Sauberkeit der Würm unklar

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Die Kneipp-Anlage der Gemeinde Gräfelfing und die Liegewiese mit Badestelle am Anger dürften sich auch in diesem Sommer großer Beliebtheit erfreuen. Garantierte Messungen über bakterielle Belastungen gibt es vorerst nicht. © Dagmar Rutt

Die Temperaturen steigen, da lockt ein Bad in der Würm. Doch heuer ist nicht ganz klar, wie sauber das Wasser ist.

Das Wasser der Würm wird im Frühjahr und Sommer regelmäßig genau untersucht. Keiner soll sein Bad bereuen, weil er dort Bakterien aufgeschnappt hat. Doch heuer läuft es anders. Heuer soll das Wasser frühestens Ende Juli untersucht werden. Dem Starnberger Landratsamt fehlen die Kapazitäten, um Beprobungen vorzunehmen. „Die Beprobung der Würm erfolgt unsererseits seit Jahren freiwillig. Wegen des allgemeinen Fachkräftemangels, der auch die Landratsämter betrifft, müssen wir Aufgaben priorisieren. Das bedeutet, Pflicht- vor freiwilligen Aufgaben“, so der Sprecher des Starnberger Landratsamtes, Stefan Diebl.

In der Vergangenheit gab es in der Würm keinen Grund zur Beanstandung. Weder Intestinale Enterokokken noch Escherichia coli wurden in besorgniserregenden Mengen festgestellt. „Die Probenergebnisse der vergangenen Jahre zeigten in der Gesamtschau keine Auffälligkeiten“, erklärt Diebl. Das Landratsamt geht also davon aus, dass die Würm sauber ist – was Bakterien betrifft.

Jetzt schlägt der Landesbund für Vogelschutz Alarm. Er gab die Ergebnisse einer Untersuchung kleinerer Bäche im Münchner Umland bekannt. In dieser ging es um Chemikalien. „Die Würm ist zu groß“, sagt Ingenieurökologin Raphaela Karl, Leiterin des Projekts bei der Münchner Kreisgruppe des LBV. Daher habe sie die Würm nicht betrachtet. Doch was sie in den vier untersuchten Bächen in den Landkreisen Dachau und Erding entdeckte, übertraf ihre Erwartungen – im negativen Sinn. Karl konnte gefährliche Pflanzengifte, Düngemittel und Substanzen, die seit Jahrzehnten verboten sind, nachweisen. „Viele der von uns nachgewiesenen Substanzen wirken sich in dieser Menge verheerend auf die Wasserqualität und Artenvielfalt aus. Und: Sie können schädlich für die menschliche Gesundheit werden.“

Dachau und Erding klingt erstmal weit weg. Doch Karl meint: „Es fließen auch kleine Bäche in die Würm, und daher lässt sich vermuten, dass die Ausmaße dort auch so sind, wenn diese auch durch landwirtschaftliche Flächen fließen.“

Tatsächlich: Laut Diebl gibt es eine Vielzahl von kleinen, in die Würm mündenden Bächen. Einige seien namenlos, andere seien nicht erfasste Quellfassungen und Entwässerungsgräben. Zudem gebe es viele Niederschlagswasserbeseitigungen in die Würm.

Doch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim gibt Entwarnung: Die Würm wird alle drei Jahre monatlich auf chemische Parameter untersucht – heuer ist es wieder so weit. Im Bereich Leutstetten befinde sich eine Messstelle. Die Ergebnisse werden erst zum Jahresende ausgewertet und geprüft.

Doch als die Würm 2022 einem umfassenden Schadstoffscreening unterzogen wurde, habe es keinen Anlass zur Sorge gegeben. „Soweit ich das auf die Schnelle überblicken kann, sind auch dabei erneut keine Schadstoffe (auch keine Pestizide, keine Düngestoffe) auffällig geworden. In den allermeisten Fällen (Pestizide) war nichts nachweisbar oder Einzelstoffe lagen in wenigen Einzelproben nur knapp über der Bestimmungsgrenze“, so Robert Kapa vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Dazu komme: Der chemische Zustand der Würm sei bereits 2021 als gut eingestuft worden.

Das Wasser der Würm wird also regelmäßig untersucht – nur hinsichtlich der Bakterien herrscht aktuell Pause. Diebl betont, dass es sich bei der Würm nicht um ein Badegewässer handle. Baden in der Würm erfolgt auf eigene Gefahr – heuer mehr als sonst.

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