Die Schönheit vor der Haustür

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Wasserspiele im Aubachtal: Mit seiner Kamera lichtete Hans Karuga den Aubach auf ganz andere Weise ab. © rutt

Der Weßlinger Hans Karuga zeigt im Pfarrstadel besondere Bilder vom Aubach.

Fast kann man es hören, das Gluckern und Strömen, Glucksen und Plätschern: Im Weßlinger Pfarrstadel zeigt Hans Karuga in den kommenden Tagen Fotografien, die er in den vergangenen fünf Jahren im Aubachtal gemacht hat. Eröffnung der Ausstellung „Im Aubachtal“ ist heute, Freitag, um 19 Uhr.

Warum in die Ferne schweifen? Wer in unserer Landschaft lebt, hat Naturschönheiten direkt vor der Haustür. Eine davon ist der Aubach. Er schlängelt sich an Weßling vorbei bis Hechendorf, dort mündet er in den Pilsensee. Hans Karuga hat schon immer fotografiert, über die Jahre ist es immer mehr geworden. Naheliegend, denn der gebürtige Münchner, der seit 30 Jahren in Weßling lebt, ist Industriedesigner und hat beruflich viel mit Licht und Beleuchtung zu tun. Da ist sie schon, die Verbindung zur Fotografie.

Die Wasserfläche im Spiel mit Licht und Bewegung fasziniert Karuga. Vor fünf Jahren hat er begonnen, zu allen Tages- und Jahreszeiten den Aubach abzulichten. Er fand für diesen Zweck eine spiegellose Systemkamera von Sigma. Deren Stromverbrauch ist zwar hoch, weshalb diese Kameras in den Kritiken oft nicht so gut wegkommen. „Aber in der Detailabbildung ist sie perfekt.“

Außerdem ist sie klein und leicht. Denn Karuga geht nicht spazieren und hält drauf. Sondern er zieht Gummistiefel an, steigt gar ins Gewässer, befestigt die Sigma auf einem Stativ ganz nah an der Wasseroberfläche und wartet dann ab. Manchmal sitzt er so tief im Gebüsch oder nah im Wasser, dass ihn Fußgänger schon mal übersehen. Eine App zeigt ihm den Sonnenstand an. Denn wenige Minuten können das Licht dramatisch verändern, was in den Fotoserien gut zu erkennen ist. Es kommt durchaus auch vor, dass Karuga bei sich daheim aus dem Fenster schaut, ein vielversprechendes Abendwolkengebilde entdeckt und dann für eine Stunde zum Fotografieren ausrückt. Eine Spiegelreflexkamera hat er zwar natürlich, aber sie wäre für diese ganzen Manöver viel zu schwer.

Tausende Bilder hat Karuga gemacht, beispielsweise von diesem einen Ast, der ein bisschen nach Krokodil ausschaut und sich in der Mitte des Bachs im Wurzelwerk verfangen hatte. Ein Jahr lang hing er dort, Karuga fotografierte ihn unter allen Bedingungen und war ganz enttäuscht, als der Ast plötzlich fort war. Sechs Bilder dieser Serie haben es in die Ausstellung geschafft.

Eine weitere Serie hat Karuga einer Welle bei unterschiedlichen Belichtungs- und wieder Tageszeiten gewidmet. Abends setzen sich die Rottöne besser durch, tagsüber leuchtet das Blau. Das Licht tanzt auf den fein ziselierten Wellen. Andere Bilder zeigen Wurzelwerk und Spiegelungen, und was nach Durcheinander klingt, offenbart die Perfektion der Natur, ist einfach schön.

Es ist Karugas vierte Ausstellung. Im Max-Planck-Institut in Martinsried zeigte er Reflexionen von der Würm, im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching Bilder der Ammer. „Ich kann mich da schon reinsteigern“, gibt Karuga zu. „Wenn ich mal Lunte gerochen habe von einem Motiv, dann versuche ich das zu perfektionieren und die besten Momente zu finden.“ Und noch etwas wolle er zeigen: „Wie schön es vor der Haustür ist.“

Mehr als 40 Bilder präsentiert Karuga im Pfarrstadel. Es ist seine Premiere dort, bisher war er nur mit einigen wenigen Bildern bei der Weihnachtsausstellung vertreten. „Im Aubachtal“ ist bis 4. Mai zu sehen und donnerstags, freitags und samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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