Nachdem bekannt wurde, dass die B2 nominell aus der Stadt Fürstenfeldbruck hinaus verlegt werden darf, wollen mehrere Stadträte die Bürger einbinden.
Fürstenfeldbruck – Ein entsprechender Antrag ist am Freitagmittag verschickt worden. Unterschrieben ist der Antrag von Andreas Lohde (CSU), Alexa Zierl (ÖDP), Markus Droth (FW) und Professor Klaus Wollenberg (FDP).
Der Stadtrat von Fürstenfeldbruck solle beschließen, die Verkehrsführung und Streckengestaltung der B2 innerhalb der Stadtgrenzen durch einen Bürgerrat entwickeln zu lassen, heißt es in dem Antrag. Diese Entscheidung soll letztlich durch ein Ratsbegehren getroffen werden. Der Bürgerrat soll für einen begrenzten Zeitraum eingerichtet und von einer neutralen, fachlich erfahrenen Stelle begleitet werden. Ziel ist es, eine mittel- und langfristige Kosten-Nutzen-Analyse der vorgeschlagenen Varianten zu erarbeiten, so der Antrag.
Modellprojekt
Die Stadt soll sich außerdem an dem Modellprojekt „Klima trifft Kommune“ beteiligen, das von Mehr Demokratie e.V. und BürgerBegehren Klimaschutz e.V. initiiert wurde. Dieses Projekt soll die Kombination von Bürgerräten mit Ratsbegehren für umstrittene Themen evaluieren, heißt es in dem Antrag.
Die Verlegung der B2 sei ein Thema, das die Politik und die Bürgerschaft in Fürstenfeldbruck seit über 100 Jahren beschäftige. Zahlreiche Modelle und Varianten wurden in dieser Zeit vorgestellt. Die letzte Möglichkeit für eine bauliche Verlegung mit der Schaffung einer dritten Amperquerung, finanziert durch den Bund, wurde 2014 im Stadtrat abgelehnt. Nun steht eine neue Variante zur Diskussion, die eine Verkehrsentlastung der Innenstadt anstrebt, heißt es in dem Antrag.
Spaltungen
Die Diskussion über die Verkehrsführung der B2 habe in der Vergangenheit zu Spaltungen innerhalb der Bevölkerung geführt. Der Bürgerrat solle nun Brücken bauen und eine zukunftsweisende Diskussion ermöglichen. „Die bisherige Informationspolitik der Stadtführung und der Straßenbaubehörden wurde als intransparent kritisiert. Daher soll maximale Transparenz und Mitsprache für die Bürger hergestellt werden“, heißt in dem von den vier Stadträten unterzeichneten Schreiben.
Ein Gespräch mit Jan Renner von Mehr Demokratie e.V. habe ergeben, dass die Fragestellung der B2-Verlegung im Rahmen des Modellprojekts möglich wäre. „Die Stadt sollte die Teilnahme bis Februar 2025 beschließen“, lautet die Forderung. Der Bürgerrat könnte dann im Herbst 2025 stattfinden, und das Ratsbegehren parallel zur Kommunalwahl im März 2026 angesetzt werden, um eine hohe Beteiligung und Legitimität zu gewährleisten.