Nichts geht mehr, auch für die Rettungsdienste, daher greift die Gemeinde Farchant zu dieser Maßnahme – Keine Lösung auf Dauer, neues Gespräch am Montag
Farchant – Farchant stellt sich dieser Tage als das Nadelöhr im Verkehr des Loisachtals dar. Seit Montag ist die B23 in Richtung Süden (Ortsteil Garmisch) ab dem Partenkirchner Kreisel gesperrt, davor fließen die Fahrzeuge nur einspurig mit Gegenverkehr durch die Oströhre des Farchanter Tunnels. Seitdem gibt es teilweise chaotische Zustände im Dorf. Am Mittwoch erreichten die Probleme ihren Höhepunkt. Vom Morgen weg stand der Verkehr durch den Ort. „Auch die Partenkirchner Straße war irgendwann dicht“, moniert Bürgermeister Christian Hornsteiner (CSU). Es ging nicht mehr vor und zurück. Und das bis zum frühen Nachmittag. Da ergriff der Rathauschef die letzte Option, die ihm noch blieb – in Absprache mit der örtlichen Polizei. „Wir haben die Ausfahrt Farchant Nord dicht gemacht“, sagt Hornsteiner. „Weil der Verkehr überhaupt nicht mehr abgeflossen ist und die Rettungswege einfach nicht mehr gewährleistet werden konnten.“
Gemeinde kann nicht wegen handeln, wenn es um Sicherheit und Ordnung geht, nicht wegen Überlastung
Letzteres ist der einzige Aspekt, aus dem die Gemeinde eine derartige Anordnung erlassen kann. „Wenn es um Sicherheit und Ordnung geht“, präzisiert Hornsteiner. Das sei der große Unterschied zu den Nachbarn in Österreich, die einfach auch bei Überlastung ein solches Verbot der Abfahrt erlassen können. Der Bürgermeister sah am Mittwoch keine andere Möglichkeit mehr. Denn durch die Sperre der Weströhre meiden die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdiensten auch den Tunnel und bahnen sich im Notfall ihren Weg durch den Ort. „Das wäre schlichtweg nicht mehr möglich gewesen.“
Hornsteiner rief die Feuerwehr zu Hilfe. Kommandant Thomas Joner und sein Team standen sofort parat, um Abhilfe zu schaffen. „Dafür muss man ihnen wirklich dankbar sein, denn es kann eigentlich auch nicht sein, dass sich die Ehrenamtlichen dann in ihrer Freizeit an einem Feiertag da an die Straße stellen.“ Denn mit dem Mittwoch war es nicht getan. Der Tag der Deutschen Einheit am Donnerstag hatte zwar sehr ruhig auf der Straße begonnen, aber ab dem späteren Vormittag staute sich der Verkehr wieder. Hornsteiner zufolge war die Feuerwehr rund eineinhalb Stunden im Einsatz, am Mittwoch waren es zirka zwei gewesen. Die Einsatzkräfte ließen sowohl auf der Brücke bei Oberau wie auch an der Ausfahrt Farchant Nord nur noch die Anlieger durch. Im Ort wurden Sperrbaken zu den Nebenstraßen aufgebaut. Das führte relativ bald zur Beruhigung der Situation im Ort, dafür wuchs der Stau speziell am Donnerstagmittag bis hinter Oberau zurück. „Das Ganze ist einfach ein Teufelskreis“, klagt Hornsteiner.
Monstag steht wieder ein Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt an
Für Montag hat er die Experten des Staatlichen Bauamts nochmals zu einem Gespräch gebeten. „Wir müssen schauen, ob wir noch etwas verändern oder verbessern können, denn ich kann nicht vier Wochen lang die Feuerwehr an die Bundesstraße stellen.“ Speziell dieser Sonntag liegt Hornsteiner schwer im Magen. „Da wird das Wetter schöner.“ Und so dürften die Ausflügler wieder in Richtung Berg ausströmen.