Straßennamen: „Wir sind dran“

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ploetz.jpg © Andrea Gräpel

Zum 1250. Ortsjubiläum sollte die Gemeinde Herrsching die Straßennamen mit Bezug zum Nationalsozialismus geändert haben. Dafür sprach sich ein Herrschinger in der Bürgerversammlung aus. Die Untersuchung dauert aber noch an. Und von den Vorbereitungen zum Jubiläum ist aktuell nur bekannt, wie lange und wo das Festzelt stehen soll.

Herrsching - Der Herrschinger Nikolaus Eisenblätter trat in der Bürgerversammlung in Herrsching am Donnerstag ans Mikrofon, um nach dem Stand der Umbenennung von Straßennamen in Herrsching zu fragen. Für eine Gemeinde, die im kommenden Jahr ihr 1250. Ortsjubiläum feiere, gehöre es sich, in angemessener Weise mit dem Nationalsozialismus umzugehen, sagte er. Sowohl in der einen (Umbenennung) als auch in der anderen (Jubiläum) Sache bat Bürgermeister Christian Schiller um Geduld.

In einer Klausurtagung im April vergangenen Jahres hatte sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, noch nicht über die zunächst drei Straßen zu entscheiden, die nach Personen mit Bezug zum Nationalsozialismus benannt sind. Denn es gab noch einen vierten Straßennamen, der einen NS-Bezug haben könnte. Die Verwaltung hatte deshalb in Absprache mit Gemeindearchivarin Dr. Friedrike Hellerer vorgeschlagen, alle 38 nach Personen benannten Straßennamen in Herrsching zu überprüfen. „Aktuell werden diese Straßen noch auf ihre Vergangenheit untersucht“, sagte Schiller in der Bürgerversammlung.

Eine Adressenänderung kostet die Anlieger ja auch immer viel Geld.

Das Thema stehe, noch bevor das Ergebnis vorliege, trotzdem auf der Tagesordnung einer der nächsten Gemeinderatssitzungen, erklärte der Bürgermeister weiter. Denn die Kommunalaufsicht im Landratsamt habe die Gemeinde darauf hingewiesen, dass Straßen, die schon einmal umbenannt worden seien, nicht noch mal umbenannt werden könnten. Die Alfred-Ploetz-Straße wurde zum Beispiel schon 2002 in Ploetz-Straße umbenannt. „Eine Adressenänderung kostet die Anlieger ja auch immer viel Geld“, erklärte Schiller. Auch die Faktenlage müsse noch mal betrachtet werden. Die Kommunalaufsicht sei der Meinung, dass in die Erklärungstexte zu einer Umbenennung auch die Gründe gehörten, die ursprünglich zur Namensgebung geführt hätten. „Aber wir sind dran“, versprach Schiller.

Dieser Satz könnte wohl auch für die 1250-Jahr-Feier Herrschings im kommenden Jahr stehen. Wie berichtet, hat sich zur Organisation des Jubiläumsfestes ein gleichnamiger Verein gegründet. Gründungsmitglied ist neben CSU-Gemeinderat Ludwig Darchinger auch die Gemeindearchivarin. Dem Organisationsteam gehören insgesamt 16 Personen an, die sich aktuell alle drei bis vier Wochen treffen. Schiller gab in der Bürgerversammlung schon mal so viel bekannt: Für 14 Tage werde auf dem Alten Sportplatz an der Uferpromenade ein großes Festzelt aufgestellt. „Voraussichtlich vom 7. bis 20. Juni 2026.“ Alles Weitere ist noch nicht bekannt.

Ludwig Darchinger, der bei der Organisation federführend ist, verweist im Gespräch mit dem Starnberger Merkur auf die Rechtssituation: „Die Verträge sind noch nicht unterzeichnet.“ Er wolle auf der sicheren Seite stehen, bevor er mehr verrate. „In ein, zwei Monaten wissen wir sicher mehr“, sagt er.

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