Die Premiere von „Alles Werbung … oder was?“ lockte zahlreiche Theaterfreunde ins Holzkirchner Kultur im Oberbräu. Viermal ist die Komödie noch zu sehen.
Holzkirchen – „Wir haben geflucht, wir haben gesagt, wir machen’s nicht mehr, und am Ende hatten wir so viel Spaß, dass wir eigentlich euch was zahlen müssten“: Das schickte Agnes Kraus am Sonntagabend der Premiere von „Alles Werbung … oder was?“ voraus – dem neuesten Stück des Ü50-Theater-Ensembles Federspiel, das für einen vergnüglichen Abend auf der Fools-Bühne im Holzkirchner Kultur im Oberbräu sorgte.
Den Spaß, den die neun Federspieler hatten, übertrugen sie im Nu aufs Publikum, in dessen Reihen neben örtlicher Prominenz auch zahlreiche Theaterenthusiasten wie Margarete Kutter vom Holzkirchner Team Theater oder eine Abordnung von Kraut & Ruam aus Otterfing saßen. Sie alle hatten sichtlich Freude an der Räuberpistole nach dem Stück des Schweizer Theater-Autors Atréju Diener.
Bankräuber flüchten in Werbeagentur
Der flüchtende Bankräuber Friedrich Brunner alias Kanonenfriedl (Manfred Demmel) und sein unbeholfener Praktikant Rudi (Michael Kraus) landen unverhofft in Georg Wagners (Lorenz Paulus) Werbeagentur. Weil an dem Tag besonderes Tohuwabohu herrscht, weil Wagners Frau (Waltraud Hanke) den Designer Jean-Pierre (Klaus Schmalhofer) zur Renovierung des Wohnzimmers bestellt hat, während in der Agentur nicht nur ein neuer Büroleiter (Jörg Lohmann), sondern auch neue Kundinnen vorstellig werden, können die beiden dort leicht untertauchen. Zumal Agenturbesitzer Wagner nicht in bester Verfassung ist und sich wahlweise für einen Piloten, einen Bettfederfabrikanten oder den personifizierten Älpler aus der Ricola-Werbung hält. Ums Werben kümmert sich indes der aus Not zum Bankräuber mutierte Buchhalter Rudi, der sowohl Influencerin Katy Flowerfly (Vroni Mang) als auch Schwester Constanza (Christine Müller-Gayk) mit seinen pragmatischen Tipps auf die Sprünge hilft.
Cleverer Kunstgriff
Ein cleverer Kunstgriff war der Papagei Fridolin, der mit seinem dicken roten Bauch nicht nur reizvoll auf seinem Stangerl saß und sich mit allerlei Papageien-Geplapper immer wieder in die Gespräche einmischte. Ihm konnte Christa Rimböck ganz elegant auch in den Schnabel legen, was in der Premieren-Aufregung einmal vergessen wurde. Wobei die Darstellerinnen und Darsteller mittlerweile so versiert sind, dass sie gelegentliche Holperer recht elegant kaschierten.
Das abschließende Freudentänzchen auf der Bühne fiel diesmal trotz anhaltenden Beifalls etwas kürzer aus, schließlich drängte Regisseurin Kraus ihr Ensemble, sich ums Premieren-Publikum zu kümmern, mit dem sie gemeinsam auf den gelungenen Abend anstoßen wollten. Die leuchtend gelben Wagerl, die während des Stücks immer wieder zum Einsatz kamen, wurden zu Servierwagen umfunktioniert.
Weitere Vorstellungen von „Alles Werbung … oder was?“ gibt es im Fools-Theater am Sonntag, 12. und 19. Oktober, jeweils um 16 Uhr, am Donnerstag, 23. Oktober, um 19 Uhr und am Donnerstag, 30. Oktober, um 14 Uhr bei der Reihe „Kaffee, Kuchen und Kultur“. Karten zu 15 Euro (ermäßigt 13, Kinder und Jugendliche zehn Euro, bei „Kaffee, Kuchen und Kultur“ 14 Euro) gibt es online und an der Theaterkasse (Tel. 0 80 24 / 47 85 05) oder ab eine Stunde vor Beginn an der Abendkasse.