Krankenhäuser im Süden Gazas an Belastungsgrenze

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Video zeigt Kämpfe im gesamten Gazastreifen: Führende US-Politiker finden deutliche Worte.
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Nach israelischen Luftschlägen geraten zwei Krankenhäuser im Süden Gazas an ihre Grenzen. Um sie herum wurden Unterkünfte errichtet. Alle Infos im Newsblog.

Hamas-Terroristen haben am 7. Oktober die Grenze zu Israel überquert und Massaker angerichtet. Israel greift seither Ziele im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen an. Dieser Newsblog informiert Sie über die aktuellen Entwicklungen:

19.39 Uhr: Nach dem Ende der Feuerpause im Gazastreifen können zwei Krankenhäuser im südlichen Abschnitt des Küstengebiets nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen den Zustrom von Patienten kaum mehr bewältigen. Vor allem das Al-Aksa-Krankenhaus sowie das Nasser-Krankenhaus seien betroffen, teilte die Organisation am Montag mit. In den vergangenen 48 Stunden seien allein im Al-Aksa-Krankenhaus 100 Tote und 400 Verletzte in die Notaufnahme gebracht worden, berichtete Katrien Claeys von Ärzte ohne Grenzen.

Nach kürzlichen Luft- und Bodenangriffen der israelischen Armee sei das Krankenhaus zuletzt von Patienten regelrecht überschwemmt worden. "Wir sehen Patienten mit Anzeichen einer Infektion und nekrotischem Gewebe, da sie seit Tagen und manchmal Wochen keinen Wechsel des Wundverbands erhalten haben", sagte Claeys laut Mitteilung.

Auch das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis befindet sich nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen an der Belastungsgrenze. "Das Krankenhaus hat fast jede Stunde mehrere schwer verletzte Patienten aufgenommen", sagte der für die Stadt zuständige Chris Hook. "Angesichts der Situation im Krankenhaus – es gibt keinen Platz mehr – ist das eine schreckliche Situation."

Seit dem Ende der humanitären Feuerpause in dem abgeriegelten Küstenstreifen sei die Zahl der aus dem Norden geflüchteten Menschen rund um das Nasser-Krankenhaus deutlich gestiegen. Wie Ärzte ohne Grenzen weiter mitteilte, wurden auf dem Parkplatz neue Unterkünfte aufgebaut, in denen die Menschen kampieren.

Berichte über Tote in UN-Schulen in Gaza – UN-Bestätigung steht aus

19.32 Uhr: Bei israelischen Angriffen in der Stadt Gaza soll es viele Tote in zwei UN-Schulen gegeben haben, in der Binnenflüchtlinge untergekommen sind. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete am Montag von mindestens 50 Toten und zahlreichen Verletzten in dem Viertel Al-Daradsch.

Es habe Angriffe der Luftwaffe und von Artillerie gegeben. Eine Sprecherin des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA sagte, sie könne die Berichte bisher nicht bestätigen. Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, sie prüfe die Berichte. Nach Angaben von Wafa hatten Rettungskräfte große Schwierigkeiten, in dem umkämpften Gebiet die UN-Unterkünfte zu erreichen.

Korruptionsprozess gegen Netanjahu wieder aufgenommen

17.28 Uhr: Zwei Monate nach Beginn des Krieges gegen die islamistische Hamas ist am Montag in Israel das Korruptionsverfahren gegen Regierungschef Benjamin Netanjahu wieder aufgenommen worden. Israelischen Medien zufolge könnte Netanjahu in einigen Monaten in den Zeugenstand gerufen werden. Nach dem Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober war das Verfahren zunächst auf Eis gelegt worden.

Der 74-jährige Netanjahu ist in insgesamt drei Fällen wegen Bestechlichkeit, Betrugs und Untreue angeklagt. In den Verhandlungen am Montag ging es um den Vorwurf, Netanjahu habe der Telekommunikationsfirma Besek Gefälligkeiten im Gegenzug für eine positive Berichterstattung auf der zu dem Konzern gehörenden Website "Walla" gewährt.

In einem anderen Fall legt die Staatsanwaltschaft Netanjahu zur Last, zwischen 2007 und 2016 als Gegenleistung für die Gewährung finanzieller oder persönlicher Vorteile Geschenke im Wert von 700.000 Schekel (rund 176.000 Euro) erhalten zu haben, darunter Zigarrenkisten, Champagnerflaschen und Schmuck. Die Zuwendungen sollen unter anderem von Hollywood-Produzent Arnon Milchan stammen, der im Gegenzug Steuervergünstigungen in Millionenhöhe erhalten haben soll.

Irischer Außenminister kritisiert Angriffe auf Gaza als skrupellos

17.20 Uhr: Der irische Außenminister Micheál Martin hat die Fortsetzung der israelischen Luftangriffe im Gazastreifen scharf kritisiert. "Ich habe schon vor der Wiederaufnahme des Kriegs gesagt, dass es skrupellos wäre, den Krieg fortzusetzen und ich bin weiterhin dieser Ansicht", sagte Martin am Montag Medien zufolge in Dublin.

"Wir wissen von den Bombardierungen von Nord-Gaza, dass der Schutz zivilen Lebens keine Priorität hatte und viel zu viele unschuldige Männer, Frauen und Kinder getötet wurden und nun im Süden des Gazastreifens als Ergebnis dieser Bombardierungen getötet werden", sagte Martin. "Und ich verurteile das, es ist falsch."