Die Sonnenäcker-Saison der Solidargemeinschaft Starnberger Land startet im Mai. Wer ein Stück Acker pachten möchte, kann sich bis 23. März melden. Wobei die Hobbygärtner dieselben Probleme haben wie die Landwirte: Das Klima macht ihnen zu schaffen.
Landkreis – Einen eigenen Acker bewirtschaften und selbst Gemüse, Kräuter und Blumen anbauen: für viele eine Leidenschaft. Die Solidargemeinschaft Starnberger Land macht das möglich. Sie startete 2003 mit 19 Pächtern ihr Sonnenäcker-Projekt. Der erste Standort lag in Gilching. Heute sind es zehn, und der größte befindet sich an der Kraillinger Forst-Kasten-Straße an der Gemeindegrenze zu Planegg. Noch bis zum 23. März können sich Hobbygärtner anmelden, um einen Bifang für die kommende Saison zu pachten. Doch die Bedingungen ändern sich, nicht zuletzt wegen des Klimawandels.
Die Bandbreite, was alles auf den Sonnenäckern im Fünfseenland angebaut werden kann, ist groß. „Es wird meist angebaut, was jeder gern am liebsten isst oder woran er sich erfreut“, sagt Theresa Hack, Vorsitzende der Solidargemeinschaft Starnberger Land. Salat, Karotten, Bohnen, Kartoffeln, Tomaten, Zucchini und zahlreiche Blumensorten wie Zinnie, Cosmea, Sonnenblumen oder Ringelblume sehe man beispielsweise auf vielen der Pachtflächen. „Am besten funktionieren Bohnen, Salat, Karotten oder auch Zucchini“, sagt Hack und ergänzt: „Diese sind recht pflegeleicht.“
Der größte Standort ist der Acker in Krailling mit rund 100 Pächtern. „Im Jahr 2023 hatten wir zum Beispiel insgesamt 302 volle Bifänge“, so Hack. Diese schmalen Ackerstreifen sind circa 75 Quadratmeter groß. „Man kann aber auch nur einen halben oder ein Viertel pachten.“ Im Jahr 2020 pachteten 299 Personen eine Fläche. Dann machte sich die Corona-Pandemie bemerkbar. So schnellte die Zahl 2021 nach oben auf 402 Pächter. Auch 2022 blieb sie mit 397 auf einem hohen Niveau. Mittlerweile merke man, dass es sich wieder einpendelt. Vergangenes Jahr kümmerten sich 302 Pächter um Flächen. Wichtig sei, dass die Pächter die ganze Saison dahinter bleiben, erklärt Hack. „Das ist uns wichtig, denn wir möchten dem Landwirt am Ende der Saison auch keinen völlig verkrauteten Acker zurückgeben.“
So wirkt sich der Klimawandel auf die Sonnenäcker aus
Vergangenes Jahr sei allerdings ein schwieriges Anbaujahr gewesen, „da es auf der einen Seite ein sehr nasses Frühjahr gab und dann wiederum lange Trockenzeiten im Sommer mit starkem Unkrautdruck“, erklärt Hack. Die Wetterextreme, die der Klimawandel mit sich bringe, stellten sowohl die Hobbygärtner als auch die Landwirte vor neue Herausforderungen. Uta Neumann, die gemeinsam mit Christine Papst seit 2023 die Sonnenäcker betreut, erklärt: „Das Wetter ist nicht mehr vorhersehbar. Entweder zu feucht oder zu trocken. Die Mitte geht verloren, die so wichtig ist.“ Und nach dem Wetter richtet sich eben die Ernte. So habe es in den vergangenen zwei Jahren zum Beispiel sehr viele Kartoffelkäfer gegeben, „weil die Sommer zu trocken waren und sie sich deshalb sogar zweimal im Jahr vermehren konnten“, erklärt Neumann. Bei der Entwicklung hin zu heißeren Sommern würde sich zum Anbau Gemüse wie Mangold, Zucchini, Linsen, Chili, Paprika, Melone, Bohne, Süßkartoffel, mediterrane Kräuter oder Kürbis eignen.
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Eines der Ziele des Vereins ist es, naturverbundenen Menschen die Möglichkeit zu geben, selbst Gemüse anzubauen. „Es ist herrlich, mal in der Erde zu buddeln und am Ende der Saison selbst etwas zu ernten. Wir machen das vor allem, um Bewusstsein für die Lebensmittel und den Aufwand, der hinter ihrer Erzeugung steht, zu schaffen. Und natürlich, weil es einfach Spaß macht“, schwärmt Hack.
Unter dem Motto „Selber ackern, selber ernten“ können Interessierte an zehn Standorten im Landkreis Starnberg von Mai bis Oktober ihr eigenes Gemüse, Kräuter und Blumen auf den Sonnenäckern der Solidargemeinschaft Starnberger Land anbauen. Die gibt es in Weßling, Gilching (zwei), Oberpfaffenhofen, Gauting (zwei), Krailling, Herrsching und Erling sowie in Pöcking. Die Anmeldephase geht noch bis 23. März. „Aktuell gibt es 270 Anmeldungen“, berichtet Hack. Informationen zu den Standorten und zum Verfahren sind auf unserland.info/starnberger-land im Bereich Projekte zu finden.