Mittenwald-Delegation mit Minister auf Südtirol-Mission

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Eng verbunden: (v. l.) Günther Kastlunger (Kompaniechef Untermais), Mittenwalds Bürgermeister Enrico Corongiu, Luis Durnwalder (langjähriger Landeshauptmann von Südtirol), Brigitte Frei (Marketenderin aus Untermais), Roland Spornitz (Hauptmann der Gebirgsschützenkompanie Mittenwald), Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Georg Seitz (Zweiter Bürgermeister Mittenwald) und Peter Brandtner (Ehrenoberleutnant der Gebirgsschützenkompanie Mittenwald) leben in der Brixener Hofburg die bayerisch-Südtiroler Freundschaft. © Privat

Bayern und Südtirol – das passt. Davon konnte sich nun eine Mittenwalder Delegation um Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) bei einem Treffen in Brixen überzeugen.

Mittenwald/Brixen – Dass die Bayern mit den Franzosen gegen die Tiroler Nachbarn Anfang des 19. Jahrhunderts gemeinsame Sache machten, ist unverrückbarer Teil der Geschichte. Heute stehen die Gemeinsamkeiten im Vordergrund – wie etwa bei der 2007 gegründeten Bayern-Südtirol-Gesellschaft (siehe Hintergrund). Dieser Verbund hat nun zum Treffen nach Brixen gebeten. Neben Polit-Größen wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, gleichzeitig Vorsitzender der Gesellschaft, und dem ehemaligen Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder (82) reihte sich in der altehrwürdigen Hofburg eine vierköpfige Mittenwalder Delegation ein: Bürgermeister Enrico Corongiu, dessen Vize Georg Seitz (Freie Wähler) sowie Hauptmann Roland Spornitz und Ehrenoberleutnant Peter Brandtner von den Gebirgsschützen.

Diese wiederum pflegen seit 64 Jahren mit der Kompanie Untermais „Blasius Trogmann“ eine „tiefgewachsene Freundschaft“, wie es Günther Kast㈠lunger, Chef des Südtiroler Verbunds, ausdrückt. Erst Ende Juni hatten sich die Untermaiser und Mittenwalder beim Patenschaftstreffen in Absam gesehen. Nur einen Monat später tauschen sich die Führungsspitzen in Brixen erneut aus.

Für beide Seiten übrigens das erste Mal, dass sie bei einer Konferenz der Bayern-Südtirol-Gesellschaft dabei sein dürfen. „Die Chemie stimmt“, lautet das Fazit von Corongiu, den vor allem der mit allen Wassern gewaschene langjährige Regierungschef Luis Durnwalder (1989 bis 2014) beeindruckte, der für die Autonomie seines geliebten Südtirols in der italienischen Hauptstadt Rom stets wie ein Löwe gekämpft hatte. Ein „Polit-Dinosaurier“ sei er. Und Corongiu meint das keineswegs abschätzig.

Mindestens genauso locker präsentierte sich Joachim Herrmann. „Der war tiefenentspannt bis zum Nachmittag“, erinnert sich Georg Seitz. Aufgrund der Eindrücke ein Brixen könnten sich er und Corongiu weiterführende Kooperationen mit Südtiroler Kommunen oder eine Mitgliedschaft in der Bayern-Südtirol-Gesellschaft durchaus vorstellen. Es geht halt nichts über Völkerverständigung – die Gebirgsschützen exerzieren es vor.

Hintergrund

Aufgrund der Initiative der bayerischen CSU und der Südtiroler Volkspartei (SVP) wurde 2007 die Bayern-Südtirol-Gesellschaft gegründet. Zu den treibenden Kräften zählen der damalige CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann und sein Südtiroler Pendant Dr. Walter Baumgartner. Zweck des Vereins ist die Förderung der Völkerverständigung zwischen Bayem und Südtirol unter Einbeziehung der Gedanken der europäischen Einigung sowie von Bildung, Kunst und Kultur. Der Verein ist parteipolitisch und weltanschaulich ungebunden. Die beiden Vorsitzenden sind Joachim Herrmann und Philipp Achammer (Landesrat Südtirol). Dem Führungsgremium gehören unter anderem noch Ex-Skistar Markus Wasmeier oder Ex-Staatsministerin Emilia Müller an.

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