400 Festnahmen in Berlin - illegale Böller sorgen für extreme Verletzungen
15.00 Uhr: Die Polizei nahm während der Böllerei in der Silvesternacht mindestens 400 Menschen wegen unterschiedlicher Straftaten fest - etwa so viele wie vor einem Jahr. Etliche griffen Einsatzkräfte oder andere Menschen mit Pyrotechnik an, andere hatten illegale Waffen oder Böller dabei. Nach einer vorläufigen Bilanz seien 30 Polizisten und eine Einsatzkraft der Feuerwehr verletzt worden, teilte Innensenatorin Iris Spranger der Deutschen Presse-Agentur mit. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten allein 34 Polizeibeamte Verletzungen erlitten.
Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) meldete mindestens 17 Bölleropfer. Fünf von ihnen seien durch Kugelbomben schwer an Händen, Gesicht und Augen verletzt worden, darunter auch Kinder, sagte eine Kliniksprecherin. Ein junger Mann sei wohl komplett erblindet, andere Menschen zogen sich demnach Brandwunden zu oder erlitten einen Hörverlust.
"Die Anzahl der Patienten ist im Vergleich zu den Vorjahren eher durchschnittlich oder etwas unterdurchschnittlich. Die Schwere der Verletzungen ist aber ungewöhnlich", erläuterte die Sprecherin. Sie sprach von extremen Verletzungen und «Zerreißungsfrakturen» bei den Opfern aufgrund der großen Sprengkraft der illegalen Böller.
GdP-Chef Kopelke: "Ertrage dieses Macho-Verhalten nicht mehr"
13.40 Uhr: Angesichts der erneuten Angriffe auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht zeigt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit der Geduld am Ende, was das Auftreten mancher junger Männer in sozialen Brennpunkten angeht. "Ich ertrage dieses Macho-Verhalten auf den Straßen und in den sozialen Medien nicht mehr", sagte der Bundesvorsitzende Jochen Kopelke den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Immer wieder gebe es junge Männer aus sozialen Brennpunkten, die meinten, sie beherrschten die Straße.
Mit Blick auf die Attacken gegen Polizisten und Feuerwehrleute forderte Kopelke schnelle Konsequenzen für die Angreifer: "In Leipzig, München, Köln und Hamburg wurden wir gezielt beschossen und verletzt. Das muss schnelle und spürbare Konsequenzen für die Täter und spürbare Auswirkungen auch in die linksextremistische Szene haben."
Einsatzkräfte mit Böllern beschossen - Faeser kündigt hartes Durchgreifen an
12.20 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat den Einsatzkräften von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehren für ihren Dienst in der Silvesternacht gedankt - und eine konsequente Bestrafung von Angriffen auf die Kräfte angekündigt. "Die Täter müssen mit aller Härte verfolgt und bestraft werden", erklärte Faeser am Mittwoch in Berlin. Silvester-Einsätze seien "besonders fordernd und gefährlich", erneut seien Einsatzkräfte mit Böllern und Raketen beschossen und angegriffen worden.
Ein "frühzeitiges konsequentes Durchgreifen" sei das "richtige Mittel gegen Gewalttäter und Chaoten", erklärte die Ministerin. "Die vielen Festnahmen allein in Berlin und die erneuten Angriffe auf Einsatzkräfte zeigen allerdings auch, dass genau dieses harte Durchgreifen absolut notwendig war."
Insgesamt hätten die Menschen aber "an den allermeisten Orten in Deutschland einen friedlichen und fröhlichen Start ins neue Jahr erlebt", erklärte die Ministerin. Die starke Einsatz von Polizistinnen und Polizisten der Landespolizeien sowie der Bundespolizei habe sich ausgezahlt.
Unbekannter zündet Feuerwerkskörper in Flüchtlingsunterkunft
12.00 Uhr: Ein Unbekannter ist in Schwalmtal (Kreis Viersen) in eine Flüchtlingsunterkunft eingedrungen, um dort einen Feuerwerkskörper zu zünden. In der Nacht zu Dienstag habe ein älteres Auto mit vier oder fünf Menschen an Bord an der Unterkunft angehalten, teilte die Polizei mit. Einer der Tatverdächtigen stieg Zeugenaussagen zufolge aus, ging durch eine offenstehende Tür in eine Küche und warf dort einen Feuerwerkskörper in eine Waschmaschine. Damit zerstörte er die Waschmaschine.
Danach ging der Tatverdächtige zurück zum Auto. Beim Wegfahren wurden zwei Raketen gezündet und in Richtung der Unterkunft geworfen. Verletzt wurde niemand. Die Menschen im Auto sollen zwischen 15 und 18 Jahre alt gewesen ein. Der Staatsschutz ermittelt, die Motive sind noch unklar. In der Unterkunft leben rund 100 Menschen unterschiedlicher Nationalitäten.
