Kroatien, Brasilien oder Chile: Von weit her reisten viele der Athleten zur diesjährigen Skibob-WM in den Isarwinkel. Drei Tage lang gastierte die Weltelite des Nischensports in Lenggries, um dort ihr Können zu zeigen.
Lenggries – Der Skiclub und die Skibob-Fahrer, das ist eine lange Erfolgsgeschichte. „Wir fühlen uns hier schon wie zu Hause. Hier passt alles und die Zusammenarbeit klappt immer hervorragend“, sagt der in München lebende Luxemburger Marc Frapporti, seines Zeichens Präsident des internationalen und des bayerischen Skibob-Verbands.
Vier Tage lang stand das Brauneckdorf mit seinem Weltcup-Hang ganz im Zeichen der Weltmeisterschaft 2025 mit Super-G, Riesenslalom und Slalom sowie der Kombinationswertung aus den vorgenannten drei Disziplinen. Zuletzt fand die Weltmeisterschaft 2018 in Lenggries statt.
Gesamt-Weltmeister (Kombination) 2025 wurde der Österreicher Joachim Knauß aus Haus im Enztal, der auch die Einzelwertungen im Super-G und Riesenslalom für sich entscheiden konnte. Lediglich im Slalom musste er sich hinter dem vorherigen vielfachen Weltmeister, dem Tschechen Pavel Cihacek, auf Rang zwei einreihen.
Bei den deutschen Skibob-Fahrern dominierte einmal mehr die Familie Steininger aus Bodenmais im Bayerischen Wald. So kam Silvia Steininger in der Kombi-Gesamtwertung auf Platz vier. Ihr hatte ein relativ schwaches Slalom-Resultat eine bessere Gesamtplatzierung verhagelt. Dabei war sie zwar auch vierte geworden, allerdings mit relativ großem Zeitabstand.
Gesamt-Weltmeisterin wurde hier die Tschechin Stanislava Preclikova aus Dobruska vor ihrer Landsfrau Marie Anna Huskova aus Prag. Steininger war im Super-G auf Platz drei gefahren und im Riesenslalom auf zwei. Hier allerdings bis auf die Hundertstelsekunde zeitgleich mit der Österreicherin Iris Lienhard (Wien).
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Das deutsche Dreierpack bei den Herren belegte in der Kombi die Ränge zwölf bis 14, in der Reihenfolge Clemens Müller, Simon Steininger (beide SC Bischofsmais) und Benedikt Bachmair (SBC Ottobrunn). Letzterer belegte im Slalom mit Platz 12 die beste deutsche Einzelwertung. Allerdings lagen die drei immer eng zusammen mit Max Buchner (SBS Ottobrunn) auf diesen Rängen.
Brettlharter Lenggrieser Weltcup-Hang sorgt für optimale Bedingungen für die Skibob-Fahrer aus aller Welt
Der Lenggrieser Skiclub hatte sich auch diesmal bemüht, WM-würdige Rennen auf dem Weltcup-Hang auszurichten. Da war die brettlharte Piste mit viel Wasser in einen ausgezeichneten Zustand gebracht worden und für den Super-G am Donnerstag konnte man die xx-internationale Ski-Rennläuferin Martina Ertl als Vorläuferin gewinnen.
Auffällig war zudem, dass bei aller Konkurrenz in den Wettbewerben vier Tage lang eine eher familiäre Atmosphäre auf dem Weltcup-Hang herrschte. „So etwas erlebst du nur bei den Skibob-Fahrern. Die kennen sich alle, zum Teil seit Jahrzehnten und betreiben ihren Sport mit einer gewissen Leidenschaft“, war da auch Skiclub-Chef Tom Murböck voll des Lobes.
Gelungene WM-Eröffnungsfeier
„Ihr habt da einen Gletscher bis ins Tal hingezaubert“, lobte der ehemalige deutsche Weltcup-Fahrer Kurt Haindl den Lenggrieser Skiclub, der für die „WM-würdige“ Pisten-Präparation zuständig war. Zum zweiten Mal nach 2018 findet die Skibob-WM, die 1967 erstmals ausgetragen wurde, nun im Brauneckdorf statt. Bis aus Brasilien und Chile sind die WM-Teilnehmer diesmal gekommen. Unter der Schirmherrschaft des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann gingen die Wettbewerbe in den Disziplinen Super-G (Donnerstag, 20. Februar), bei einem Nachtslalom (Freitag, 21. Februar) und Riesenslalom (Samstag, 22. Februar) über die Bühne. Angeführt von der Lenggrieser Blasmusik und begleitet von den Skiclub-Kindern mit Fackeln marschierten dann die Athleten auf dem Rathausplatz ein. Dort überreichte ein Vertreter aus dem Schweizer Grächen die Fahne des internationalen Skibob-Verbands an Bürgermeister Stefan Klaffenbacher. In Grächen, einem Ort nahe Zermatt, hatte 2023 die letzte Weltmeisterschaft stattgefunden. Landrat Josef Niedermaier betonte in seinem Grußwort, dass „Sport und Kultur die größten Friedensbewegungen der Welt sind.“ Die Flagge wehte vier Tage lang auf dem Rathausplatz.
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