Odelzhausen bringt Klimakonzept auf den Weg

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Fast 10000 Tonnen Co2 entfallen in Odelzhausen allein auf den Verkehr. © Eckhard Stengel/Imago

Der Gemeinderat Odelzhausen hat ein Klimakonzept auf den Weg gebracht. Ein Experte hatte zuvor interessante Zahlen präsentiert und erläutert, was es für die Kommune zu tun gilt.

Odelzhausen – Der Kommunikationstrainer Götz Braun beschrieb in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Odelzhauser als „sehr aufgeschlossene Menschen“, die Bediensteten der Gemeindeverwaltung als „sehr effizient“ arbeitend und den Bürgermeister als „sehr engagiert“ zu Werke gehend. Doch Braun wollte weder die Sprachfertigkeit der Odelzhauser Gemeinderäte verbessern, noch ihnen mit lobenden Worten das bevorstehende Weihnachtsfest versüßen. Braun wollte sie dazu animieren, ein Klimakonzept zu verabschieden. Denn der Mann aus Garching ist auch Projektleiter bei der Kommunalberatung Klimakom. Seine Firma hatte die Parameter der Gemeinde in Sachen Klimaschutz durchleuchtet.

Zur Erinnerung: Das Klimaschutzkonzept war von der Gemeinde bereits 2021 angeschubst worden. Es folgten eine Bürgerinformationsveranstaltung, drei Workshops sowie sieben Treffen einer Steuerungsgruppe.

Gemeindeoberhaupt Markus Trinkl dankte in der jüngsten Sitzung den Bürgern noch einmal für den „hervorragenden Input“ bei den Treffen, kritisierte jedoch, dass das Konzept „von den Jüngeren getragen“ werden müsse, jedoch: „Bei den Workshops waren null Personen unter 30 Jahren da! Das war etwas ernüchternd“, so Trinkl.

Braun präsentierte aktuelle Daten, die „zum Teil auf Schätzungen und zum Teil auf genauen Zahlen“ basieren. Hier ein Auszug: Von den jährlich 26 000 Tonnen CO2, die in der Gemeinde ausgestoßen werden, entfallen 9246 Tonnen auf den Verkehr, wobei die Klimakom die Bewegungen auf der A8 nicht berücksichtigte. Es folgen der Strom mit 7805, das Heizöl mit 6009 und das Erdgas mit 2720 Tonnen. Holz/Biomasse haben hingegen mit 207 Tonnen einen verschwindend geringen Anteil. Pro Kopf entfallen auf jeden Bürger 4,6 Tonnen CO2, was erheblich weniger ist als der Bundesdurchschnitt mit 7,9 Tonnen.

Die weitaus größte Zahl an Gebäuden (485) sind im Zeitraum von 1949 bis 1978 gebaut worden. Zum Vergleich: Nach 2011 entstanden nur 147 Gebäude. Was die Häuser von 1949 bis 1978 betreffe, lohne es sich da am meisten, energetisch nachzubessern, so Braun, wobei Lorenz Bradl (CSU) relativierte, dass „einige davon schon aufgemörtelt“ worden seien.

Dank der fünf Windräder im Buchwald sowie Photovoltaikanlagen, die zusammengerechnet mehr als 10 000 Megawattstunden Strom erzeugen, ist die Kommune in Sachen erneuerbare Energien sehr gut aufgestellt.

So weit, so gut. Aber was kann Odelzhausen tun, um die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien noch zu steigern und auf der anderen Seite den Energieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen zu senken?

Zwei Sofortmaßnahmen stünden an, so Braun. Einmal das bereits beschlossene Projekt der kommunalen Wärmeplanung, wo Odelzhausen im Verbund mit Nachbargemeinden eine systematische Analyse der Wärmeversorgung vornimmt (wir berichteten). Das zweite Vorhaben: die Förderung von Balkonkraftwerken. „Dabei ist es wichtig, diejenigeneinzubeziehen, die zur Miete wohnen“, so der Klimakom-Mann.

Weitere Maßnahmen mit „hoher Priorität“, so Braun, sind ein PV-Konzept für alle versiegelten kommunalen Flächen, öffentliche kommunale Ladestationen, das Projekt „Rad und Schule: sichere Verbindungen“, bei dem es unter anderem gilt, die Zahl der Elterntaxis zu reduzieren, sowie ein Klimabeirat.

Was zudem angesprochen wurde: weitere Windräder. „Der Flächennutzungsplan lässt ein bis zwei weitere zu“, erklärte Trinkl. Und Roderich Zauscher (Bürgergemeinschaft Odelzhausen) glaubt, dass die Umsetzung mittels einer Bürgergenossenschaft „relativ schnell“ gehe.

Bei allem guten Willen, es gibt bei der Umsetzung der Vorhaben bedeutende Unabwägbarkeiten. So muss in Sachen Windräder erst noch der Eigentümer der Flächen überzeugt werden. Trinkl wies auf Probleme hin: „Viele Maßnahmen sind wünschenswert, aber nicht durchsetzbar.“ Und Experte Braun fand heraus, dass die Verwaltung bei aller Effizienz „wenig Möglichkeiten nach oben hat, um Maßnahmen umsetzen zu können“. Markus Trinkl fasste es schließlich so zusammen: „In der Summe müssen wir kleinere Brötchen backen.“

Am Ende beschloss der Gemeinderat einstimmig das Klimakonzept wie vorgestellt. Für Bürger, die ein PV-Anlage mit einer Leistung von bis zu 800 Watt Peak auf ihrem Balkon installieren, gibt es Geld. Gefördert werden maximal 20 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal aber 200 Euro. Insgesamt stehen dafür im Haushalt 2024 10 000 Euro parat.

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