Axel Kammerer vermisst Tölzer Spieler im deutschen Olympia-Team

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Pure Leidenschaft - Axel Kammerer verlängert bei den Tölzer Löwen bis 2027
Axel Kammerer Trainer der Tölzer Löwen © Oliver Rabuser/Münchner Merkur

Der Trainer der Tölzer Löwen kritisiert die Nominierung für Mailand. Mehrere verdiente Spieler mit Tölzer DNA fehlen im Kader.

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Dabei sein ist alles“ ist das olympische Motto. Aber was, wenn man nicht dabei ist? Erstmals seit langem sind Spieler mit Tölzer Vita Mangelware im deutschen Eishockeyteam für Olympia. Bundestrainer Harold Kreis hat in seinem Kader für das olympische Eishockeyturnier vom 12. bis 29. Februar in Mailand/Cortina (Italien) nur einen gebürtigen Tölzer und zwei weitere mit Bezug in den Isarwinkel nominiert. Dass das deutsche Team für die Winterspiele mit zehn international tätigen Stars wie Leon Draisaitl oder Tim Stützle und etlichen DEL-Spielern gewaltige Qualität hat, bestreitet wohl niemand. „Aber wenn ich Bundestrainer wäre, hätte ich deutlich mehr Tölzer aufgestellt“, sagt Axel Kammerer, Ex-Nationalspieler und Tainer der Tölzer Löwen.

14.04.2025, Nordrhein-Westfalen, Köln: Eishockey: DEL, Kölner Haie - ERC Ingolstadt, Meisterschaftsrunde, Halbfinale, 6. Spieltag, Lanxess Arena. Kölns Maximilian Kammerer (l) und Ingolstadts Johannes Krauss kämpfen um den Puck. Foto: Marius Becker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hätte sich für den Olympia-Kader fast aufgedrängt: Maximilian Kammerer (li.) wurde nicht nominiert. Nun verhindert eine Schulterverletzung des Kölner Stürmers aus Reichersbeuern ohnehin einen Einsatz. © Marius Becker/dpa

Zwar ist der gebürtige Tölzer und Ex-Löwe Maximilian Franzreb mit im Team (wir berichteten), vermutlich als Backup hinter den gesetzten Mathias Niederberger und Philipp Grubauer. Und Niederberger ist immerhin der Enkel des Tölzer Zweitliga-Spielers und einstigen ECT-Vorstands Josef Niederberger. Auch John Jason Peterka hat Tölzer Vergangenheit, spielte bis zur U 16 im Tölzer Nachwuchs, bevor er zu Red Bull Salzburg wechselte.

Doch ein paar Personalien hätte der Reichersbeurer Kammerer doch gerne noch mit im Boot für das Olympische Eishockey-Turnier gesehen. „Es sollte ja die aktuelle Qualität bewertet werden, die derzeit besten Spieler sollten bei Olympia für Deutschland spielen.“ Und hier fällt vor allem Maximilian Kammerer ins Auge. Der 61-Jährige Eishockey-Trainer räumt ein, dass er als Vater befangen sei, wenn es um seinen Sohn geht. Doch auch die Zahlen sprechen durchaus für den 29-Jährigen. In den vergangenen Jahren zählte Maxi Kammerer immer zu den besten deutschen Stürmern der DEL, er ist ein kompletter Spieler, der Tore schießt, vorbereitet, und auch nach hinten absichert. Aktuell lieferte er sich für DEL-Spitzenreiter Kölner Haie ein Rennen mit dem Berliner Liam Kirk um den längsten Scoring Streak: Bis Dienstagabend der Vorwoche hatte er in zwölf Spielen in Folge gepunktet, bevor die Serie – und auch zwei Bänder in der Schulter rissen. Die Nominierung für Olympia hat sich ohnehin erledigt: Beim 1:4 gegen Frankfurt crashte Kammerer gegen die Bande und fällt verletzt aus.

Doch auch zwei Tölzer Silber-Helden von 2018 in Pyong Chang, Yasin Ehliz und Leo Pföderl, fehlen Kammerer für den Erfolgs-Kader. Beide trugen damals maßgeblich zum überraschenden zweiten Platz des deutschen Eishockey-Teams bei. Dass sie diesmal bei der Nominierung nicht bedacht wurden, mag schon überraschen. Auch wenn beide in München (4. DEL) beziehungsweise Berlin (7.) vielleicht nicht ihre allerbeste Saison spielen, sind sie in bestem Eishockey-Alter und unverzichtbar für ihre Teams. Der 33-jährige Ehliz aus Gaißach wurde immerhin zum derzeit laufenden Olympia-Camp in Bozen eingeladen, wo acht Spieler mittrainieren und am Mittwoch ein Testspiel gegen Italien bestreiten, bis die Nordamerikaner dazustoßen. „Ich hatte gehofft, nochmal nominiert zu werden“, sagt der Gaißacher. „Aber es ist die Entscheidung des Bundestrainers, die muss ich akzeptieren.“

Leon Hüttl (Ingolstadt) würde Kammerers Meinung nach als Offensiv-Verteidiger dem Olympia-Team ebenfalls gut tun. Doch statt Olympia-Luft zu schnuppern, schlug der Bad Heilbrunner am Donnerstag der Vorwoche in Tölz auf, um in der DEL-Spielpause bei den Tölzer Löwen mitzutrainieren. „Alle diese Spieler mit Tölzer DNA haben es aufgrund ihrer Leistung verdient, bei Olympia mitzuspielen“, meint Kammerer. Der Löwen-Trainer wird sich die Eishockey-Spiele natürlich trotzdem anschauen. Auch ohne eine ähnliche Tölzer Beteiligung vergangener Winterspiele.

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