Die Gemeinde Forstern wehrt sich gegen eine mobile Anlage zum Bauschutt-Recycling. Zu viel Lärm, zu viel Staub – und mehr Lkw-Verkehr sind ihre Argumente.
Die Gemeinde Forstern ist gegen die Errichtung einer mobilen Bauschuttaufbereitungsanlage samt Lagerflächen an der Staatsstraße 2331. Der Bauausschuss hat das Einvernehmen bereits versagt. Im Rahmen der Beteiligung als Träger öffentlicher Belange gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) hat nun auch der Gemeinderat sein Veto eingelegt.
Auf einer 5000 Quadratmeter großen Fläche im Süden der Gemeinde, direkt an der Grenze zu Hohenlinden, möchte die Firma Sigl aus Lengdorf die Anlage betreiben. Dabei handelt es sich laut Bürgermeister Rainer Streu (AWG) um ein mobiles Betonbrechgerät. Es soll drei bis viermal im Jahr kommen und an etwa drei Tagen um die 10 000 Tonnen Material brechen, „das über Wochen und Monate dort hingefahren und zwischengelagert wird“, erklärte Streu.
Die Anlage könne pro Stunde 200 Tonnen brechen. Laut Antrag sei sie einen Kilometer von Forstern entfernt geplant. „Das stimmt, aber was uns gestört hat, ist, dass Preisendorf nur 680 Meter und die erste Siedlung von Karlsdorf nur 400 Meter entfernt ist – mal abgesehen von zwei Häusern im Gemeindegebiet Hohenlinden mit lediglich 30 Metern Luftlinie“, sagte der Bürgermeister.
Bauausschuss hat schon Nein gesagt
Was die Verwaltung ebenfalls kritisch sieht: „Die Firma hat umgerechnet, dass bei 10 000 Tonnen Material und 230 Arbeitstagen im Jahr pro Tag drei Lkw Material wie Ziegel, Beton oder Fliesen dorthin fahren würden. Aber die müssen ja auch wieder weggefahren werden. Wir müssen also von der doppelten Verkehrsbelastung ausgehen, von sechs Lkw am Tag“, so Streu. Diesen Punkt sehe man auch nicht genug gewürdigt.
Nicht zuletzt sei auf besagter Fläche Kiesabbau nur bis Ende 2024 genehmigt. Bis Mitte des Jahres 2025 müsse das Areal rekultiviert sein. Die Firma Brandl habe in diesem Bereich bereits mit der Rekultivierung begonnen, sie aber noch nicht fertiggestellt, weil der Antrag dazwischengekommen sei. Die Brechanlage würde also nicht mehr in der Versenkung stehen, sondern auf der Oberkante des Geländes. „Das alles hat der Bauausschuss kritisch gesehen und das Einvernehmen nicht erteilt“, erklärte Streu – damit ist jetzt das Landratsamt am Zug, die Angelegenheit zu prüfen.
Grundsätzlich sei es im Außenbereich möglich, eine derartige Anlage zu errichten. „Aber wir haben schon genug Belastung durch den Kiesabbau, durch das Betonwerk. Und die Firma ist in Lengdorf tätig, also wird das Material durch Forstern gefahren“, zählte Streu die Gründe auf, warum die Gemeinde die Errichtung ablehnt: „Wir sehen die zusätzliche Lärm- und Staubbelastung als kritisch, und wir wollen das dort nicht haben.“
„Belästigungen und Störungen“
Gerhard Eicher (CSU) sah das als den richtigen Weg: „Wir haben einen Rekultivierungsplan, der Lkw-Verkehr ist ein Problem, die Straßen werden abgenutzt. Ich sehe für uns als Gemeinde nichts, warum wir dem Ganzen ein Ja geben sollten.“ Auch Maria Feckl (Grüne) meinte, die Straße durch Forstern sei „schon sehr belastet, und wir haben auch nichts von der Gewerbesteuer, sondern nur Folgekosten“. Für Anton Oskar (CSU) war ein Hauptargument, dass die Gemeinde ihren eigenen Rekultivierungsplan aufweichen würde, würde sie der Errichtung zustimmen. Das wiederum stellte für Wilhelm Ertl (AWG) nicht das größte Argument dar, „sondern mir geht es um jeden Lkw weniger auf unseren Straßen“.
So einigte sich der Gemeinderat auf die Stellungnahme, dass durch den An- und Abtransport sowie den Staub „von erheblichen Belästigungen und Störungen“ auszugehen sei. Außerdem verweist man auf das Rekultivierungskonzept, das im Falle einer Erlaubnis nicht umgesetzt werden könne. Diese Einwände werden ans Landratsamt Erding weitergeleitet.