Jugendliche schießen Rakete auf schlafenden Obdachlosen
11.34 Uhr: Jugendliche haben am Silvesterabend am Bonner Hauptbahnhof laut Polizei mit einer Silvesterrakete gezielt auf einen schlafenden Obdachlosen geschossen. Der Mann habe einen Schock erlitten, teilte die Polizei am Neujahrsmorgen mit. Die Verdächtigen sollen die Attacke mit einem Mobiltelefon gefilmt haben.
Drei der vier Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren seien nach einer Auswertung der Überwachungskameras bei der Fahndung der Bundespolizei erkannt und gestellt worden. Sie müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.
Zahlreiche Einsätze in Berlin: "Die haben Silvester mit Krieg verwechselt“
11.15 Uhr: In Berlin kam es zu zahlreichen Einsätzen in der Silvesternacht. So hätten sich in Schöneberg Gruppen gegenseitig mit Böllern beschossen. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte eine Polizeibeamter gegenüber dem "Tagesspiegel". Ein weitere sagt: "Sowas haben wir noch nicht erlebt. Die haben Silvester mit Krieg verwechselt.“
Mindestens 390 Menschen wurden in der Silvesternacht wegen unterschiedlicher Straftaten festgenommen. Das teilte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Neujahrsmorgen der Deutschen Presse-Agentur mit. Nach einer vorläufigen Bilanz seien 15 Polizisten und eine Einsatzkraft der Feuerwehr verletzt worden. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten allein 34 Polizeibeamte Verletzungen erlitten.
Kleinkind in München durch Feuerwerkskörper schwer verletzt
10.45 Uhr: In der Silvesternacht sind drei Kinder in München durch Feuerwerkskörper schwer verletzt worden, darunter ein Kleinkind. Ein Zwei- und Elfjähriger erlitten demnach Verbrennungen an Hand, Hals und Gesicht, wie die Feuerwehr mitteilte.
Ein 14-Jähriger habe sich Teile der Hand mit einem Böller weggesprengt. Die drei Verletzten wurden demnach in Kliniken gebracht. Die Vorfälle ereigneten sich den Angaben zufolge unabhängig voneinander. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
Bei Notarzt-Einsatz: Zahlreiche Hausbewohner attackieren in Kiel die Polizei
10.26 Uhr: Die Polizei in Kiel ist in der Silvesternacht nach eigenen Angaben von einer größeren Menschengruppe attackiert worden, als die Beamten den Einsatz eines Notarztes absichern wollten. Kurz vor Mitternacht sei bei der Polizei ein Notruf eingegangen wegen eines Herzinfarktes im Stadtteil Gaarden, berichtete ein Sprecher. Weil im Hintergrund aufgeregte Stimmen zu hören waren, seien zwei Streifenwagen in die Diedrichstraße gefahren, nachdem man den Notarzt verständigt habe.
Die Streifenwagen seien vor dem Notarzt eingetroffen und von etwa 70 bis 80 Menschen angegangen worden. Verstärkung sei angerückt. Die Hausbewohner hätten sich über die Anwesenheit der Polizei beschwert und erklärt, sie wollten nur den Notarzt.
Letztlich seien sieben Streifenwagen und zwei Einsatzgruppen vor Ort gewesen, insgesamt 26 Beamte. Es sei unter Diensthund- und Pfeffersprayeinsatz gelungen, dem Notarzt die Arbeit zu ermöglichen.
Angriffe auf Einsatzkräfte in Leipzig und Gelsenkirchen
09.31 Uhr: Angriffe auf Polizisten gab es in der Silvesternacht auch in Leipzig: Müll brannte, Barrikaden wurden gebaut, etwa 50 Menschen griffen Einsatzkräfte der Polizei mit Feuerwerk und Flaschen an. Bei den registrierten Straftaten sei es vor allem um gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruch und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz gegangen, so die Ermittler.
Feuerwehrleute in Gelsenkirchen wurden von Unbekannten mit Silvesterraketen beschossen, als sie gerade eine brennende Mülltonne löschten. In Hagen wurde ein 24-Jähriger in Gewahrsam genommen, nachdem er einen Böller auf einen Streifenwagen geworfen hatte. Gleichzeitig zog die Polizei im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW eine überwiegend positive Zwischenbilanz: „Wir hatten vor allem kleinere Einsätze, große Tumulte sind ausgeblieben“, sagte ein Sprecher der Polizei gegen 03.00 Uhr.
Junge hantiert mit Knallkörper - Teil der rechten Hand abgetrennt
09.00 Uhr: Ein Jugendlicher ist in der Silvesternacht in Hannover schwer an der Hand verletzt worden. Ursache sei den ersten Erkenntnissen der Ermittler nach ein „unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern“, teilte die Polizei am Morgen mit.
Dem 14-Jährigen wurde dabei demnach ein Teil der rechten Hand abgetrennt. Ein Krankenwagen brachte ihn um kurz nach Mitternacht zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Mehr zu Silvester lesen Sie auf der nächsten Seite.