Kulturpreis der Grünen würdigt Musikprojekt für Kinder in Germering

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Stolze Preisträger des Kulturpreises der Grünen: (v.l.) Veronika Stich, Rick Johannes Peperkam, Leopold von Tippelskirch und Kathrin Freiwald vom Verein Musik für alle mit Laudator Christian Huber (M.). © Hans Kürzl

Der Verein „Musik für alle – Germering“ wurde mit dem Kulturpreis der Grünen ausgezeichnet. Der Verein ermöglicht Musikunterricht für sozial benachteiligte Kinder.

Germering - Die Idee, den Verein „Musik für alle“ zu gründen, sei auf dem Willkommenstag für Neubürger entstanden, berichten Kathrin Freiwald und Leopold von Tippelskirch bei der Preisverleihung des Kulturpreises der Grünen. Der Preis ging heuer an den Verein aus Germering – und damit zum dritten Mal in den Landkreis. Die bisherigen Preisträger aus dem Kreis Fürstenfeldbruck waren die Biermösln Blasn (1997) und die Subkultur aus Fürstenfeldbruck (2017).

Gelebte Demokratie in Tönen

Beim Neubürger-Empfang in Germering können sich auch Vereine präsentieren, erzählt Kathrin Freiwald weiter. „Wir sind da immer wieder angesprochen worden, auch zu den Kosten.“ In Gesprächen mit Eltern habe sich herausgestellt, dass das Kind zwar Lust hätte, ein Instrument zu lernen, aber man es sich kaum leisten könne. „Ein Blasinstrument lernen können ist eine hohe Hürde“, berichtet Leopold von Tippelskirch aus Erfahrung. Er und seine Kollegin Kathrin Freiwald sind Mitglieder des Sinfonischen Blasorchesters Germering.

Zugang zur Musik verschaffen ist für Grünen-Bezirks- und -Stadtrat Christian Huber, der die Laudatio hält, aus einem Grund besonders wichtig: „Kultur und Musik vermittelt etwas, was niemand messen kann, nämlich Freude.“ Das sei Teilhabe am Leben, an der Gesellschaft in konkreter Form. Kinder und Jugendlichen würden durch das Stipendium nicht nur die Möglichkeit erhalten, ein Instrument zu erlernen. „Sie können das auch in der Gemeinschaft einer Gruppe erleben, Teil eines Orchesters werden“, so Huber und bezeichnete das als „Demokratie in Tönen“.

Wie wichtig eine Förderung trotz finanziell enger Verhältnisse ist, betont Dritte Bürgermeisterin Sophie Schuhmacher (Grüne). „Meine Eltern haben sich immer bemüht, mir Musik nahezubringen.“ Für den Musikunterricht sei aber kein Geld vorhanden gewesen. Im Chor des Max-Born-Gymnasiums habe sie dann erlebt, wie wichtig Kultur ist. „Ihr begeistert junge Leute und lasst sie teilhaben an Kultur, Musik und Gemeinschaft“, lobte Schuhmacher die Preisträger.

Darauf ging auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Andreas Birzele ein. „Kultur ist das, was man braucht, damit die Gesellschaft nicht austrocknet und lebendig bleibt“, sagt er. Das Projekt „Musik für alle – Germering“ zeige, wie wichtig es ist, unabhängig von finanziellen Möglichkeiten Zugang zur Kultur zu erhalten.

Sanne Kurz, kulturpolitische Sprechen der Grünen-Landtagsfraktion, betonte daher die Bedeutung, die der Grüne Wanninger habe. „Der Preis zeichnet Menschen aus, die mit Kultur Brücken zu den Menschen bauen.“ Sie sprach sich deshalb dafür aus, Kommunen und Bezirken mehr finanziellen Spielraum zu verschaffen.

Unterstützung durch Stadt und Stadthalle

Das Preisgeld des Grünen Wanninger in Höhe von 1500 Euro helfe den Preisträgern bei ihrer Arbeit, betont von Tippelskirch. Auch die Unterstützung durch die Stadt und die Stadthalle sei wichtig. Gleichzeitig wolle der Verein aus eigener Initiative heraus, etwa mit weiteren Benefizkonzerten, eine finanziell gute Basis schaffen.