Für sein Lebenswerk wird der 63-Jährige geehrt: Max Kronawitter hat vielen Menschen ein filmisches Andenken geschaffen. Sie haben ihm Mut gemacht.
Eurasburg - Überraschung ist, wenn man irgendwann eine Nachricht aus dem Landratsamt bekommt, weil man für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden soll. „Ich habe ja schon viele Preise bekommen, die gab‘s aber in der Regel für einen bestimmten Film“ sagt Max Kronawitter. Eine Ehrung klar, aber auch die Möglichkeit, eben diesen Film „noch einmal aufs Podest zu bringen“. Nun heißt die Lebenswerk-Würdigung des Landkreises ja „Kulturehrenbrief“, was ein wenig dezenter und weniger abschließender daherkommt. Damit hatte der Eurasburger „nicht gerechnet“.
Schwere Erkrankung fordert ihren Tribut
Max Kronawitter ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Seit 1988 produzierte der studierte Theologe Filme. Seelsorge und Dokumentarfilme zu machen, das sei sich ähnlich, findet Kronawitter. „In beiden Disziplinen werden Menschen begleitet.“ Aufgrund eines Ende 2022 diagnostizierten Hirntumors kann er das jedoch nicht mehr, denn „mein Gesichtsfeld ist eingeschränkt“. Der Befund war ein Schock, die Vorstellung keine Filme mehr zu machen „eine Katastrophe“. Der 63-Jährige hatte mit seiner Produktionsfirma Ikarus-Film über 200 Fernsehbeiträge und Dokumentarfilme realisiert.
Ausgezeichnet wurden unter anderem „1000 Jahre möchte ich leben“, „Selbstbestimmt sterben“ und „Vom Bordell ins Jurastudium“. Es gehe in seinen Filmen immer um „außergewöhnliche Menschen“, sagt er, „Menschen mit Hoffnung“. Im Laufe seiner Krankheit „sind diese Geschichten mir zum Spiegel geworden“, sie hätten ihm Mut gemacht. „Ich bin ein optimistischer Mensch“, sagt er. Seine Erfahrungen mit der Krankheit hat er in dem Buch „Ikarus stürzt“ festgehalten, „ein persönlicher Streifzug durch mein Leben“.
Auch nach dem Lebenswerk geht‘s weiter
Max Kronawitter, der als Autodidakt das Filmen gelernt hat, ist fest überzeugt: „Mit Dokumentationen kann man die Welt verändern.“ Filme, die berühren, die vielleicht neue Perspektiven eröffnen. „Denn mit jedem Menschen, den man verändert, verändert sich auch die Welt“, ist sich der Eurasburger sicher. Jetzt, da er nicht mehr filmen kann, ist er aber immer noch journalistisch tätig, etwa für den Bayerischen Rundfunk, hinzu kommen zahlreiche Vorträge. Für Max Kronawitter ist klar: Auch nach dem Lebenswerk geht’s weiter.