Uschi Glas hat viele Fans, doch im Laufe ihrer Karriere ist sie auch angeeckt. Ehemalige Kollegen ließen sie deutlich spüren, dass sie nicht mehr willkommen war.
München – Zu den bekanntesten Filmen von Uschi Glas (81) zählt auch heute immer noch die Filmkomödie „Zur Sache, Schätzchen“, die sie zu einer Ikone der 68er machte. Dass sie danach dem „Neuen Deutschen Film“ nicht treu blieb und auch die linksliberale Einstellung der Filmschaffenden in diesem Bereich nicht teilte, bescherte ihr ein unangenehmes Erlebnis in ihrer Stammkneipe. Dort war sie plötzlich nicht mehr willkommen.
Wie Uschi Glas im Interview mit GALORE berichtet, konnte sie mit dem Schwarz-Weiß-Denken der damaligen Zeit nicht viel anfangen. Es habe Sammellisten von Filmschaffenden mit der Parole „Willy wählen!“ gegeben und geheißen: „Wenn du da nicht mitmachst, nicht unterschreibst, nicht mit uns auf die Straße gehst, dann bist du weg.“ Wie Glas erzählt, nahm sie die Drohung nicht ernst und drehte danach andere Filme, die als „Opas Kino“ bezeichnet wurden und beispielsweise mit Heimatfilmen und Klamauk-Komödien zum eher konservativen Unterhaltungskino gehörten.
„Die meinen mich!“: Harte Erkenntnis für Uschi Glas bei Buh-Rufen in ihrer Stammkneipe
Damit sei sie aus der anderen Szene raus gewesen, was sie auch zu spüren bekam, als sie eines Tages ihre Stammkneipe „Alter Simpl“ besuchte, wo sich Filmschaffende trafen. Dort sei sie nämlich „plötzlich ausgebuht“ worden – was sie aber im ersten Moment gar nicht realisierte. „Ich weiß noch, wie ich mich umgedreht habe und schauen wollte, wer gemeint war, bis ich gemerkt habe: Die meinen mich! Das war hart“, erinnert sich Uschi Glas, die zu ihrer allerersten Filmrolle ihr Kostüm selbst mitbrachte. Sie habe dann erst überlegt, ob sie gehen solle, aber sich dann entschieden, sich nicht vertreiben zu lassen und sich trotzdem gesetzt.
Auch heute noch lässt sich Uschi Glas ihren eigenen Kopf nicht verbieten und spricht in Talkshows wenig populäre Themen an. So setzt sie sich seit Jahren für die Aufnahme von Flüchtlingen ein und erklärte dazu 2021 im Focus, dass es für sie „um Menschen und nicht um Zahlen“ gehe. Außerdem äußerte sie im Dezember 2025 in der Talkshow „Riverboat“ Unverständnis darüber, dass die etwa 140.000 jüdischen Bürger in Deutschland nicht in Frieden leben könnten.
„Die sind wir nicht fähig zu beschützen“, stellte Glas fassungslos fest. „Das geht in meinen Kopf nicht rein.“ Die Schauspielerin kämpft seit Jahrzehnten gegen Antisemitismus. Doch eine Ahnenforschung brachte nun schockierende Erkenntnisse über die Vergangenheit ihres Vaters ans Licht. Verwendete Quellen: GALORE Interviews 01/2026, „Riverboat“ (Sendung vom 5. Dezember 2025, ARD-Mediathek)