Bahnhof Kaufering: Barrierefreiheit mit Tücken

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Keine Spur von Barrierefreiheit: Wer den Bahnsteig am Kauferinger nutzen möchte, muss Treppen überwinden – mit oder ohne fremde Hilfe. Das soll sich nun ändern. © Rizer

Nach langer Vorarbeit und zuletzt einer Petition durch die Marktgemeinde Kaufering soll nun endlich der Umbau des nicht barrierefreien Bahnhofes starten. Doch bis es soweit ist, wird es noch dauern.

Kaufering – Wer derzeit mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen von Kaufering mit der Bahn abfahren will oder ankommt, hat ein großes Problem: Ohne fremde Hilfe ist der Zug aufgrund fehlender Aufzüge oder Rampen, dafür zahlreiche Treppen nicht erreichbar. Dies soll sich nun endlich ändern – der Start der Bauarbeiten ist für kommendes Jahr vorgesehen, 2027 sollen sie abgeschlossen sein. Das sehen die den Planungen der Bahn vor. Sie hat die Marktge­meinde, erstmals seit 2020, um eine Stellungnahme für das Planfeststellungsverfahren gebeten.

„Kaufering ist ein verkehrswichtiger Umsteigebahnhof auf der Strecke München-Lindau.“ Darauf wies Bauamtsleiter Andreas Giampa hin. Die Deutsche Bahn rechnet bis 2040 mit bis zu 10.000 Ein- und Aussteigenden. Um den Bahnhof zukunftsfähig zu machen und vor allem allen Menschen einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen, sollen nun drei Aufzüge an den Gleisen 1, 2/3 sowie 4/5 entstehen. Auch sollen die Treppen eine Schieberinne für Fahrräder erhalten. Vorgesehen ist weiterhin, die Bahnsteige sollen auf 76 Zentimeter anzuheben, um auch den Zustieg ohne Hilfsmittel möglich zu machen. Was jedoch irritiert, dass die Bahnsteige an Gleis 4/5 „nur“ bei 55 Zentimeter Höhe verbleiben. Hier wolle man um erneute Prüfung und Mitteilung bitten, so Giampa.

Parkplatzmangel

Dass während der Baumaßnahmen fast 280 Parkplätze im Bahnhofsnähe entfallen sollen, ist für die Marktgemeinde nicht akzeptabel. Nach Corona steigt die Nutzung der P&R-Plätze wieder deutlich. Eine ursprünglich angedachte temporäre Fläche sei nicht mehr verfügbar. Daher wurde als Kompromiss vorgeschlagen, dass die Bauflächen abwechselnd durch die Bahn genutzt werden, damit nicht der Großteil der Parkplätze durch die Baustelle blockiert wird. Auch alternative Lösungen werden noch einmal diskutiert.

Ob ab 2027 wirklich ein moderner und barrierefreier Bahnhof Kaufering das Ein-, Aus- und Umsteigen einfacher und komfortabler machen wird, muss die Zeit zeigen. Bis dahin bleibt für nicht ganz so mobile Zeitgenossen nur eines: Auf fremde Hilfe hoffen, wenn in Kaufering die Bahn genutzt werden will.

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, der Stellungnahme der Marktge­meinde Kaufering gegenüber der Deutschen Bahn zuzustimmen.

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