 2026 wird Fath, der 2014 ins Amt kam, damit nicht mehr für den Chefsessel im Rathaus kandidieren.
Fath zählt einige Gründe für Rückzug auf
„Das hat viele Gründe und die sind auf keinen Fall einfach“, erklärte Fath den erstaunten Bürgern im Saal. An den Aufgaben eines Rathauschefs liege es nicht. „Ich bin richtig gerne Bürgermeister dieser Gemeinde.“ Seine Aufgabe erlebe er als Berufung. „Es ist ein ganz, ganz toller Beruf!“
Aber eben auch ein Beruf mit Schattenseiten. So sei man als Bürgermeister „einer Vielzahl von Anfeindungen, übler Nachrede, Drohungen und viel Hass ausgesetzt“. Und in den vergangenen Jahren hätten ihm einige „immer Prügel zwischen die Beine geworfen“.
Weiter beklagte Fath die ausufernden Vorgaben und Vorschriften, eine „Explosion der Bürokratie“. Zudem sei man Bürgermeister sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. „Auch im Urlaub kann man nicht plötzlich nicht Bürgermeister sein, das funktioniert nicht.“ In der Folge habe ihm in den vergangenen Jahren die Zeit gefehlt für die Familie, für seine Frau und Freunde. „Dazu bin ich nicht mehr bereit.“
Als „massivsten Geduldsverlust“ fasst Fath im Gespräch mit der Heimatzeitung zusammen, was letztlich der Auslöser für seinen Rückzug war. Auch stellt er klar: „Die klassische Vermutung, dass es gesundheitliche Gründe gibt, das ist es nicht.“
Tatsächlich kommt diese Entscheidung unerwartet, auch für viele politische Akteure im Ort. Persönlich hält Fath den Zeitpunkt durchaus für einen „klugen Moment“. Denn er habe an Projekten und Entwicklungen „viel abgearbeitet und auf die Schiene gesetzt“.
Keine konkreten Pläne für die Zukunft
Für seine berufliche Zukunft gebe es noch keinen konkreten Plan, „aber ein paar Ideen“, sagt Fath, der vor seiner Amtszeit als Unternehmensberater gearbeitet hat. Doch bis 30. April, dem Ende der Legislaturperiode, bleibe er mit vollem Engagement Bürgermeister. „Da können Sie auf mich zählen!“ Danach sagt er eine „mustergültigste Übergabe“ der Amtsgeschäfte zu. Ab 1. Mai werde er nicht mehr kommunalpolitisch tätig sein. „Aber bei unseren Vereinen sehr gerne.“
Bei den Freien Wählern als Faths politischer Heimat waren Vorstand und erweiterter Vorstand schon eine Weile informiert. „Wir akzeptieren die Entscheidung und stehen geschlossen hinter ihm“, so Gemeinderätin und zweite FW-Vorsitzende Karina Hechtl. Um nun einen Bürgermeisterkandidaten zu finden, gehen die Freien Wähler einen ungewöhnlichen Weg: Sie schalten eine Stellenanzeige.
Die anderen Fraktionen sind überrascht
Im Gegensatz zu den Freien Wählern kommt der Rückzug von Rathauschef Fath für die übrigen im Gemeinderat vertretenen Parteien und Wählergruppen überraschend. Auch für die CSU, so der dritte Bürgermeister und CSU-Gemeinderat Johannes Stadler. Die Entscheidung sei sicher lange und gut überlegt, „das Amt des Bürgermeisters ist kein Leichtes“, so Stadler. Für die Strategie der CSU ändere sich nichts, „wir möchten sowieso einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen“.
Überrascht wurde auch Grünen-Co-Vorsitzende Susanne Strauß. Die Entscheidung könne sie aber verstehen, „denn man ist nicht nur Bürgermeister, sondern auch Mensch“. Auch bei den Grünen ändert sich wahltaktisch nichts. Dass ein Grünen-Kandidat fürs Bürgermeisteramt nominiert wird, steht schon fest.
Dagegen ist noch offen, ob die SPD einen Bürgermeisterkandidaten aufstellt, berichtet Fraktionsvorsitzender Gottfried Lehmann. Der Rückzug Faths habe für ihn eine Signalwirkung: „Wenn Menschen, die in öffentlichen Ämtern stehen, persönlichen Angriffen ausgesetzt sind, ist das eine Entwicklung, die uns als Gesellschaft schmerzt.“
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