Viele Glückwünsche und eine Edelkastanie zum 100. Geburtstag eines besonderen Taufkirchners

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Einen Geburtstagskuchen zu seinem 100. Geburtstag bekommt Jürgen Tröger. © Sabine Tröger

Sein halbes Leben hat Jürgen Tröger in Taufkirchen verbracht und die Gemeinde durch sein Engagement geprägt. Jetzt hat er seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Taufkirchen - Direkt, nachdem Jürgen Tröger 1972 nach Taufkirchen gezogen war, gündete der Familienvater die Ortsgruppe Bund Naturschutz, in der er bis heute Mitglied ist. 20 Jahre später war er Mitgründer für die Initiative Lebenswertes Taufkirchen (ILT). eürgermeister Jörg Pötke erinnert sich an sein unerschrockenes Engagement bei deren Gründung Mitte November 1995. Im eisigen Schneesturm habe er Passanten auf dem Rathausplatz angesprochen und versucht, sie in eine wärmende Amtsstube zu locken. „Er lotste sie zur Einwohnermeldestelle, wo sie sich mit auftauenden Fingern in die Unterstützerliste einschreiben konnten“, sagt Pötke. „Als wir die notwendigen 130 Unterschriften zusammen hatten, hatte auch seine Nase unsere Kennfarbe orange.“ Jetzt ist der Lokalpolitiker 100 Jahre alt geworden.

Landwirt, Reisebegleiter, Versicherungskaufmann

Jürgen Tröger war nicht von Anfang an politisch engagiert. Er wurde am 2. Oktober 1924 in Berlin als Sohn eines Professors für Elektrotechnik geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Gartenbau in Freising. Später kaufte sein Vater in Heiligenhafen an der Ostsee einen alten Bauernhof, den der junge Landschaftsingenieur einige Jahre bewirtschaftete. Irgendwann zog es ihn in die Ferne. Er gab den Hof auf und arbeitete als Reisebegleiter. In Österreich am Zell am See lernte er seine spätere Frau kennen. Zusammen leiteten sie eine Pension in dem Ferienort. In dieser Zeit kamen auch seine drei Kinder zur Welt. Als seine älteste Tochter Sabine Tröger vier war, wanderte die fünfköpfige Familie nach Kanada aus. Ihre Mutter hatte dort früher gelebt, erzählt sie. Ein Jahr später reisten die Trögers zurück nach Deutschland und kauften ein Haus in Taufkirchen. Neben seinem Job als Versicherungskaufmann engagierte sich Jürgen Törger bis ins hohe Alter für die Gemeinde.

Er lebt bis heute in seinem Familienhaus

Bis heute lebt er in dem einstigen Familienhaus. Mit ihm eine Pflegekraft, die sich um ihn kümmert. Das Laufen klappt nicht mehr so gut, und das Hören. „Mein Vater ist noch fit“, sagt Tochter Sabine Tröger. „Manchmal bringt er Sachen durcheinander, aber das ist in diesem Alter ja normal.“ Seinen Geburtstag hat die Familie mit viel Kuchen, Nachbarn und netten Gesprächen verbracht. Einen Tag später sind Trögers Nichten und Neffen angereist. Zusammen ging es zum Mittagessen an den Tegernsee.

Einsatz für die Natur

„Herr Tröger ist ein umgänglicher und fröhlicher Mensch“, sagt Pötke. „Sein moderates Wesen verschafft ihm Gehör auch bei denen, die seinen Zielen entgegenstehen.“ Aber er könne auch deutlich werden, wenn das Rathaus wertvolle Feuchtwiesen am Hachinger Bach versiegeln lasse. „Nicht auf ihn zu hören, wurde teuer.“ Das Feuerwehrwohnhaus musste neu gebaut werden, nachdem der Standort im Grundwasser zur irreparablen Schädigung der Fundamente geführt hatte. Als Dank für sein jahrzehntelanges Engagement schenkt der Bund Naturschutz Jürgen Tröger eine Edelkastanie. Der Verein wird den Setzling bald am Köglweg pflanzen und ihm widmen.

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